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Reife Partnerschaften

Kennen Sie Routine in der Beziehung? Dann lassen Sie sich auf den Versuch ein und testen Sie unsere Tricks und Tipps, eine Liebe neu zu entfachen.

Gemeinsame Neuausrichtung

Neuer Lebensabschnitt, alte Liebe

Mit den Menschen verändern sich auch ihre Beziehungen. Im Laufe seines Lebens erfüllt jeder von uns unterschiedliche Rollen. Wir sind: Arbeitnehmer, Mutter oder Vater, Kind der eigenen Eltern, Freund, Ruheständler und natürlich jeder für sich eine eigene Persönlichkeit. Genauso, wie sich Ansprüche an das Leben ändern, entwickeln sich auch Partnerschaften. Je nach Lebensabschnitt variiert die Ausrichtung, es ergibt sich eine andere Grundlage und Zielsetzung.

Ein älteres Paar genießt seinen Lebensabend in vollen Zügen.

Steigerung des eigenen Wohlbefindens

Zufriedener im Alter

Umfragen zufolge nimmt die Zufriedenheit mit der eigenen Beziehung im Alter zu. Während bei den 40- bis 54-Jährigen 91 Prozent sich als „mit der Partnerschaft zufrieden“ bezeichnen, sind es unter den 55- bis 69-Jährigen bereits 94 Prozent und bei 70- bis 85-Jährigen sogar 96 Prozent.

Was eine Partnerschaft stark macht

Gerade im Ruhestand ist es wichtig, auch innerhalb der eigenen Beziehung in Bewegung zu bleiben. So kann es in diesem Alter für eine funktionierende Beziehung von Vorteil sein, eine gemeinsame Neuausrichtung für den anstehenden oder bereits begonnenen Lebensabschnitt „Ruhestand“ vorzunehmen. Für diese Neuausrichtung gibt es allerdings kein Patentrezept. Vielmehr gelten hier im Grunde die gleichen Tipps, wie zu allen anderen Zeiten einer gut funktionierenden Beziehung auch.

Das dritte Lebensalter genießen

Zeit gemeinsam verbringen

Viele Paare am Ende der Berufstätigkeit sehnen sich bereits lange vor Eintritt in den Ruhestand danach, in Zukunft viel Zeit mit ihrem Partner verbringen zu können. Es besteht häufig der Wunsch, die „verpasste“ Zeit nachzuholen, viele Unternehmungen zu machen und frei von beruflichen Verpflichtungen gemeinsam den Lebensabend zu genießen. Längst ist die Zeit nach dem Ausscheiden aus dem Beruf nicht mehr mit dem nahenden Lebensende gleichzusetzen. Vielmehr gleicht dieses sogenannte „dritte Lebensalter“ einer Chance der Neuorientierung oder Neuverwirklichung für eine noch lange verbleibende Zeit.

Alte Liebe auffrischen

Oft stellt dieser Wechsel von Berufstätigkeit zu Ruhestand eine persönliche Herausforderung dar. Nicht nur die wegfallende Bestätigung und Tätigkeit im Rahmen der Berufstätigkeit hinterlässt ein Loch. Auch das meist im Grunde ersehnte vermehrte Zusammensein mit dem Partner kann zunächst problematisch sein. Oft sind es die Partner – ganz offen gesagt – schlicht und ergreifend nicht mehr gewohnt, auf engem Raum plötzlich so viel Zeit miteinander zu verbringen. Dabei bietet gerade der dritte Lebensabschnitt, also die Zeit zu Beginn des Rentenalters, auch ideale Bedingungen für das Aufrechterhalten oder Auffrischen einer alten Liebe.

Tipps für ein erfolgreiches Miteinander

Offenheit in der Kommunikation

Oberstes Gebot: Kommunikation! Die Grundlage einer jeden Beziehung bildet immer das Gespräch! Nur wer sich mitteilt, kann auch wahrgenommen werden; nur wer zuhört, hat die Möglichkeit, sein Gegenüber zu verstehen.

Beispielhaft hier die Geschichte eines Paares, das sich über Jahrzehnte ein Brötchen teilte. Er überließ ihr die obere Hälfte, weil er annahm, ihr schmecke diese ganz besonders gut, sie gab ihm die untere Hälfte, ebenfalls in der Annahme, er esse diese lieber. Eines Tages stellten sie fest, dass sie all die Jahre ihrem Partner genau den Teil des Brötchens überlassen und sich somit vorenthalten hatten, der dem Partner gar nicht schmeckte, ihnen selbst aber am liebsten war. Eine durch einfaches Nachfragen vermeidbare Geschichte.

Probleme erkennen und benennen

Diese kleine Anekdote zeigt anschaulich, wie wichtig Kommunikation ist. Entscheidend ist, nicht nur das Interesse am anderen zu wahren, sondern dies auch auszusprechen, sich nach seinem Befinden zu erkunden und nachzufragen. Zugleich ist aber auch Eigeninitiative gefragt: Sind Sie mit einer Situation oder einer Vereinbarung unzufrieden, warten Sie nicht zu lange auf Nachfrage des Partners, sprechen Sie die Probleme selber an. Aber natürlich verdienen es auch die positiven Dinge, dass man sie an- und ausspricht, statt sie als selbstverständlich hinzunehmen und für sich zu behalten.

Anerkennung und Wertschätzung des Geleisteten sind wichtiger Bestandteil einer funktionierenden Partnerschaft. Ein fairer und respektvoller Umgang in der Beziehung ist eine der Grundlagen dafür, dass man sich „gut versteht.“

Gemeinsame Wünsche formulieren

Im Rahmen einer Partnerschaft ist es hilfreich, gemeinsam Ziele und Wünsche zu erarbeiten und zu formulieren. Fragen Sie sich: Was wollen wir gemeinsam erreichen? Was möchten wir zusammen erleben? Was wünschen wir uns für die Beziehung?

Gemeinsam Ziele setzen
Wenn man die eigenen Wünsche und die des Partners besser kennengelernt hat, kann man versuchen, diese aktiv zu verwirklichen und gemeinsam auf ein Ziel hinarbeiten. Hat man das gemeinsam gesetzte Ziel erreicht, bestärkt dieses Erfolgserlebnis auch die Beziehung und das Verhältnis zueinander.

Wichtig hierbei ist es zudem, die eigenen Wünsche beziehungsweise die persönlichen Wünsche des Partners zu (er)kennen und zu akzeptieren.

Das Wissen über die Bedürfnisse des anderen schützt vor Interessenskonflikten und hilft, einander bei der Verwirklichung der Wünsche gegenseitig besser unterstützen zu können.  

  

Wichtig in einer Partnerschaft ist es, die Wünsche des Anderen zu kennen und zu repektieren.

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Älter werden heißt nicht: Anders lieben. Auch im Alter können Sie jede Facette Ihrer Partnerschaft in vollen Zügen und mit allen Sinnen genießen.

Respektvoller Umgang miteinander

Den Partner schätzen

Auch nach vielen Jahren einer Beziehung oder Ehe sollte diese nicht als Selbstverständlichkeit hingenommen werden. Führen Sie sich ab und zu vor Augen und erinnern Sie sich daran, was Ihre Partnerschaft einzigartig und zu etwas Besonderem macht.

Welche Eigenschaften an Ihrem Partner sind für Sie besonders wichtig? Was macht Ihn begehrens- oder liebenswert?

Aufmerksamkeit für sein Gegenüber und für ein Gefühl der Wertschätzung des Partners nehmen einen hohen Stellenwert ein. Vor allem aber gilt es, diese Dinge dem anderen auch mitzuteilen. Dabei spielt das „wie“ gar keine Rolle, egal ob verbal oder durch eine nette kleine Geste im Alltag. Zeichen der gegenseitigen Wertschätzung gibt es viele.

In einer Partnerschaft geht es nicht nur um gemeinsame Unternehmungen, zusätzlich sollte auch die Wertschätzung des Partners im Vordergrund stehen.
Gemeinsame Interessen verbinden, trotzdem sollte man auch nie den Mut zum Abenteuer verlieren.

Aufgaben und Rollen neu verteilen

Häufig bilden sich im Laufe eines Beziehungslebens vermeintlich feste Rollen und Aufgabenverteilungen heraus, feste Stereotypen: Sie, die Hausfrau und Mutter; Er, der Hauptverdiener und Ernährer der Familie. Aber auch auf kleineren Ebenen sind die Aufgaben meist seit langer Zeit klar vergeben und verteilt.

Ein neuer Lebensabschnitt bedingt meist auch einen neuen Tages- und Lebensrhythmus. Hier ist es meist ratsam, alte Rollen- und Aufgabenverteilungen neu zu überdenken.

Alte Rollen neu verteilen
Welche Aufgaben hat man selbst in den letzten Jahren immer nur ungern übernommen? Wo würde man sich selbst mehr einbringen wollen? Für welche Aufgabe ist der Partner vielleicht geeigneter als man selbst? Was kann man ihm im Gegenzug abnehmen? Überlegungen dieser Art können helfen, Unter- oder Überforderungen im Alltag zu vermeiden. Zudem verringert sich somit die Gefahr, dass sich einer der Partner ungerecht behandelt oder in alten, ihm eigentlich unpassenden, Rollenverteilungen gefangen fühlt.

Wie in allen anderen Lebensabschnitten gilt: Eine Beziehung bedeutet Arbeit, Reflexion und allem voran Kommunikation - also Arbeit, deren Erfolg Sie dann gemeinsam mit Ihrem Partner/Ihrer Partnerin ernten können.

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