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Adipositas bei Kindern

Bereits Erwachsenen fällt eine Diät alles andere als leicht. Um so schwerer ist es für Kinder. Überall lauern süße, schmackhafte Verlockungen. Motivieren Sie ihr Kind daher umso mehr und zeigen Sie ihm, dass auch gesunde Lebensmittel lecker schmecken.

Welche Kinder bedürfen überhaupt einer Behandlung?

Adipositas sollt in jedem Fall behandelt werden!

Methoden, um Übergewicht vorzubeugen, werden in vielen wissenschaftlichen Arbeiten behandelt. Das Interesse an diesem Thema ist schnell erklärt: die Häufigkeit von Folgeerkrankungen durch Übergewicht nimmt unabhängig vom Alter der beobachteten Bevölkerungsgruppe stark zu und damit entsprechende Kosten für das Gesundheitssystem.

Dass die Prävention von Übergewicht im Kindesalter besondere Aufmerksamkeit erfährt, ist somit folgerichtig. Je früher Vorbeugung ansetzt, desto größer scheint ihre Auswirkung auf lange Sicht. Doch so sehr mögliche Ansätze zur Intervention im Kindesalter im Fokus des wissenschaftlichen Interesses stehen – bislang lässt sich nicht abschließend belegen, welche Form von Prävention die wirksamste ist. Ein Grund dafür ist, dass sich viele Faktoren nicht gut untersuchen und beeinflussen lassen.

Bessere Aufklärung und mehr Bewegung: die Veränderung aktiv angehen!

Einige Erkenntnisse zeichnen sich dennoch ab oder werden zumindest von anerkannten Experten empfohlen. So sollte die Vorbeugung von Übergewicht im Kindesalter auf zwei Pfeilern basieren: Aufklärung der Kinder und vor allem auch ihrer Eltern über eine gesunde Ernährungsweise und die Integration von mehr Bewegung in den Alltag des Kindes.

Langfristig sollte zudem in eine „bewegungsfreundlichere“ Umgebung für Kinder investiert werden, z. B. in Form von mehr öffentlich zugänglichen Spielplätzen. Aber auch der Preis und die Verfügbarkeit von gesunder Nahrung ist ein wichtiger Faktor, der politisch beeinflusst und somit präventiv wirksam werden kann. Zudem wird auch ein Verbot von an Kinder gerichtete Werbung für Süßigkeiten diskutiert. All diese Aspekte liegen jedoch in der Verantwortung von Politik und Öffentlichkeit.

Viel wichtiger für den Alltag sollten jedoch die Dinge sein, die man selbst zusammen mit seinem Kind für ein gesundes Leben und einen aktiven Alltag verändern kann. Egal in welchem Lebensalter: Übergewicht und seine Folgen sind beeinflussbar! Einige Verhaltenstipps und vorbeugende Maßnahmen für eine gesunde Kindesernährung haben wir für Sie unter unseren Empfehlungen zusammengefasst.

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Wir bieten Ihnen zahlreiche Informationen und Tipps zum Einstieg in eine gesündere Ernährung. Lesen Sie im Plus von AXA, was überhaupt „gesund“ ist.

Haben Sie schon einmal etwas von Bouldern gehört? Ist Ihnen Futsal ein Begriff? Wir haben zu den bei Jugendlichen angesagtesten Trendsportarten recherchiert – und diese machen Lust auf Bewegung!

Und jetzt?…

Was tun bei Übergewicht?

Viele Eltern fühlen sich im Umgang mit dem Übergewicht des eigenen Kindes überfordert. Sei es, weil sie selbst zu dick sind, oder weil sie einfach nicht wissen, wie sie ihrem Kind beim Abnehmen helfen können.

Sollte ein Kind auf Diät gesetzt werden? Die Antwort lautet „Jein“. Eine Diät im Sinne einer gesunden Ernährungsumstellung ist zu empfehlen. Diätformen, die mit strikter Einschränkung und übermäßigem Verzicht einhergehen, sollten vermieden werden. Wichtig ist es, dem Kind das Gefühl zu geben, dass es mit seinem Problem nicht alleine gelassen wird. Umstellungen der Ernährung oder eine Veränderung zu mehr Sport und Bewegung sollten im Idealfall von der ganzen Familie mit umgesetzt werden.

Was die Ernährung angeht, sollten die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung berücksichtigt werden. Diese enthalten Informationen dazu, wie sich die Nahrung am besten zusammensetzen sollte und auch praktische Tipps beispielsweise für die Ernährung in der Schule.

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Gut geeignet für einen Einstieg in mehr Bewegung ist zum Beispiel das Radfahren. Es ist kostengünstig und leicht verfügbar und eignet sich als Programm für die gesamte Familie. Erfahren Sie mehr über das Thema Radfahren:

Worauf Sie achten sollten

…damit Ihr Kind erfolgreich abnimmt

Folgendes sollten vor allem Heranwachsende beachten, wenn sie erfolgreich abnehmen wollen:

  • Ein vollständiger Verzicht auf Pommes, Döner oder andere ungesunde Lebensmittel ist schwer durchzuhalten und auch nicht strikt notwendig. Das ein oder andere Mal ist es durchaus in Ordnung, auch solche Nahrungsmittel zu essen. Immer sollte jedoch gelten: in Maßen statt in Massen und strikt begrenzt auf beispielsweise einmal in der Woche oder im Monat.

  • Der Weg zur Schule kann genutzt werden, um sich mehr zu bewegen. Warum nicht mal mit dem Rad fahren oder zu Fuß gehen, statt mit dem Bus zu fahren?

  • Viele Jugendliche nehmen über Softdrinks oder auch Alkohol große Mengen an Kalorien zu sich. Ein Blick auf die Inhaltsstoffe, insbesondere auf den Zuckergehalt und Energiegehalt, lohnt sich. Fruchtsäfte enthalten ebenfalls viel Zucker und sind daher mit Vorsicht zu genießen. Mit Süßstoff statt mit Zucker versetzte Getränke sind ebenfalls nur bedingt geeignet, da sie Heißhunger provozieren können.

  • Die Diät sollte realistische Ziele anstreben. Die von vielen Models und Prominenten verkörperte Schlankheit ist nur bedingt erstrebenswert. Man sollte darauf Acht geben, dass man keinem falschen Körperideal hinterherläuft.

  • Statt kurzfristig sättigenden Kohlehydraten, wie sie in Süßigkeiten in Form von Zucker, aber auch in Weißmehlprodukten vorliegen, sollten vermehrt länger sättigende und ballaststoffreichere Produkte aus Vollkornmehl oder auch Hülsenfrüchte wie Erbsen und Linsen gegessen werden.

Weitere nützliche Hinweise zum Thema Ernährung und Bewegung haben wir für Sie unter „Empfehlungen & Tipps“ zusammengefasst.

Die drei besten Behandlungsmethoden

Welche Kinder bedürfen einer Behandlung?

Grundsätzlich sollte jedem adipösen Kind die Möglichkeit zur Behandlung geboten werden, gerade unter Berücksichtigung der Vielzahl von möglichen Folgeschäden. Ist das Übergewicht stark ausgeprägt oder liegen bereits körperliche Beschwerden vor, sollte auf jeden Fall eine Behandlung erfolgen. Um Folgeerkrankungen und mögliche Ursachen des Übergewichts abzuklären, sollten Sie mit Ihrem Kind den Kinder-/Jugendarzt aufsuchen.

Ziele der Behandlung sind eine Gewichtsreduktion und Verbesserung der körperlichen Gesundheit. Hierfür sollen Ess- und Bewegungsgewohnheiten langfristig umgestellt werden, damit sich das Kind bestmöglich entwickeln kann.

Die Behandlung von adipösen Kindern und Jugendlichen basiert ähnlich wie die Erwachsener auf drei Säulen:

  • Ernährungstherapie (Umstellung der Ernährungsgewohnheiten)

  • Bewegungstherapie (Vermehrte körperliche Aktivität)

  • Verhaltenstherapie (Verhaltensänderungen und Schulungen)

Der wohl wichtigste Faktor ist der Wunsch und die Motivation zur Veränderung seitens des Kindes. Wichtig ist ebenfalls, gerade bei jüngeren Betroffenen, eine intensive Miteinbeziehung der Eltern. Es gilt: Je früher interveniert wird, desto bessere Effekte lassen sich beobachten.

Ernährungstherapie

Im Rahmen der Ernährungstherapie wird der Familie das Modell der „optimierten Mischkost“ nahegebracht. Diese vereint die wesentlichen Aspekte der Ernährungspyramide. So sollen Getränke wie Wasser oder ungesüßter Tee sowie pflanzliche Produkte reichlich, tierische Lebensmittel (vorzugsweise fettarm) mäßig und stark Fett- und Zuckerhaltiges sparsam konsumiert werden. Ein kompletter Verzicht auf Zucker ist aus psychologischen Gründen nicht anzuraten. Vielmehr sollten die Kinder wieder lernen, auch weniger zuckerhaltige Speisen oder Obst als durchaus auch süß wahrzunehmen. Den Hauptteil der Ernährung sollten nährstoffreiche Lebensmittel, also Lebensmittel, die viele Vitamine oder Mineralstoffe enthalten, ausmachen. Die Ernährungstherapie beinhaltet zusätzlich die Einführung eines regelmäßigen Mahlzeitenrhythmus, bestehend aus drei Hauptmahlzeiten und maximal zwei Zwischenmahlzeiten. Dies soll unkontrolliertes „Snacken“ zwischendurch verhindern.

Bewegungs- und Verhaltenstherapie

Die zweite Säule der Behandlung stellt die Bewegungstherapie dar. Diese hat zum Ziel, die Inaktivität des Kindes zu reduzieren und es zu mehr körperlicher Aktivität zu motivieren. Dies sollte nach Möglichkeit in Gruppen erfolgen, da hier die Chance zur gegenseitigen Motivation durch andere, ebenfalls übergewichtige Kinder gegeben ist. Das Bewegungsangebot sollte sich immer nach den körperlichen Möglichkeiten des Kindes richten.

Verhaltenstherapie

Verhaltenstherapeutische Konzepte stellen einen wichtigen Aspekt einer erfolgreichen Adipositastherapie dar. Sie helfen, die erlernten Veränderungen im Ess- und Bewegungsverhalten zu strukturieren, zu organisieren und sie vor allem auch langfristig aufrecht zu erhalten. Zudem können diese Ansätze helfen, das Körpergewicht zu reduzieren, das Selbstbild zu verbessern und mehr Selbstbewusstsein auszubilden.

Die richtige Behandlung für Ihr Kind

Ambulante oder stationäre Behandlung?

Eine Adipositasbehandlung sollte langfristig und nach Möglichkeit ambulant stattfinden. Die ambulante Durchführung kann helfen, die Veränderungen direkt im Alltag anzuwenden und vermeidet gerade bei kleineren Kindern eine ungewöhnlich lange Trennung von Zuhause. Gerade bei manchen älteren Kindern kann es jedoch ratsam sein, eine mehrere Wochen dauernde stationäre Therapie vorzuziehen. Diese bietet den Vorteil, dass im stationären Umfeld meist schnellere Erfolge in Puncto Gewichtsverlust erreicht werden, was zu einer höheren Motivation des Patienten führt. Zudem können in diesem Rahmen neue Verhaltensweisen intensiver und kontrollierter eingeübt werden. Gerade bei Jugendlichen kann eine kurzfristige Trennung vom Elternhaus einen besseren Behandlungserfolg durch höhere Motivation bringen.

Wichtig ist eine an einen stationären Aufenthalt anschließende ambulante Weiterbetreuung, da sonst die erreichten Erfolge oft nur von kurzer Dauer sind. Verschiedene Patientenschulungsprogramme dienen dazu, die einzelnen Aspekte der Behandlung zu vermitteln. In diesem Rahmen lernen die Betroffenen in einer Gruppe von Gleichaltrigen, oder in Anwesenheit der Eltern, was es zu beachten gilt. Die Seiten der Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kindes- und Jugendalter bieten Ihnen einen Überblick über anerkannte ambulante und stationäre Therapieeinrichtungen in Deutschland.

Weitere Krankheitsbilder

Diabetes mellitus

Zuviel Zucker im Blut - Wenn der Körper seinen Insulinhaushalt nicht mehr regeln kann.

Herzinsuffizienz

Wenn das Herz den Körper nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt.

Schlaganfall

Plötzlich steuert das Gehirn das zentrale Nervensystem nicht mehr.

Tinnitus

Rund ein Viertel der Bevölkerung hatte schon mal das „Klingeln im Ohr“.

Depressionen im Alter

Gründe für einen Rückzug gibt es viele, daher werden Depressionen im Alter häufig nicht ernst genommen und stark unterschätzt.

Bluthochdruck

Falsche Lebensgewohnheiten, Stress und eine ungesunde Ernährung erhöhen das Risiko an Bluthochdruck zu erkranken.

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