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Kosmetik selber machen

Do it yourself liegt im Trend, ganz egal in welchem Bereich. Das Selbermachen von Kosmetik und Pflegeprodukten bietet eine ganze Menge an Vorteilen und nicht zuletzt auch eine gehörige Portion Spaß.

Alles eine Frage der Einstellung

Bewusste Körperpflege

Kosmetik- und Pflegeprodukte haben einen festen Platz in unserem Alltag. Ob die Körperlotion nach der morgendlichen Dusche, die pflegende Gesichtscreme am Abend oder das Handpeeling. Für viele Menschen stellt die Verwendung von Kosmetik einen Wellnessmoment in der täglichen Routine dar.
Wir pflegen bewusst unseren Körper, um unser Wohlbefinden zu steigern und unsere innere Balance zu festigen. Würde es den Wohlfühlfaktor nicht noch einmal steigern, wenn man wüsste, dass genau diese Produkte aus eigener Hand entstanden sind?

Und nicht nur das: viele weitere Gründe liefern einen Ansporn, eigene Pflegeprodukte herzustellen:

  • Do it yourself ist Einstellungssache.
    Dabei zählt nicht nur das Resultat, fast genauso bedeutend ist auch die Herstellung selbst. Für die einen ist es ein schönes Hobby, für die anderen hat das Produzieren von Dingen entspannende oder sogar meditative Wirkung. Und könnte man nicht wunderbar einen Nachmittag zusammen mit Freundinnen damit verbringen, eine eigene Handcreme oder eine erfrischende Gesichtsmaske herzustellen?
  • In Geschäften und Online-Läden wird der Verbraucher mit unzähligen Kosmetik- und Pflegeprodukten konfrontiert. Auf den Verpackungen werden die unterschiedlichsten Inhaltsstoffe angepriesen. Der eine Tiegel verspricht reinere Haut, der Inhalt des anderen Döschens soll Falten vermindern. Fast unmöglich, dabei den Überblick zu behalten.
    Ein Vorteil von selbstgemachter Kosmetik ist, dass man zu 100% selbst entscheiden kann, welche Inhaltsstoffe verwendet werden. Mehr Gewissheit kann man nicht haben.
  • In einer Zeit, in der das Bewusstsein für einen fairen Umgang mit Tieren steigt, ist es leider oft schwierig, nachzuvollziehen, welche Produkte mithilfe von Tierversuchen getestet wurden und welche nicht. Auch die Verwendung von „Bio“- oder „Natur“-Siegeln ist nicht immer gleichbedeutend mit tierversuchsfreien Produkten.
    Die Kosmetik-Eigenproduktion bietet da die sicherste Möglichkeit, auf an Tieren getestete Produkte zu verzichten.
  • Pflegeprodukte sollen unserem Körper Gutes tun.
    Feuchtigkeit spenden und das Hautbild verfeinern sind nur zwei der Aufgaben, die Kosmetika erfüllen sollen. Dabei sind nicht immer alle Inhaltsstoffe gut für unsere Gesundheit. So können zum Beispiel Duftstoffe Hautirritationen oder Allergien auslösen.
    Einigen Stoffen wird sogar eine krebserregende Wirkung nachgesagt. Dazu gehört unter anderem Polyethylenglykol (PEG), welches als Emulgator Verwendung findet.
    PEG macht unsere Haut durchlässiger für Schadstoffe und kann zu Hautirritationen führen. Ethylenoxid, welches ein Bestandteil des PEG ist, ist zudem potentiell krebserregend. Und auch Butylhydroxytoluol (BHT), ein sogenanntes Antioxidans, steht unter Verdacht, krebserregend und der Auslöser für Hautirritationen zu sein. Zu diesen beiden Stoffen gesellen sich noch eine ganze Reihe weiterer Substanzen, die gesundheitsschädlich sind oder deren Auswirkungen auf unseren Körper nicht bekannt sind.

Einfacher als gedacht

Do it yourself – Ist das nicht unheimlich viel Arbeit?

Selbstgemachte Kosmetik, das hört sich erstmal nach einer Menge Aufwand an. Die Bandbreite hinsichtlich der Produkte und auch des Umfangs ist jedoch sehr unterschiedlich. Um ein einfaches Handpeeling herzustellen, braucht es nur wenige Zutaten und es kostet nicht viel Zeit.

Für die Herstellung eines Lippenstiftes benötigt man da schon ausgefallenere Inhaltsstoffe und etwas Zubehör. Bevor man sich allerdings an anspruchsvollere Rezepte wagt, ist es ratsam, sich ein wenig mit dem Thema der Kosmetikproduktion auseinanderzusetzen. So können Sie besser einschätzen, wie sich die Zutaten während der Verarbeitung verhalten und welche Inhaltsstoffe gut zueinander passen.

Vielleicht packt Sie ja die Neugier und Sie probieren eines der Rezepte aus, die wir Ihnen im Folgenden zusammengestellt haben. Einen Versuch ist´s wert.

Wichtiger Hinweis

Je nachdem, welches Rezept Sie sich ausgesucht haben, benötigen Sie mehr oder weniger Zeit, einige ausgewählte Zutaten und etwas Zubehör, um diese zu verarbeiten. Für die meisten Rezepte reichen ein paar Schüsseln, manchmal auch ein Topf, ein Löffel oder ähnliches zum Umrühren und verschiedene Behältnisse zur Aufbewahrung des Endprodukts. Alte Marmeladengläser eignen sich zum Beispiel hervorragend und lassen sich mit etwas Kreativität schnell in hübsche Gefäße verwandeln.

Die benötigten Inhaltsstoffe unterscheiden sich natürlich von Rezept zu Rezept. In der Welt der Kosmetikproduktion spricht man dabei von Rohstoffen. Durch die Wahl der richtigen Rohstoffe in der richtigen Menge können die Konsistenz und die pflegenden Eigenschaften des Resultats bestimmt werden. Auf welche Rohstoffe die Wahl fällt, hängt auch davon ab, welche Ansprüche man an seine Kosmetik stellt. Worauf legen Sie Wert? Möchten Sie auf synthetisch hergestellte Stoffe verzichten? Oder ausschließlich Rohstoffe in Bioqualität verwenden? Oder möchten Sie Kosmetik mit besonderer Farbgebung herstellen? Fast alles ist möglich, wenn Sie selbst über die Zusammensetzung entscheiden.

Hier finden Sie eine Übersicht über die wichtigsten Rohstoffe:

Öle und Fette

Zum einen wären da die Öle und Fette. Sie werden als pflegende, feuchtigkeitsspendende Bestandteile in Kosmetikprodukten verwendet. Gewonnen werden sie meist aus Pflanzenbestandteilen, dementsprechend gibt es eine große Auswahl verschiedener Öle und Fette mit unterschiedlichen Eigenschaften. So ist z.B. das Jojobaöl ein beliebtes Öl, welches gerne für Kosmetika verwendet wird. Es spendet Feuchtigkeit und wirkt glättend und beruhigend auf die Haut.

Die derzeit sehr beliebte Sheabutter wird aus der Frucht des Karitébaumes gewonnen. Sie ist sehr reichhaltig, wirkt rückfettend und wiederum glättend und beruhigend. Des Weiteren wird häufig Rizinusöl verwendet. Neben den hautpflegenden Eigenschaften verleiht das Rizinusöl Glanz und wird deswegen gerne in Lippenstiften verwendet.

Pflanzenextrakte

Unterschiedlichste Pflanzenextrakte können bei der Herstellung Ihrer Kosmetik hinzugefügt werden. So kann zum Beispiel Aloe-Vera-Gel verarbeitet werden, um Ihrem Produkt besonders pflegende Kraft zu verleihen. Oder Sie nutzen Grüntee-Extrakt. In grünem Tee sind Stoffe enthalten, denen regenerierende Wirkung nachgesagt wird und die das Hautbild verbessern sollen. Die Auswahl ist riesig: Granatapfelsamen, Arnika-, Hamamelis- oder Roßkastanienextrakt machen nur einen kleinen Anteil der verfügbaren Extrakte aus. Sie haben die Wahl!

Emulgatoren

Emulgatoren helfen, Stoffe miteinander zu verbinden, die sich normalerweise nicht mischen lassen, wie z.B. Wasser und Öl.
In Kosmetika bewirken sie, dass sich keine einzelnen Schichten absetzen. Tegomuls ist ein pflanzlicher Emulgator, der gerne zur Herstellung von Pflegeprodukten genutzt wird. Tegomuls sorgt für eine leichte Verbindung der einzelnen Inhaltsstoffe, die schnell in die Haut einziehen kann. Das sogenannte Lysolecithin fällt bei der Gewinnung von Sojaöl an.
Produkte, in denen Lysolecithin verwendet wurde, zeichnen sich durch ein leichtes Gefühl auf der Haut aus, es bleibt kein fettiger Film zurück.

Parfüm

Möchte man seiner Kosmetik eine besondere Duftnote verleihen, so kann man ätherische Öle oder Parfümöl hinzufügen. Egal ob fruchtig, blumig oder herb, suchen Sie sich Ihren Lieblingsduft aus.

Konsistenzgeber

Die Konsistenzgeber sollen, wie der Name schon sagt, Festigkeit verleihen. Sie werden für Kosmetika benötigt, die eine feste Form behalten sollen, wie z.B. Lippenstifte. Hier kann unter anderem Bienenwachs verwendet werden.

Farbpigmente

Einige Kosmetika, wie Lippenstifte oder Lidschatten, kommen ohne Farbe nicht aus. Dazu werden Farbpigmente während der Herstellung beigemischt. Fast die komplette Farbpalette ist erhältlich, zudem kann zwischen matten und schimmernden Pigmenten ausgewählt werden.

Besondere Wirkstoffe

Einen Extra-Kick erhält Ihre Kosmetik durch die Verwendung von Wirkstoffen. Fügt man z.B. Vitamin E zu einer Creme hinzu, so verbessert dies die glättende Wirkung und hilft, Zellschäden zu reparieren. Hyaluronsäure wiederum wirkt besonders glättend und befeuchtend.

Wo bekommt man die benötigten Rohstoffe her?

Vieles ist in Drogeriemärkten oder im Reformhaus erhältlich. Speziellere Sachen lassen sich bequem online bestellen. Aber nicht alle Inhaltsstoffe müssen gekauft werden, es können z.B. auch Kräuter- oder Blütenbestandteile aus dem eigenen Garten, und je nach Saison, auch Obst oder Gemüse verwendet werden, wie z.B. in der Apfel-Peelingmaske, die wir Ihnen weiter unten vorstellen.

Rezepte

Was brauche ich dafür


Prinzipiell können fast alle Arten von Kosmetik- und Pflegeprodukten, die im Handel erhältlich sind, auch daheim hergestellt werden. Je nachdem, wie viel Aufwand, Zeit und Geld man investieren möchte, sollte man sich das passende Do it yourself-Projekt aussuchen.
Hier möchten wir Ihnen gerne zwei einfache (*) und zwei anspruchsvollere (**) Rezepte vorstellen:

Bitte beachten Sie

Wir möchten darauf aufmerksam machen, dass es sich bei unseren Tipps und Hinweisen um Empfehlungen für Erwachsenkosmetik handelt. Zwar sind die von uns genannten Rohstoffe prinzipiell nicht gesundheitsschädlich, doch ist Kinder- und gerade Neugeborenenhaut besonders empfindlich. Ein weiteres Risiko stellt das Verschlucken von Verpackungsmaterial oder der Kosmetikprodukte selber dar, welches ernsthafte gesundheitliche Folgen haben kann.

Apfel-Peelingmaske *

Sie benötigen:

  • 1 Apfel
  • 2 Teelöffel Honig
  • 2 Teelöffel Meersalz

Den Apfel waschen, schälen und raspeln. In einer Schüssel mit dem Honig und Meersalz gründlich mischen. Das Ergebnis auf das zuvor gereinigte Gesicht auftragen und nach Belieben mit sanften Bewegungen einmassieren. Nach 15 Minuten mit lauwarmem Wasser gründlich abwaschen.

Bei dieser Maske zeigt wirklich jede Zutat Wirkung. Das Meersalz befreit das Gesicht von abgestorbenen Bestandteilen und Apfel und Honig helfen gegen Hautunreinheiten.

Meersalz-Peeling *

Sie benötigen:

  • 4 Esslöffel Meersalz
  • 1 Esslöffel Olivenöl
  • 1 kleines Stück Ingwer

Meersalz und Olivenöl in einer Schüssel gründlich vermischen. Ist die Masse zu trocken, einfach etwas mehr Olivenöl hinzufügen. Umgekehrt einfach noch etwas Meersalz hinzufügen, falls das Peeling zu matschig erscheint. Nun die Ingwerwurzel schälen, fein zerreiben und unter das Öl-Salz-Gemisch rühren. Kleiner Tipp: Sie können auch anstelle von Ingwer die Schale einer Zitrone oder Orange abreiben und unter das Peeling mischen. Achten Sie hierbei bitte darauf, dass Sie Früchte in Bio-Qualität verwenden.

Das Peeling eignet sich wunderbar zur Anwendung am Körper und den Händen. Einfach unter der Dusche oder nach dem Händewaschen mit sanften Bewegungen verreiben und gründlich abwaschen. Das Salz entfernt abgestorbene Hautpartikel, das Olivenöl pflegt die Haut und der Ingwer verleiht ein angenehmes Frischegefühl.

Feste Handcreme **

Sie benötigen:

  • 24g Kakaobutter
  • 12g Bienenwachs
  • 6g  Jojobaöl
  • 12g Sheabutter
  • kleine Förmchen

Die Zutaten möglichst genau abwiegen und zusammen über einem Wasserbad erhitzen. Unter gelegentlichem Umrühren die Zutaten schmelzen lassen und vermischen. Alles in kleine Formen gießen (z.B. Silikonförmchen für Pralinen) und abkühlen lassen. Fertig ist die feste Handcreme. Das Rezept ergibt eine relativ kleine Menge Handcreme, da die Haltbarkeit begrenzt ist.

Aber sie ist sehr reichhaltig. Das besondere ist, dass sie durch das Bienenwachs und die Kakaobutter bei Zimmertemperatur die feste Form behält. Durch die Wärme der Hände lösen sich Bestandteile ab und entfalten ihre pflegende Wirkung auf der Haut.

Lipgloss **

Sie benötigen:

  • 4g Lanolin
  • 3g Jojobaöl
  • 0,1g Ceralan
  • 1-2g Perlglanzpigment
  • 1 Tropfen Vitamin E

Lanolin, Jojobaöl und Ceralan miteinander in einem Topf vorsichtig verschmelzen, dann Vitamin E und Perlglanzpigment hinzufügen. Je nach Geschmack kann auch noch ein Tropfen Lebensmittelaroma hinzugefügt werden. Den fertigen Lipgloss in ein leeres Lipgloss-Gefäß abfüllen.

Der DIY-Lipgloss hat durch das Jojobaöl pflegende Eigenschaften und verleiht Ihren Lippen einen strahlenden Glanz.

Das sollten Sie beachten

Die Sache mit der Haltbarkeit

Möchte man seine Kosmetikprodukte länger haltbar machen, so sollte man mit Konservierungsstoffen arbeiten. Zum einen kann man synthetische Konservierungsmittel, wie z.B. Paraben K, verwenden, zum anderen gibt es auch natürliche Stoffe, die die Haltbarkeit verlängern. Dazu gehören unter anderem Biokons und Grapefruitkernextrakt.

Bei der Herstellung der Produkte sollten Sie immer auf Sauberkeit und Hygiene achten, da sonst bereits bei der Produktion Keime in die Kosmetika gelangen. Waschen Sie also gründlich Ihre Hände, bevor Sie loslegen und reinigen Sie auch die Arbeitsfläche. Das Zubehör können Sie vor Beginn mit kochendem Wasser übergießen. So sollte dem Do it yourself-Vergnügen nichts mehr im Wege stehen.

Ein letzter Hinweis

Vergewissern Sie sich bei der Herstellung von Kosmetikprodukten immer, dass sie keine Unverträglichkeiten oder Allergien gegen die verwendeten Inhaltsstoffe haben. Alle Informationen und Ratschläge haben wir sorgfältig recherchiert, sie entbinden jedoch nicht von der eigenen Sorgfaltspflicht. Der Leser ist für eigene Entscheidungen im Hinblick auf Anregungen dieses Textes jederzeit selbst verantwortlich. Alle Angaben hier erfolgen ohne jegliche Gewährleistung seitens Autor und Redaktion, die in keinem Fall für mögliche Schäden oder Nachteile bezüglich gegebener Hinweise, Informationen oder Ratschläge haften.

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