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Reizdarmsyndrom

Klagen Sie öfters über Bauchschmerzen oder Völlegefühl? Ein Reizdarm kann die Ursache dafür sein. Erfahren Sie, wie es dazu kommen kann und was Sie zur Schmerzlinderung tun können.

Reizdarmsyndrom

Bin ich betroffen?

Leiden Sie öfters an Bauchschmerzen und haben häufig Probleme mit dem Stuhlgang? Kämpfen Sie immer wieder mit Blähungen und Völlegefühl?

Wenn Sie unter den genannten Beschwerden leiden und diese über mehrere Monate auftreten, sollten Sie bei Ihrem Hausarzt das Reizdarmsyndrom abklären lassen.
Der Reizdarm ist eine sehr häufige Funktionsstörung des Verdauungstraktes und kann sich von Patient zu Patient unterschiedlich äußern. Die Erkrankung ist ungefährlich und kann durch entsprechende Maßnahmen gelindert werden.

Krankheitsbild

Lästige Beschwerden, die unbedenklich sind

Von einem Reizdarmsyndrom spricht man bei chronischen Bauchschmerzen, die immer wieder oder durchgehend auftreten und sich meistens krampfartig oder stechend äußern. Es besteht oft ein Druckgefühl im Unterbauch und die Patienten geben ein Völlegefühl und/oder Blähungen an. Außerdem kann es zu hörbaren Darmgeräuschen, Verstopfungen und/oder Durchfall kommen. Je nach Symptomen lassen sich vier verschiedene Typen des Reizdarmsyndroms ableiten:

  • der Verstopfungstyp bei zu trägem Darm
  • der Durchfalltyp bei zu aktivem Darm
  • der Schmerztyp bei krampfartigen Bewegungen des Darms und
  • der Blähungstyp

Häufig kommen auch Mischformen der genannten Typen vor.

Außerdem können sich im Stuhl glasige Schleimbeimengungen befinden, die einen zunächst verunsichern können. Diese sind jedoch bezogen auf das Reizdarmsyndrom harmlos.

  

Kommt es zu Blutbeimengungen im Stuhl, ist das Reizdarmsyndrom ausgeschlossen und es müssen andere Erkrankungen des Darms in Betracht gezogen werden. Ein weiteres Ausschlusskriterium für das Syndrom sind Beschwerden, die nachts auftreten. In der Regel kommt es auch nicht zu einem Gewichtsverlust.
Das Reizdarmsyndrom ist eine sehr häufige Ursache von Magen-Darm-Beschwerden. 50 Prozent aller Patienten leiden darunter, wobei Frauen häufiger betroffen sind als Männer.
Auch die Lebensdauer der Betroffenen ist weder verkürzt, noch ist die Erkrankung ansteckend oder erhöht das Risiko für Darmkrebs.
 
Die Diagnose Reizdarmsyndrom kann erst gestellt werden, nachdem organische Ursachen für die Beschwerden ausgeschlossen wurden. Außerdem müssen die Beschwerden mindestens drei Monate bestehen. Sie gehen oft mit Stuhlgangsveränderungen einher, die sich durch eine Änderung der Stuhlfrequenz oder der Stuhlbeschaffenheit äußern. Dadurch wird die Lebensqualität relevant beeinträchtigt. Häufig kommt es durch Stuhlentleerung zur Besserung der Beschwerden.

Was sind die Ursachen?

Die Ursache liegt im Darm

Die Symptome beruhen nicht auf einer krankhaften Organveränderung. Dies bedeutet, dass jegliche durchgeführten Untersuchungen des Arztes ohne Krankheitswert bleiben. So ist zum Beispiel auch bei einer Darmspiegelung kein negatives Ergebnis zu erwarten.

Die Hauptursache beruht auf einer gestörten Darmflora und einer Bewegungsstörung des Darms. Der Darm kann entweder zu aktiv oder zu träge sein.

Hinzu kommen genetische und psychische Belastungsfaktoren, wobei die Symptome verstärkt nach Ärger und Stress auftreten. Daher stammt auch das Sprichwort, dass einem etwas auf den Magen schlägt. Auch nach einer abgelaufenen Darminfektion kann ein Reizdarmsyndrom auftreten.

Akute Hilfe bei Beschwerden

Schmerzlinderung

Sollte es zu den genannten Beschwerden kommen, gibt es verschiedene Möglichkeiten, um diese zu reduzieren. Bei leichten Bauchschmerzen ist es hilfreich, milde Wärmeanwendungen, zum Beispiel Wärmflaschen, zu nutzen.

Fencheltee mit Zusatz von Kümmel, Anis, Pfefferminz und Kamille helfen bei Blähungen und Völlegefühl. Wenn es zu Durchfall kommt, können zeitweise Medikamente eingenommen werden, die die Bewegungen des Darms reduzieren.

Leidet man hingegen an Verstopfungen, kann die Zugabe von löslichen Ballaststoffen (Obst, Gemüse, Getreide und Bohnen) und reichlichem Trinken zur Linderung führen.

Greifen diese Maßnahmen nicht, ist es auch hier möglich, zeitweise milde Medikamente gegen Verstopfung einzunehmen. Gegen Schmerzen kann man akut krampflösende Medikamente einnehmen, wobei Nebenwirkungen beachtet werden müssen.

Ein Pfefferminz- oder Kamillentee kann helfen das Völlegefühl zu reduzieren.

Gut zu wissen

Sollten Sie nicht genau wissen, welche Nahrungsmittel oder welche Situationen die Darmbeschwerden auslösen, empfehlen wir, ein Tagebuch zu führen. So ist es leichter, den Auslöser zu finden.

Entspanntes Leben trotz Reizdarmsyndrom

Reizdarmsyndrom im Voraus bekämpfen

Um den Symptomen des Reizdarmsyndroms im Voraus entgegenzuwirken, können diätetische Maßnahmen hilfreich sein. Man sollte als Betroffener auf eine faserreiche Kost (Obst, Gemüse, Getreide und Bohnen) und das Weglassen von unverträglichen Nahrungsbestandteilen achten.

Auch die Einnahme von Flohsamen ist hilfreich. Ähnlich wie Leinsamen quellen sie im Darm auf und fördern so die Verdauung.

Probiotika helfen, die Darmflora wieder aufzubauen. Man kann sie als Nahrungsergänzungsmittel einnehmen oder zum Beispiel in probiotischem Joghurt, Quark und Käse finden.

Genussmittel wie Kaffee, Nikotin, Alkohol und starke Gewürze sollten vermieden werden, da diese die Beschwerden verschlimmern.

  

Im Einzelfall sind auch Psychotherapien möglich. Im Rahmen dieses Ansatzes sollten Personen mit Reizdarm Entspannungsverfahren und der richtige Umgang mit Stress (Stressmanagement) näher gebracht werden. Anzuwenden sind diese Entspannungsübungen sowohl bei privatem als auch beruflichem Stress. Sie werden schnell merken, dass gezieltes Entspannen zu Entlastungen bezüglich der Schmerzen führt.

Auf jeden Fall sollten betroffenen Personen sich bewusst darüber sein, dass das Reizdarmsyndrom eine harmlose Erkrankung ist.

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