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Impfungen

Impfungen sind zu einem umstrittenen Thema geworden. Wann ist es wirklich wichtig, durch den Schutz einer Impfung vorzubeugen?

Ein kurzer PiKs mit großer Wirkung

Vorbeugen gegen Infektionskrankheiten

Impfungen sollen vor Infektionskrankheiten schützen. Nicht gegen alle Erreger gibt es Impfungen, es wird jedoch kontinuierlich an neuen Stoffen geforscht. Manche Impfungen können inzwischen sogar helfen, Krebs vorzubeugen. Denn sie verhindern bestimmte chronische Infektionen, die das Risiko für gewisse Krebserkrankungen erhöhen. So hilft zum Beispiel die Impfung junger Frauen gegen Formen des Humanen Papillom-Virus das Risiko für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs zu verringern.

Primär dienen Impfungen jedoch der Vermeidung und der Ausbreitung von Infektions­krankheiten wie Kinderlähmung oder Keuchhusten. Trotz des belegten Nutzens von Schutzimpfungen gibt es auch Impf-Skeptiker. Diese vertreten die Meinung, dass Impfungen nicht nur nutzen, sondern auch häufig gesundheitliche Schäden anrichten würden. Diese Zweifel können nicht mit wissenschaftlichen Studien belegt werden. Es gibt jedoch zahlreiche Erfahrungen und Studien, die die gute Wirksamkeit von anerkannten Impfstoffen bestätigen.

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Impfungen in der Diskussion
Eine Impfung ist inzwischen für viele Menschen eine persönliche Entscheidung geworden. Die Meinungen spalten sich bei diesem Thema. So gibt es heutzutage, neben vielen Fürsprechen, einige Menschen, die gegen das Impfen sind.

Wie funktioniert eine Impfung?

Aktive Immunisierung

Einen Schutz vor Infektionskrankheiten erreicht man durch eine sogenannte Aktiv-Impfung. Hierbei wird das Abwehrsystem des Menschen dazu befähigt, bei Kontakt mit einem bestimmten Krankheitserreger, diesen schnell und effektiv zu bekämpfen. Dadurch kommt es zu keiner Erkrankung. Damit dies geschieht, werden mit dem Impfstoff abgeschwächte, aber noch lebende Krankheitserreger (Lebendimpfstoff) verabreicht. Dies geschieht in der Regel durch eine Spritze in einen Muskel des Oberarms.

Das Abwehrsystem des Körpers erkennt spezifische Strukturen des Erregers und reagiert darauf mit der vermehrten Bildung von bestimmten Abwehrzellen. Kommt es später zu einer Infektion mit dem Erreger, gegen den geimpft wurde, greift das Abwehrsystem auf sein „Gedächtnis“ und die bereits gebildeten Abwehrzellen zurück. So verhindert es bei Kontakt mit dem Erreger ein Ausbrechen der Erkrankung.Neben der Impfung mit Lebendimpfstoffen besteht auch die Möglichkeit, den gleichen Mechanismus durch die Gabe von abgetöteten Erregern und ihren Bestandteilen zu aktivieren. Die Wirkung ist letztlich die gleiche.

Passive Immunisierung

War eine Person einem Krankheitserreger ausgesetzt, gegen den sie bisher nicht geimpft war, kann man eine passive Immunisierung nutzen, um den Ausbruch der Krankheit zu verhindern. Hierbei werden dem Körper direkt spezifische Antikörper verabreicht. Bei Antikörpern handelt es sich um Strukturen, die dem Körper helfen, den Erreger zu identifizieren und zu bekämpfen. So lässt sich ein Ausbruch der Infektion verhindern. Im Gegensatz zur aktiven Immunisierung handelt es sich bei der passiven Immunisierung nur um eine Sofortmaßnahme in Notfällen, wenn eine große Infektionsgefahr besteht. Der Nachteil einer solchen Immunisierung ist unter anderem, dass der Schutz nur etwa zwei Wochen lang besteht und danach eine erneute Infektion möglich ist. 

Insgesamt gilt: Auch Impfungen verhindern eine Infektion mit dem betreffenden Erreger nicht in jedem Fall. Es besteht allerdings eine sehr hohe, bestätigte Wirksamkeit. Manche Stoffe jedoch können nur die Schwere des Verlaufs einer Infektion oder mögliche Folgeschäden durch die Infektion verringern. Die Erkrankung selbst wird aber nicht verhindert.

Wann benötigt man eine Impfung?

Gegen welche Erreger kann und sollte geimpft werden?

Impfungen können heutzutage sowohl vor viralen als auch vor bakteriellen Krankheiten schützen. Eine Auflistung der Erreger, gegen die geimpft werden kann und die damit verbundenen Krankheitssymptome bietet beispielsweise die Weltgesundheitsorganisation an. Je nach Alter werden in Deutschland verschiedene Standardimpfungen von der Ständigen Impfkommission (STIKO) des Robert Koch Instituts bzw. vom Bundesministerium für Gesundheit empfohlen.
Säuglinge, Kinder und Jugendliche sollten standardmäßig geimpft werden gegen:

  • Diphterie (Erreger von Atemwegsinfekten)

  • Tetanus (Wundstarrkrampf)

  • Poliomyelitis (Kinderlähmung)

  • Haemophilus influenzae Typ B (Hib)-Infektion (Risiko u.a.: Hirnhautentzündung)

  • Pertussis (Keuchhusten)

  • Hepatitis B (Entzündung der Leber)

  • Masern, Mumps, Röteln (MMR)

  • Varizellen (Windpocken)

  • Pneumokokken-Infektion (Lungentzündungs-Erreger)

  • Meningokokken-Infektion (Hirnhautentzündung)

  • HPV (Humanes Papillom-Virus; für junge Frauen)

  • Rotaviren (Magen-Darm-Erkrankungen)

Wann gegen welche Erreger wie geimpft werden sollte, kann dem Impfkalender entnommen werden. Bei manchen Impfungen ist es nötig, nach ein paar Wochen erneut zu impfen. Einige Impfstoffe werden auch gemeinsam verabreicht, so zum Beispiel die Stoffe gegen Mumps, Masern und Röteln. Insgesamt müssen bei einigen Impfstoffen nach der ersten Grundimmunisierung im Abstand von mehreren Jahren Auffrischungsimpfungen durchgeführt werden, um den Impfschutz vollständig zu erhalten.

Erwachsene sollten, sofern sie in ihrer Kindheit vollständig geimpft wurden, folgende Auffrischungsimpfungen wahrnehmen:
 

  • Auffrischung gegen Diphtherie und Wundstarrkrampf (alle 10 Jahre empfohlen, die nächste fällige Impfung als Kombinationsimpfung mit Keuchhusten -       

  • Masern (ungeimpfte bzw. nur einmal geimpfte nach 1970 geborene Personen)

  • Für Menschen, die in Gebieten leben, in denen das Virus der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) verbreitet ist (v.a. in Süddeutschland), empfiehlt sich zusätzlich eine FMSE-Schutzimpfung

Zusätzlich für Menschen ab 60 Jahren:

  • Influenza (Grippevirus)

  • Pneumokokken-Infektion (potentieller Erreger von Lungentzündung)

Wo ist denn bloß der Impfausweis?

Ihr Impfausweis ist für Ihren Arzt notwendig, um einen Überblick über bereits erfolgte und noch anstehende Impfungen zu bekommen. Auch für Sie ist er eine gute Erinnerung daran, regelmäßig auf die Vollständigkeit Ihres Impfschutzes zu achten. Wissen Sie wo Sie Ihren Impfpass aufbewahren? Nutzen Sie die Gelegenheit, ihn zu suchen und Ihren Impfstatus zu überprüfen.

Welche Risiken sind mit einer Impfung verbunden?

Komplikationen und Nebenwirkungen von Impfungen

Nach einer Impfung kann es kurzzeitig zu Impfreaktionen wie lokalen Rötungen, Schmerzen oder Schwellungen der Injektionsstelle kommen. Manche Betroffene berichten auch von Kopf- oder Muskelschmerzen. Besonders interessant ist: Patienten, die lediglich ein Placebo (keine tatsächliche Impfung) erhielten, klagten über die gleichen Symptome.

Weitaus relevanter und schwerwiegender sind mögliche Komplikationen im Rahmen einer Impfung. Schwere Impfkomplikationen sind zum Beispiel allergische Reaktionen oder eine milde Verlaufsform der Krankheit gegen die geimpft wurde. In vielen Fällen von Impfkomplikationen kann im Nachhinein jedoch nicht eindeutig ein alleiniger Zusammenhang zwischen Symptomen und Beschwerden und der Impfung an sich festgestellt werden. Schwerwiegende Impffolgen sind also statistisch als sehr selten einzuordnen.

Impferfolge: Die Ausrottung von Pockenepidemien

Manche Impfprogramme sind weltweit so erfolgreich, dass sie sich selbst quasi überflüssig machen. So wurde durch ein konsequentes Vorgehen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erreicht, dass die Welt seit 1980 als pockenfrei gilt. Der letzte Fall einer Pockenerkrankung wurde 1977 registriert. Die Pockenimpfung gilt mit ihrem Lebendimpfstoff als nicht ganz ungefährlich. Deshalb wird sie derzeit nicht mehr durchgeführt – es besteht aktuell ja auch keine Notwendigkeit mehr dafür.

Insgesamt gilt: Wer sich nicht impfen lässt, schadet langfristig nicht nur sich selbst. Vor allem Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, Schwangere oder noch nicht geimpfte Kleinkinder können sich durch Erkrankte schnell anstecken. Daher ist ein umfassender Impfschutz nach Auffassung vieler Ärzte und auch der Weltgesundheitsorganisation nicht nur eine individuelle Vorsorge, sondern vielmehr auch eine gesellschaftliche Prävention zum Schutz anderer. Eine gesetzliche Impfpflicht besteht in Deutschland jedoch nicht.

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