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Kombination von Medikamenten und Nahrungsmitteln

Ihr Essverhalten kann sich auf die Wirkungsweise Ihrer Medikamente auswirken. Je nachdem wird diese verstärkt oder abgeschwächt.

Beeinflusst mein Essverhalten die Wirkung meiner Medikamente?

Wenn Medikamente nicht wirken

Haben Sie sich auch schon mal gefragt, warum ein eingenommenes Medikament nicht richtig wirkt? Dafür kann es einen einfachen Grund geben. Bestimmte Nahrungsmittel stehen in Wechselwirkung mit manchen Medikamenten. Das heißt, dass der Verzehr verschiedener Lebensmittel die Wirkung von Medikamenten abschwächen oder auch verstärken kann.

Welche Lebensmittel davon betroffen sind, können Sie hier erfahren.

Störende Beeinflussung

Stau im Blutkreislauf

Nachdem ein Medikament oral eingenommen wurde, landet es im Magen. Von dort aus geht es weiter in den Dünndarm, wo es in den Blutkreislauf aufgenommen wird. Die Weiterleitung des Medikamentes in den Darm erfolgt bei vollem Magen meist langsamer, bei leerem Magen hingegen schneller. Es gibt auch Ausnahmen. Einige Bluthochdruckmedikamente (sogenannte Betablocker) wirken besser, wenn sie zusätzlich zum Essen eingenommen werden.

Kurz gesagt, schon der Füllungszustand des Magens kann die Medikamentenwirkung beeinflussen.
Einzelne Nahrungsbestandteile können zusätzlich einen störenden Einfluss auf die Arzneistoffwirkung nehmen, zum Beispiel den Abbau der Medikamente beeinflussen. Dies kann sich in einer Abschwächung oder Verstärkung der gewünschten Wirkung äußern. Auch das Risiko für Nebenwirkungen kann erhöht werden.

Richtige Medikamenteneinnahme

Wie wichtig es ist, Medikamente richtig zu dosieren und sich an die Empfehlungen des Arztes zu halten, zeigen wir Ihnen in unserem Film zum Beitrag.

Vorsicht vor Grapefruitsaft

Gefährliche Nebenwirkung

Grapefruitsaft hemmt Prozesse im Körper, die für den Abbau von bestimmten Medikamenten verantwortlich sind. Dadurch wird der Arzneistoff weniger als sonst ausgeschieden und es kommt zu einer Ansammlung des Medikaments im Blut. Dies führt zu einer verstärkten Wirkung auf den Körper. Zu den Arzneimitteln, die man nicht in Kombination mit Grapefruit-Saft einnehmen sollte, gehören folgende Mittel:

  • Medikamente zur Therapie von Fettstoffwechselstörungen
  • blutdrucksenkende Mittel
  • Schmerz- und Schlafmittel
  • Medikamente zur Immunsuppression und gegen Allergien

Hierbei handelt es sich jedoch nur um eine exemplarische Aufzählung. Da es sich um eine Reihe von Medikamenten handelt, sollten Sie während des Zeitraums der Medikamenteneinnahme generell besser ganz auf Grapefruit-Saft verzichten.

Milch und ihre Tücken

Zum Frühstück Milchkaffee und Tabletten?

Lieber nicht. Vor allem, wenn es sich bei den Tabletten um Antibiotika handelt. Milchprodukte können die Wirkung von bestimmten Antibiotika teilweise oder sogar ganz abschwächen. Dies liegt an dem in Milchprodukten enthaltenen Kalzium, das diese Medikamente bindet. So entstehen Verbindungen, die schwerer vom Körper aufgenommen werden können.

Ein kleiner Schuss Milch im Kaffee kann schon ausreichen, um die Wirkung zu beeinträchtigen. Daher sollten Sie während der Antibiotikaeinnahme möglichst keine Milchprodukte (Quark, Käse und Joghurt) zu sich nehmen.

  

Auch Mittel gegen Knochenschwund (Osteoporose) können mit Kalzium schwerlösliche Verbindungen eingehen und sollten daher auch nicht mit Milch und Milchprodukten eingenommen werden.

Wollen Sie dennoch nicht auf Ihr Müsli verzichten, nehmen Sie die Tabletten einen gewissen Zeitraum vor dem Essen ein. Als Faustregel gilt: mindestens 1 Stunde zwischen Einnahme der Medikamente und Verzehr der Milchprodukte.

Grünblättriges Gemüse und Gerinnungshemmer

Auf eine gleichmäßige Einnahme achten

Salat, Spinat, Brokkoli, verschiedene Kohlsorten oder Avocado gehören zu den Gemüsesorten, die viel Vitamin K enthalten. Vitamin K fördert die Blutgerinnung und unterstützt zum Beispiel die Blutstillung bei einer blutenden Wunde.

Bestimmte Gerinnungshemmer blockieren das Vitamin und können so das Blut verdünnen.

Nimmt man viel grünes Gemüse zu sich, wird die Wirkung des Gerinnungshemmers abgeschwächt und andersrum kommt es bei wenig Vitamin K in der Nahrung zu einer Wirkungsverstärkung.

  

Dies ist jedoch kein Grund, um auf grünes Gemüse zu verzichten. Im Gegenteil. Vitamin K fördert die Gesundheit und gehört zu einer ausgewogenen Ernährung dazu. Wenn Sie bestimmte Gerinnungshemmer einnehmen, sollten Sie vielmehr auf eine konstante Vitamin K Zufuhr achten. Dies bedeutet, dass Sie zum Beispiel nicht in der einen Woche extrem viel grünes Gemüse zu sich nehmen sollten und in der nächsten Woche kaum. Durch die gleichmäßige Menge vermeiden Sie starke Schwankungen der Blutgerinnung und erleichtern dem betreuenden Arzt die perfekte Einstellung des Medikamentes.

Eisenpräparate nicht mit Koffein

Vor allem Frauen müssen häufig Eisentabletten auf Grund von Eisenmangel und Blutarmut zu sich nehmen. Dies kann an der monatlichen Periode und dem dabei zustande kommenden Blutverlust liegen.
Dabei sollte beachtet werden, dass man mindestens zwei Stunden vor und nach der Einnahme der Eisentablette keine koffeinhaltigen Getränke (zum Beispiel Kaffee oder schwarzen Tee) zu sich nimmt.

Die Getränke enthalten Gerbstoffe, die das Eisen im Magen an sich binden und direkt ausscheiden. So kann das Eisen nicht über den Darm in den Blutkreislauf aufgenommen werden und wirkt daher geringer.

Wenn Sie die Aufnahme von Eisenpräparaten begünstigen wollen, kann man gleichzeitig Vitamin C-haltige Beilagen oder Getränke zu sich nehmen. Hierzu zählen zum Beispiel rote Paprika oder Orangensaft.

Wir empfehlen

Dies sind nur einige Beispiele von Medikamenten, die in Wechselwirkung mit der Nahrung stehen. Daher ist es bei jedem Arzneistoff wichtig, die Packungsbeilage genau zu lesen und das Medikament so wie geschildert einzunehmen. Falls nicht anders beschrieben, sollten Sie die Medikamente mit einem Glas Wasser einnehmen. Alkoholische Getränke sollten vermieden werden, da sie die Wirkung vieler Medikamente verstärken können.

Wenn ein Medikament „vor dem Essen“ eingenommen werden soll, sollten Sie dies 30 bis 60 Minuten vor der Mahlzeit tun. „Nach dem Essen“ bedeutet die Einnahme sollte 30 bis 60 Minuten nach der Speise erfolgen.

Zögern Sie bei Fragen zur Medikamenteneinnahme und ihren Wechselwirkungen nicht, Ihren Arzt oder Apotheker zu fragen.

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