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Dem Rauchen abschwören

„Morgen höre ich auf!“ Kommt Ihnen dieser Satz bekannt vor? Wir liefern Ihnen viele gute Gründe, noch heute mit dem Rauchen aufzuhören.

Der Kampf gegen die Zigarette

…und ihr tückisches Suchtpotenzial

Fangen wir mit dem Casus Knacksus an: Warum fällt es vielen Rauchern so schwer, langfristig auf Nikotin zu verzichten?

Nikotin ist ein Suchtmittel. Einmal an der Zigarette gezogen, und schon stellt sich ein positives Gefühl ein. Kein Wunder, denn im Gehirn wird das Belohnungszentrums, der Nucleus accumbens, aktiviert und Glückshormone werden ausgeschüttet. „Immer wieder gerne“, heißt es ab sofort und nicht nur das: Rauchen wird nach einiger Zeit vom Körper als lebenswichtiger Vorgang wahrgenommen. Auch die Psyche spielt hier mit – sei es aus Lust, Stress oder einfach nur aus Langeweile. Schnell ist man an dem Punkt angekommen, dass Körper und Geist täglich nach dem Nikotin verlangen. Die Folge? Sucht nach Zigaretten.

Der Konsum von Zigaretten assoziiert und verknüpft den Gedanken an Erkrankungen sowie Todesursachen. Dies schreckt die meisten Raucher nicht ab das Rauchen aufzuhören. Laut der Mikrozensus-Umfrage rauchen allein 1/3 der gesamten Bevölkerung. Erschreckend und bedenklich ist, dass 2015 vor allem die Jugend zur Zigarette greift und Gefallen daran findet. 7,7% der männlichen und 7,8% der weiblichen Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren sind der Zigarettensucht verfallen – jedoch lässt sich anmerken, dass seit den 2000er-Jahren die Anzahl der rauchenden Jugendlichen gesunken ist. Gründe dafür sind neben dem sozialen und familiären Umfeld auch Lernprozesse durch Konditionierung (automatisierte Reiz-Reaktionskopplung).

10 Gründe dem Rauchen abzuschwören

Schwarze Lungen, erschreckende Krebsgeschwüre und dazu noch fettumrandete Statements wie „Rauchen kann tödlich sein“.

Jeder kennt die Warnbilder und -aussagen auf den Zigarettenschachteln und weiß über die Gefahren des Rauchens Bescheid. Doch erzielen die Hinweise überhaupt eine Wirkung?

In Deutschland sind 20 Millionen Erwachsene der Zigarettensucht verfallen. Einer Umfrage zufolge finden die meisten die Warnbilder zwar unästhetisch, aber nicht abschreckend genug. Es wird weitergequalmt. Auch die Ermahnungen und das gute Zureden von Freunden sowie Verwandten helfen meist nicht. Im Gegenteil: Man fühlt sich angegriffen und schaltet schnell auf stur – wer kennt das nicht?

Wir drehen den Spieß um: Statt abzuschrecken und zu ermahnen, liefern wir Ihnen Motivation und Verstärkung. Welche Effekte hat es für Sie, wenn Sie noch heute mit dem Rauchen aufhören?

Das deutsche Krebsforschungszentrum Heidelberg hat für Sie 10 motivierende Gründe zusammengestellt:

1. Lungenkrebs:
Sie haben ein nur noch halb so hohes Risiko an Lungenkrebs zu erkranken. Denn vier von fünf Krebserkrankungen sind auf das Rauchen zurückzuführen.

2. Herz-Kreislauferkrankungen:
Mit nur einer rauchfreien Woche senken Sie Ihren Blutdruck. Nach zwei Jahren rauchfrei ist Ihr Risiko für eine Herz-Kreislauferkrankung so niedrig, wie bei einem Nichtraucher.

3. Atemwegserkrankungen:
Verbessern Sie nach nur drei Tagen die Funktion Ihrer Atemwege! Selbst die Symptome bei einer chronischen Lungenerkrankung, wie beispielsweise Asthma werden nach und nach besser.

4. Unfruchtbarkeit und Impotenz:
Seien Sie „more sexy“ – geben Sie Impotenz und Schwangerschaftsrisiken keine Chance. Ihr Kind wird es Ihnen auch danken, wenn Sie während der Schwangerschaft gänzlich auf die Zigarette verzichten. 

5. Infektionen der Atemwege:
Die Wahrscheinlichkeit sich bei Atemswegsinfektionen anzustecken, z.B. bei einem Husten, nimmt ab. Generelle Atemwegsbeschwerden gehen nach drei bis neun Monaten zurück. 

6.  Persönliches Erscheinungsbild:
Sie wirken attraktiver, denn verfärbte Finger und Zähne gehören der Vergangenheit an. Auch Ihr Hautbild verbessert sich und Ihre Haare und Kleidung riechen nicht mehr nach Rauch.

7. Körperliche Fitness:
Treppensteigen ist für Sie kein Problem mehr, denn nach drei bis sechs Monaten fühlen Sie sich deutlich fitter, gesünder und vor allem belastbarer!

8. Gesundheitsschädigung anderer durch Passivrauchen:
Schützen Sie Familie, Freunde und auch alle anderen! Passivrauchen ist mindestens genauso schädlich wie Aktivrauchen.

9. Kontrolle über das eigene Leben:
Sie kontrollieren die Sucht, nicht die Sucht Sie! Nehmen Sie Ihr Leben selbst in die Hand und machen es nicht von einem Glimmstängel abhängig. 

10. Geldersparnis:
1000€ im Jahr können Sie schon sparen, wenn Sie Ihren Konsum auf eine halbe Schachtel am Tag begrenzen. Noch besser: Wenn Sie ganz aufhören, können Sie sich von den 5€ pro Packung bald einen Urlaub leisten. Oder wie wäre es mit einem neuen Sofa?

Tag für Tag merken Sie sowohl gesundheitlich als auch finanziell, dass ein „Nein zur Zigarette“ eine absolut positive Wirkung erzielt.

Die E-Zigarette als gesunde Alternative?

Leider nicht. Die elektronische Alternative unterscheidet sich nur insofern von einer normalen Zigarette, dass sie keinen Tabak enthält. Ansonsten sind hier ebenso Giftstoffe wie tabakspezifische Nitrosamine und Diethylenglykol, die gesundheitsschädliche Wirkungen haben, zu finden: Propylenglykol, Wasser, Glyzerin, Ethanol, Aromastoffe und dazu das Suchtmittel Nikotin sind die Hauptbestandteile der E-Zigarette. Die Folgen?

  • ausgeprägte Atemwegseinengungen,
  • Absenkung des Stickoxids in der ausgeatmeten Luft (dies weist auf Entzündungsvorgänge in den Bronchien hin),
  • Reizungen in Rachen und Mundraum und
  • ein trockener Husten.

Auch wenn die Langzeitfolgen bislang nicht erforscht sind, raten wir klar davon ab, die E-Zigarette als Mittel zur Entwöhnung zu nutzen. Zwar konsumieren Sie keinen Tabak, aber immer noch Nikotin.

Die E-Zigarette als Alternative | Pflegewelt von AXA
Die Entzugserscheinungen | Pflegewelt von AXA

Die Angst vor Entzugserscheinungen

Teer, Schwermetalle, Nickel, … –  mehr als ein Dutzend bedenklicher Inhaltsstoffe stecken in einer einzigen Zigarette. Bereits ein Bruchteil dieser chemischen Stoffe ist giftig. Zusammen erzeugen sie bis zu 4000 Verbindungen, die unter anderem wichtige Entgiftungsmechanismen im Körper hemmen. Gerade Teer ist höchst schädlich und steigert das Risiko an Krebs zu erkranken enorm. Verursacht werden allein durch 50 Substanzen Erkrankungen wie Chronische Bronchitis, Infekte der Atemwege, Lugenkarzinom sowie Karzinome in den Nasenhöhlen, Mundhöhlen und dem Kehlkopf. Abzuraten ist daher von einer reinen Rauchreduktion. Die Verbesserung der Lungenfunktion ist nicht durch einen verringerten Tabakkonsum zu erwarten.

Gelingt Ihnen der Absprung vom Zigarettenzug, müssen Sie vorerst mit Entzugserscheinungen rechnen: Gewichtszunahme, Schlafstörungen, Müdigkeit, Konzentrationsmangel, psychische und motorische Unruhe, Angstzustände sogar Depressionen können den Entzug begleiten. Verlieren Sie nicht den Mut, meistens machen sich die schlimmsten Entzugserscheinungen in den ersten ein bis drei Tagen bemerkbar und verschwinden dann wieder. Kämpfen lohnt sich also allemal!

Das scheinbar Unmögliche möglich machen

Der Weg in eine rauchfreie Zukunft​

„Wieso hörst du nicht einfach auf?“, fragte schon so mancher Nichtraucher den Raucher. Wenn das so einfach wäre… Wer schon einmal abhängig war, weiß, wie schwierig es ist aufzuhören. Rund 80-90% der Raucher fassen jedes Jahr den Entschluss mit dem Rauchen aufzuhören, doch nur lediglich 30% unternehmen im selbigen Jahr auch einen ernsthaften Versuch. Grund dafür ist das hohe Suchtpotenzial von Nikotin. Deshalb ist es wichtig, dass Sie sich nicht unter Druck setzen lassen! Hören Sie nicht mit dem Rauchen auf, weil andere es wollen.

Es muss bei Ihnen Klick machen, nur dann haben Sie genug Willen, Ihren Vorsatz auch wirklich in die Tat umzusetzen. Denken Sie an sich und Ihre Gesundheit – und die Motivation kommt von ganz allein.

Ist der Wille da? Nikotinpflaster und andere Therapiemethoden können den Weg in ein rauchfreies Leben erleichtern, jedoch auch Nebenwirkungen hervorrufen. Sprechen Sie am besten vorher mit Ihrem Hausarzt.

Der richtige Tag in ein rauchfreies Leben

Zeit, das Ziel in die Tat umzusetzen! Wir haben den Plan: Stellen Sie sich erst folgende Fragen und drucken Sie sich dann unsere Checkliste aus. Am besten hängen Sie die Checkliste an Ihren Kühlschrank und verinnerlichen Sie sich jeden Morgen beim Frühstück, damit Sie in Ihren rauchfreien Tag starten können.

  • Haben Sie bislang eher unter der Woche oder am Wochenende geraucht? Wann fällt es Ihnen am leichtesten?

  • Steht vielleicht noch eine Party bevor, wo viele Raucher eingeladen sind?

  • Könnte auf Ihrer Arbeit noch ein stressiges Event oder Projekt anstehen?

  • Versuchen Sie sich einzuschätzen: Möchten Sie an Ihrem erstem rauchfreien Tag alleine oder in Gesellschaft sein?

Der richtige, erste rauchfreie Tag | Pflegwelt von AXA

Die Checkliste

Tag für Tag in ein rauchfreies Leben
Um sich Ihres Rauchverhaltens bewusst zu werden, kann sich auch das Anlegen eines Rauchtagebuchs als hilfreich erweisen.

Patientenfuchs – Endlich Rauchfrei

Der Patientenfuchs bietet Ihnen die Chance einer Rauchentwöhnung – mit dem 28-Tage-Programmen. Schauen Sie doch mal vorbei:

Kognitive Verhaltenstherapie

Die Kognitive Verhaltenstherapie | Pflegewelt von AXA

In der kognitiven Verhaltenstherapie werden Raucher auf Ihre eigene körperliche Wahrnehmung sensibilisiert. Gelernt wird die bewusste Wahrnehmung und Bewertung von Reizen, Motiven und Verhaltensweisen. Beim Rauchen fühlen Sie sich gut, denn Sie verbinden es mit positiven Situationen: zum Beispiel machen Sie zusammen mit Ihren Kollegen eine Raucherpause auf der Arbeit.

Die positive Bewertung des Rauchens erschwert natürlich das Aufhören. Während der Verhaltenstherapie lernen Sie in Gesprächen, Rollenspielen und Gruppensitzungen, Ihr Verhalten besser zu kontrollieren. Sie bekommen neue, alternative Wege geboten, um das Zurückgreifen auf eine Zigarette zu vermeiden. Achten Sie darauf, dass Sie sowohl Ihren Berater, als auch die Gruppenteilnehmer gut leiden können. Dann gehen Sie auch mit einem positiven Gefühl in die Sitzungen.

Nikotinersatztherapie

Haben Sie schon einmal eine Nikotinersatztherapie versucht? Die Ersatztherapie zielt auf eine Minderung der symptomatischen Erscheinungen und des Rauchverlangens ab. Hier wird durch Nikotin-Kaugummis oder -Pflaster die Nikotingabe gesteuert. Mentale und auch psychisch fühlen Sie sich damit wohler. Machen Sie sich mit der Packungsbeilage vertraut und beachten Sie mögliche Nebenwirkungen, bevor Sie mit der Nikotinersatztherapie beginnen.

Nikotin-Pflaster:
Diese versorgen den Körper gleichmäßig über den Tag verteilt mit Nikotin. Gerade bei einem starken Konsum von 10-40 Zigaretten am Tag eignen sich die Pflaster. In manchen Fällen kann es zu Hautirritationen kommen. Nikotin-Pflaster haben eine konstante und langanhaltende Wirkung.


Nikotin-Lutschtablette:
Hierbei handelt es sich um ein Präparat, dass recht schnell über die Mundschleimhäute aufgenommen wird. Wir empfehlen die Tablette bei einem hohen aber unregelmäßigen Konsum.


Nikotin-Kaugummi:
Die Nikotinfreigabe ist bei Nikotin-Kaugummis deutlich kürzer als bei einem Nikotin-Pflaster. Deshalb eignen sie sich eher für unregelmäßige oder Gelegenheits-Rauchen. Greifen Sie auf einen solchen Kaugummi zurück, wenn Ihnen gerade nach einer Zigarette ist.

Bitte beachten Sie: zwar weisen Nikotinersatztherapeutika generell eine gute Verträglichkeit auf, trotzdem sind Nebenwirkungen nicht ausgeschlossen.

Bemerken Sie bei der Verwendung eines Nikotinpflasters Hautirritationen? Kommt es nach dem Verzehr einer Nikotin-Lutschtablette zu Reizungen (Mundschleimhaut, Zunge, Speiseröhre, des Rachens oder Magen)? Haben Sie danach Brennen oder Schluckauf? Dann halten Sie Rücksprache mit Ihrem Hausarzt, um eine geeignete und alternative Therapie zu finden.

Nikotinersatzpräparate sollten Sie stets mit Vorsicht genießen, denn diese Präparate werden nicht umsonst als Nikotinersatz deklariert. Sie führen Ihrem Körper weiterhin schädliche Substanzen zu. Die Sucht bleibt also bestehen. Die Präparate sind aber auf jeden Fall ein erster Schritt in die richtige Richtung, solange Sie sich an die Anwendungsempfehlung halten.
 

Nikotinersatz | Pflegewelt von AXA

Das PLUS von AXA

Sie haben den Entschluss gefasst und wollen mit dem Rauchen aufhören? Dann hält das Plus von AXA in seiner Serie "Rauch-Entwöhnung" interessante Informationen für Sie bereit.

Medikamentöse Unterstützung und alternative Methoden

Sollten die Nikotinpräparate keine merkbare Wirkung erzielen, fragen Sie am besten Ihren Hausarzt um Rat. Zum Beispiel können Medikamente die Entzugserscheinungen wie Nervosität, Depressionen und Ruhelosigkeit und das permanente Verlangen nach Zigaretten mildern. Diese nehmen Sie bitte niemals ohne ärztliche Anweisung, denn auch die Medikamente bringen mögliche Nebenwirkungen mit sich.

Hypnose

Haben Sie keine Angst, die Kontrolle aus der Hand zu geben – viele Ex-Raucher sind von Hypnosen überzeugt. Da sich die Gefühle wie Entspannung oder Genuss während des Rauchens fest in Ihrem Unterbewusstsein verankert haben, wird bei einer Hypnose bei Ihrer Konditionierung angesetzt. Ein bisschen Ausdauer ist gefragt! Denn in der Regel dauert es mehr als eine Sitzung, bis Sie beim gewünschten Rauchstopp angelangt sind. Anzahl und Dauer der Sitzungen ist vom vereinbarten Ziel und der Belastbarkeit des Betroffenen abhängig.

Auch der Grad der Nikotinabhängigkeit und die Tiefgründigkeit der Konditionierung spielt in diesem Zusammenhang eine wesentliche Rolle. Leider werden die Kosten einer Hypnosetherapie meist nicht von den gesetzlichen Krankenkassen getragen. Eine Kostenübernahme bei privaten Krankenversicherungen ist unterschiedlich. Informieren Sie sich also vorher über eine mögliche Kostenübernahme bei Ihrer Krankenkrasse und der Hypnose steht nichts mehr im Wege.

Akupunktur

Ziehen Sie der Zigarettenschachtel einen Stich durch die Rechnung… Entzugserscheinungen wie Schlafstörungen, Nervosität und auch Aggressivität können Sie mithilfe von Akupunktur verringern.

Bei der Reiztherapie werden die Selbstheilungskräfte im Körper angeregt und durch die Nadeln Muskeln und Gewebe durchblutet. Gerade die Ohr-Akupunktur wird oft bei der Suchtbekämpfung angewandt und stellt für Raucher einen guten Lösungsansatz dar. Die Akupunktur kommt eher als Zusatztherapie in Frage.

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