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Adipositas


Verschiedene Ursachen können zur Entstehung einer Adipositas beitragen. Zudem lassen sich unterschiedliche Ausprägungen einteilen.
Wie unterscheiden sich die einzelnen Formen?

Erhötes Risiko erkennen

Vermehrung des Körperfetts​

Adipositas bedeutet eine über das Normalmaß hinausgehende Vermehrung des Körperfetts. Beurteilt wird dies anhand des sogenannten Körpermasseindexes (Body Mass Index, kurz BMI). Dieser berechnet sich aus dem Körpergewicht in kg geteilt durch die Körpergröße (in Metern) zum Quadrat. Die hieraus berechneten Werte (in kg/m²) werden von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wie folgt eingeteilt:

  • Werte von 18,5 und weniger gelten als Untergewicht.
  • Werte von 18,5 bis 25 geben das Normalgewicht an.
  • Ab einem BMI von  25  spricht man von Übergewicht (Präadipositas).
  • Werte von 30 bis 35 entsprechen Adipositas Grad I.
  • Werte von 31 bis 40 - bedeuten Adipositas Grad II.
  • Alle darüber liegende Werte, also Werte von 41 und größer, entsprechen Adipositas Grad III.

Der BMI allein erfasst jedoch nur das Ausmaß des Übergewichts. Will man gesundheitliche Risiken abschätzen, so muss man sich zudem das Fettverteilungsmuster betrachten. Vor allem eine im Bauchraum und rund um die inneren Organe gelegene, sogenannte viszerale, Fettmasse geht mit erhöhten Risiken für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und anderen Komplikationen einher.

Taillenumfang sagt mehr

Mit Hilfe des Taillenumfangs kann das viszerale Fettdepot abgeschätzt werden. Bei Frauen gilt ein Wert von über 80 cm als erhöht (stark erhöht ab 88 cm), bei Männern ab 94 cm (stark erhöht ab 102 cm). Sind die Werte stark erhöht, spricht man von abdominaler Adipositas. Um die Gefahr von Folgeerkrankungen einzuschätzen, bedarf es jedoch mehr als nur dieser Messwerte. Es gilt in jedem Fall, die individuelle Ausgangssituation und eventuell bereits vorliegende Erkrankungen zu berücksichtigen.

Die Ursachen für einen krankhaft erhöhten Körperfettanteil sind vielfältig. Die Entstehung von Adipositas unterliegt vielen Einflüssen: genetische Veranlagung, Stoffwechselstörungen, falsches Essverhalten, soziokulturelle Einflüsse wie Bildung und soziales Umfeld. Es ist in der Regel das Zusammenspiel verschiedener Faktoren, die zum Übergewicht beitragen.

Sekundäre Adipositas

Im Rahmen einiger Erkrankungen kann eine sogenannte sekundäre, also infolge der zugrundeliegenden Krankheit entstehende, Adipositas auftreten. So zum Beispiel bei einer Schilddrüsenunterfunktion. Produziert die Schilddrüse nicht ausreichend Hormone, führt dies zu einer Verringerung des Energieverbrauchs in Ruhe, was eine Gewichtszunahme begünstigen kann. Eine weitere Erkrankung, die häufig mit Adipositas einhergeht, ist das Cushing-Syndrom. Hierbei liegt, je nach Form des Syndroms, eine Überproduktion des Hormons Cortisol in der Nebennierenrinde oder eine längerfristige Cortisol-Zufuhr im Rahmen einer medikamentösen Behandlung zugrunde.

Auch das gynäkologische Polyzystische Ovar-Syndrom zeichnet sich, neben Veränderungen im Haushalt der Sexualhormone, auch durch Übergewicht aus. Solche Grunderkrankungen gilt es im Rahmen einer Adipositasbehandlung zunächst auszuschließen oder adäquat zu behandeln, um die Aussicht auf erfolgreichen Gewichtsverlust zu bessern.

Einfluss von Medikamenten

Ein weiterer Faktor, der die Entstehung von Adipositas begünstigen kann, ist die Einnahme bestimmter Medikamente, wie zum Beispiel bei einigen Psychopharmaka, aber auch bei manchen Medikamenten gegen Diabetes mellitus.
Neben familiärer Veranlagung und dem oft bereits in der Kindheit erlernten Lebensstil können auch Stress und Schlaflosigkeit zu Übergewicht führen. Ein erhöhtes Risiko für Adipositas bergen zudem depressive Erkrankungen oder ein niedriger sozialer Status. Neben der ständigen Verfügbarkeit von Nahrung sind es auch Essstörungen, wie beispielsweise die Binge-Eating-Störung (BES), die eine übermäßige Nahrungszufuhr bedingen.

Ernährungsbedingte Adipositas

Im Folgenden soll jedoch vor allem die sogenannte alimentäre, also ernährungsbedingte, Adipositas thematisiert werden. Die Grundsteine für die Form und Ausprägung unserer Ernährung werden in der Regel schon im frühen Kindesalter gelegt. Die Art und Weise, wie die eigenen Eltern sich ernähren, prägt auch die Vorlieben des Nachwuchses. Nicht nur die Zahl der Erwachsenen mit Adipositas hat in den letzten Jahren stark zugenommen, auch bei Kindern und Jugendlichen ist ein verstärktes Auftreten von Übergewicht und Adipositas zu beobachten.

Wichtige Elemente, um die Entwicklung von Adipositas zu verhindern, sind eine abwechslungsreiche, ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung. Kinder an eine gesunde Ernährung und Bewegungsfreude heranzuführen, ist doppelt wichtig, denn: ist ein Mensch bereits in jungen Jahren übergewichtig, setzt sich dies in den meisten Fällen auch im Erwachsenenalter fort.

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