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Gesunde Füße

Spricht man über Füße, assoziieren wir meist das Tragen von modischen Schuhen. Aber tun wir unseren Füßen immer einen Gefallen mit Ballerinas, High Heels und Co.?

Fußgesundheit

Der Fuß als modisches Accessoire

Wenn man an Füße denkt, geht es meist vordergründig darum: Der Schuh muss gut aussehen. Oder: wann ist der nächste Termin zur Pediküre? Egal ob Sportschuhe, Stiefel oder High Heels - chic muss es sein. Aber was bedeutet das Tragen von Schuhen eigentlich für unsere Füße? Ferner stellt sich die Frage: Hat die Evolution es vorgesehen, dass unsere Füße auf eine Sohle oder einen Absatz angewiesen sind? Langfristig betrachtet kann das Tragen von falschen Schuhen sowohl zu einer Über- als auch zu einer Unterforderung des Fußes führen. Dies kann Einfluss auf die Muskulatur und sogar die gesamte Statik des Körpers nehmen.  

Die Komplexität des Fußes

Wie funktioniert eigentlich unser Fuß?

Schon von Kind an verhätschelt das Tragen von Schuhen unsere Füße, was im Laufe des Lebens meist zu einer Unterentwicklung führt. Unsere Füße sind eigens dafür geschaffen, den menschlichen Körper ein Leben lang zu tragen und fortzubewegen. Normalerweise ist der Fuß für hohe Belastungen geschaffen, die immer wieder einwirken. Hierzu ist der Fuß mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Funktionen ausgestattet.

33 Gelenke machen den Fuß eigentlich zu einem Bewegungskünstler, der sich normalerweise der Beschaffenheit des Bodens optimal anpasst. Der Fuß ist ein sehr sinnhaft wahrnehmender Körperteil, der Menschen problemlos über die unterschiedlichsten Untergründe bewegt. Diese Funktion verkümmert förmlich. Schuhsohlen führen nach und nach dazu, dass der Fuß sehr sensibel reagiert. Das Barfußlaufen auf unebenen Flächen, wie Gras, Laub oder Asphalt wird meist schon als unangenehm wahrgenommen.

Zudem ist der Fuß ursprünglich für ein hohes Maß an Aktivität konstruiert worden. Doch durch sitzende Tätigkeiten, wie auch unbewegliche und unflexible Schuhe, sollte eher von einer Inaktivität der Füße gesprochen werden. Der Fuß verkümmert durch den bewegungsarmen Lebensstil. Das hat wiederum Folgen für die gesamte körperliche Statik. Dieses Verkümmern äußert sich darin, dass sowohl die Muskulatur zurück geht, als auch das Bindegewebe mit Schwächen zu kämpfen hat. Die knöchernen Strukturen des Fußes hat die Natur als funktionellen Dämpfer vorgesehen. Unter anderem sind die Zehen dafür geschaffen, sich während des Gehens und Abrollens zu spreizen.

Kommen wir nun zu der Frage, welche Eigenschaften und Funktionen unsere Füße und deren einzelne Strukturen übernehmen. An dieser Stelle kann man das Resümee ziehen, dass unsere Füße, durch das Tragen diverser Schuharten, nicht mehr ihrem eigentlichen Job nachgehen können. Im Laufe des Lebens lässt dies die Füße verkümmern.

Betrachtet man nun die Funktion der Füße, lässt sich ein bestimmtes Bewegungsbild bzw. –muster beobachten. Sinnvoll ist es an dieser Stelle den Fuß in unterschiedliche Abschnitte zu gliedern (bezogen wird sich in diesem Zusammenhang auf die rechte Abbildung):

  • Oft hört man: „Von hinten nach vorne abrollen“. Aber entspricht das wirklich einem fußfreundlichen Laufen? Betrachtet man den Aufbau des Fußes, fällt gleich auf, dass der hintere Teil des Fußes größtenteils aus dem Fersenbein besteht. Hierbei handelt es sich um einen der sieben Fußwurzelknochen – hartes und unbewegliches Gebilde. Der Fußballen kann aus anatomischer Sichtweise nicht die Bewegung und das menschliche Körpergewicht abfedern – was dem Appell, von hinten nach vorne aufzutreten, widerstrebt. 
  • Betracht man hingegen den Mittelfuß fällt auf, dass die knöchernen Strukturen weniger dicht aneinander liegen und miteinander verwurzelt sind. Das bedeutet, dass der Fuß vielmehr die Möglichkeit hat, sich auszudehnen und zu bewegen. Demnach ist es ratsam den Fuß mittig aufzusetzen.
  • Der Dritte und letzte Teil des Fußes besteht aus den Zehen. Diese dehnen sich während des Laufens aus. Diese Bewegung wird jedoch meist durch zu schmale Schuhe verhindert. Der Fuß wird in seiner natürlichen Bewegung beschränkt.
Aufbau des Fußes | Pflegewelt von AXA
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Die vernachlässigte Fußmuskulatur

Schon von Kind an werden wir an Schuhe gewöhnt. Die Folge: Ein erhebliches Fußleiden, verursacht durch das Tragen von falschen Schuhen. Einige der daraus resultierenden Folgen sind: Plattfüße, labile Sprunggelenke, Hühneraugen, Fersensporen, Ballenzehen sowie der Hallux Valgus. Verursacht wird dies durch schwache und unbewegliche Füße, deren Bänder, Knochen, Muskeln und Gelenke nicht mehr allzu stark belastbar sind. Auf diese Weise entstehen auch schnell Verletzungen in Situation wie: beim Stolpern über eine Wurzel, das ungünstige Treten in ein Loch, schnelles Laufen und das Umknicken an einer Bordsteinkante. Diese zu niedrig angesiedelte Belastbarkeit führt langfristig zu einer degenerierten Muskulatur und einem schwachen Band-Apparat. Auch die vom Fuß wahrgenommenen Sinnesreize werden negativ beeinflusst.

Aber was genau führt zur Unterforderung?

1. Eine mangelnde Bewegung im Alltag, die unseren Füßen generell nur wenig Arbeit abverlangt.

2.
Natürliche Bewegungen – wie das Abfedern während des Laufens – werden von Schuhen mit gedämpften Sohlen übernommen. Natürliche Aufgaben werden dem Fuß entzogen.

3.
Auch die Sinne werden dem Fuß genommen. Das Spüren von unterschiedlichen Untergründen, Strukturen und auch Unebenheiten, wird durch dicke unbewegliche Sohlen verhindert.

4.
Starre, feste und unbewegliche Schuhe und unflexiblen Sohlen verhindern, dass der Fuß seinen natürlichen Bewegungsabläufen nachkommen kann. Muskeln, Bänder und Gelenke werden instabil und verlieren an Kraft.

6. Schuhformen sind heutzutage alles andere als fußfreundlich. Tritt man mit dem Fuß auf den Boden auf, lässt sich beobachten, dass der Mittelfuß sowie die Zehen sich zur Seite hin ausdehnen. Kein Wunder, dass der Fuß in seiner natürlichen Form nicht in schmale, spitz zusammenlaufende oder Schuhe mit Absätzen reinpasst. Er wird gequetscht, gestaucht und in eine unnatürliche Haltung gebracht. Die Schwerpunktverlagerung sowie die Gelenkstellung sind betroffen.

7.
Auch das Sprunggelenk wird auf lange Sicht beeinflusst. In den meisten Schuhen ist ein Absatz eingebaut, der die Ferse um etwa 10-20° anhebt. Dies führt irgendwann zu einer verkürzten Wadenmuskulatur. Darüber hinaus kann es auch zu einer Unbeweglichkeit im Sprunggelenk kommen. Die Beugefähigkeit wird genau um diese 10-20° eingeschränkt.

Experten Interview

Was sagt Eva Böhner zum Thema Fußgesundheit

„In meiner Arbeit als Fitnesstrainerin und Betreiberin meines Sportclubs amica mea konnte ich in der Vergangenheit unterschiedlichste Fußprobleme meiner Klientinnen kennen lernen – oft sehr komplex und mit den unterschiedlichsten Symptomen.“

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