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Die Auswirkungen von Licht

Licht und Schatten begleiten uns durch unseren Alltag. Doch wie wichtig ist die tägliche Dosis an Sonnenlicht? Und was passiert, wenn wir diese Dosis nicht bekommen? Hier erfahren Sie mehr...

Der Einfluss von Licht auf die Stimmung und das Wohlbefinden

Was ist Licht?

Nüchtern betrachtet ist Licht eine elektromagnetische Welle. Denken wir jedoch einmal an das Farbenspiel eines Sonnenuntergangs oder die besondere Atmosphäre, in die die Welt in den frühen Morgenstunden getaucht ist, so lässt sich erahnen, dass Licht weitaus mehr als nur eine physikalische Größe ist. Wie vielschichtig die Wirkungen des Lichts auf das Wohlbefinden des Menschen sind, soll im Folgenden „beleuchtet“ werden.

Das Licht gibt den Takt vor

Über tausende von Jahren hat das Sonnenlicht den Schlaf-Wach-Rhythmus der Menschen reguliert. Die innere Uhr des Menschen, die von bestimmten Hirngebieten gesteuert wird, passt sich an diesen 24 Stunden-Rhythmus des Lichts an. Viele Funktionen des Körpers folgen dieser sogenannten zirkadianen Rhythmik. So werden zum Beispiel bestimmte Hormone, unter anderem das Kortison, abhängig von der Tageszeit ausgeschüttet. Gerät diese feine Abstimmung zwischen Außenwelt und Körper durcheinander, können Störungen in Wohlbefinden und Gesundheit resultieren.

Macht Licht glücklich? – Positive Lichteffekte

Wer kennt das nicht? Nach einem langen und dunklen Winter gibt es kaum etwas Schöneres, als bei einem Spaziergang an der frischen Luft sein Gesicht in die Strahlen der Frühlingssonne zu halten. Das Licht vermittelt ein wohliges Gefühl und man spürt regelrecht, wie die Energiespeicher aufgefüllt werden.

Was sind nun die positiven Auswirkungen des Lichts und wie kommen sie zustande? Zunächst das Offensichtliche: Licht lässt uns sehen. Wir nehmen unsere Umgebung wahr und können Informationen verarbeiten. Für den Menschen ist das Auge eines der wichtigsten Sinnesorgane. Während viele andere Lebewesen die Welt verstärkt über das Hören und Riechen wahrnehmen, orientieren wir uns vorwiegend über das Sehen.

Tageslicht kann aber weit mehr als nur Licht in die Dunkelheit bringen. Es macht zum Beispiel auch munter. Haben Sie manchmal das Gefühl, nicht richtig durchstarten zu können? Dann könnte eine Ladung Tageslicht den Anstoß für mehr Schwung liefern. Da der Mensch von Natur aus ein tagaktives Wesen ist, ist Tageslicht eine Art Startsignal für den Körper. Es vermittelt das Ende der nächtlichen Ruhephase und den Beginn der aktiven Wachphase. Wie aber kann das Licht den Körper derart beeinflussen?

Tipps

  • Bewegen Sie sich regelmäßig an der frischen Luft. Ob eine Mittagspause im Freien, ein Spaziergang mit dem Hund oder Sport unter freiem Himmel. Die Kombination aus Licht und frischer Luft wirkt aktivierend und kann so manchem Durchhänger ein Ende bereiten.
  • Müssen Sie doch einmal den ganzen Tag zu Hause oder im Büro verbringen, dann lassen Sie Tageslicht herein. Helle Räume wirken freundlich und meist kann man sich besser auf seine Aufgaben konzentrieren.
  • Ein weiterer positiver Effekt, der durch das Sonnenlicht vermittelt wird, ist die Bildung von Vitamin D. Vitamin D wird nicht nur über die Nahrung aufgenommen, sondern kann auch vom Körper selbst gebildet werden. Dies geschieht mit Hilfe der UVB-Strahlung des Sonnenlichts, welche bei Auftreffen auf die Haut die Produktion von Vitamin D anregt. Vitamin D beeinflusst unter anderem den Knochenstoffwechsel, die Muskelkraft und das Immunsystem positiv.
  • Licht ist nicht gleich Licht. Eine Glühbirne vermag kaum dieselben Effekte zu vermitteln, wie das Sonnenlicht. Sie erzeugt kein „biologisch aktives“ Licht. Bevorzugen Sie also immer natürliches Licht.

Kürzlich ist es Forschern gelungen, Zellen in der Netzhaut des Auges zu identifizieren, die Licht wahrnehmen und je nach Helligkeit verschiedene hormonelle Prozesse in Gang setzen. Trifft Tageslicht auf diese Zellen, so wird die Ausschüttung des Hormons Melatonin unterdrückt. Melatonin macht uns müde und bereitet auf den Schlaf vor. Gleichzeitig gibt Tageslicht den Anstoß zur vermehrten Freisetzung von Kortison und Serotonin.

Diese Hormone kurbeln wichtige Körperfunktionen an und ermöglichen eine größere Leistungsbereitschaft. Serotonin ist außerdem als „Glückshormon“ bekannt. Es vermittelt gute Laune, Zufriedenheit und Gelassenheit.
Nehmen die oben beschriebenen Zellen Dunkelheit war, so steigt der Melatoninspiegel, der Mensch wird müde und der Schlaf wird eingeleitet. Die wichtige Zeit der Regeneration und Erholung beginnt. Auf diese Weise werden die Körperfunktionen mit der Tageszeit synchronisiert.

Das Licht ist dabei ein entscheidender Vermittler. Es stabilisiert den Schlaf-Wach-Rhythmus und sorgt so für ein gutes Verhältnis von Aktivität und Erholung. Funktioniert das fein abgestimmte System, so kommen wir nachts in den Genuss einer effektiven Ruhephase mit guter Schlafqualität. Tagsüber hingegen profitieren wir von Vitalität, guter Konzentrationsfähigkeit und gesteigertem Wohlbefinden.

Wenn das Licht uns aus der Bahn wirft​

Seit der Erfindung des elektrischen Lichts ist der Mensch immer unabhängiger vom Tageslicht geworden. Er muss seine Arbeit bei Sonnenuntergang nicht mehr niederlegen und kann auch in der Freizeit bis spät in die Nacht aktiv sein. Künstliches Licht ist von unschätzbarem Wert für die Menschheit, es birgt aber auch Gefahren für die Gesundheit. Dadurch, dass wir unseren Schlaf-Wach-Rhythmus nicht mehr nach der Sonne richten müssen, kann die Synchronisation zwischen dem körpereigenen zirkadianen Rhythmus und dem Tag-Nacht-Wechsel empfindlich gestört werden.

Ein gutes Beispiel ist der Schichtarbeiter, der zu Zeiten Leistung und Konzentration erbringen muss, in denen sein Körper eigentlich auf Regeneration und Schlaf eingestellt ist. Es können Störungen in Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden entstehen. Die Schlafqualität leidet und man fühlt sich ausgelaugt und schlecht gelaunt. Ingenieure und Wissenschaftler arbeiten unter anderem deswegen an Lichtsystemen, die den natürlichen Rhythmus des Menschen unterstützen. Dies soll die negativen Effekte, die zum Beispiel bei Schichtarbeit entstehen, reduzieren und zu einem gesteigerten Wohlbefinden führen.

Wenn fehlendes Licht krank macht...

Winterdepression

Wenn die Tage im Herbst kürzer werden und nasskaltes Wetter den Aufenthalt im Freien ungemütlich macht, fallen viele Menschen in ein Stimmungstief. Ist die gedrückte Stimmung besonders ausgeprägt und treten noch weitere Symptome hinzu, wie Antriebslosigkeit und Erschöpfung, so kann es sich um eine Winterdepression handeln. Diese saisonal abhängige Depression ist eine Unterform der depressiven Störung und auch die am meisten verbreitete Art saisonal abhängiger Depressionen. Die beschriebenen klinischen Symptome der Winterdepression zeigen sich bei betroffenen Personen nur im Herbst und im Winter.

Das Besondere an dieser Form der Depression sind das vermehrte Schlafbedürfnis und der große Appetit auf kohlenhydratreiche Speisen. Denn normalerweise zeichnen sich Depressionen durch gestörten Schlaf und Appetitlosigkeit aus.

Untersuchungen des Instituts für Chronobiologie in Basel zufolge sind in der Schweiz zwei Prozent der Erwachsenen von einer Winterdepression betroffen. Von einer leichten Form sind sogar bis zu acht Prozent der Menschen betroffen. Aber wie kann die kalte Jahreszeit die Stimmung derart beeinflussen? Es wird vermutet, dass die Winterdepression durch den Mangel an Tageslicht bedingt ist.

Durch die langen Dunkelzeiten produziert der Körper vermehrt Melatonin, die Serotoninproduktion (Glückshormon) bleibt auf Grund des Lichtmangels jedoch zurück. Der biologische Rhythmus gerät durcheinander, die Folge sind depressive Beschwerden.

Die Therapie der Winterdepression ist ebenso einfach wie effektiv. Die Lichttherapie hat sich bei der saisonal abhängigen Depression als hilfreiches ergänzendes Verfahren erwiesen. Die morgendliche Bestrahlung mit einer speziellen Therapielampe über 30 Minuten bewirkt bei bis zu 75% der Betroffenen das Verschwinden der depressiven Symptome. Es existiert jedoch eine natürliche Alternative: Ein halbstündiger Spaziergang in den Morgenstunden erzielt ähnliche Ergebnisse. Dabei ist es egal, ob die Sonne scheint oder nicht, denn auch durch eine Wolkendecke gelangt genügend Licht, um den gewünschten Effekt zu erzielen.

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