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Adipositas

Abnehmen ist das einzige Mittel, um gesundheitliche Risiken zu minimieren, doch Diäthalten scheint oft unnötig kompliziert.
Hier erfahren Sie, worauf es letztlich zu achten gilt.

Mit Wille zum Ziel

Gewichtsreduktion

Die Behandlung bei Adipositas hat primär ein Ziel: Gewichtsreduktion. Die Indikation hierfür besteht bei einem BMI von >30kg/m², aber auch schon bei niedrigeren Werten, sofern gesundheitliche Einschränkungen oder psychosoziale Probleme bestehen.

Unerlässlich ist natürlich der Wille des Betroffenen.
Der Therapieansatz ist im Idealfall multifaktoriell und interdisziplinär. Dies bedeutet, dass verschiedene Bestandteile berücksichtigt werden: Ernährungsumstellung und Änderung des Essverhaltens im Rahmen einer Ernährungstherapie, sowie eine Bewegungstherapie, die körperliche Aktivität fördert. Unter Umständen kommen auch medikamentöse oder chirurgische Maßnahmen zum Einsatz, um den Gewichtsverlust zu unterstützen.
Umfassendes Gewichtsmanagement bedeutet zudem, im Anschluss an den Gewichtsverlust das erreichte Gewicht auch zu halten.

Diät

Zu Beginn eines Diätvorhabens sollten mögliche Grunderkrankungen, wie eine Schilddrüsenunterfunktion oder andere Stoffwechselstörungen, ausgeschlossen bzw. bei Vorliegen adäquat therapiert werden.

Ziel einer jeden Diät, die zu Gewichtsverlust führen soll, ist es, eine negative Energiebilanz zu erreichen. Dies bedeutet nichts anderes, als dass mehr Energie verbraucht wird, als man zu sich nimmt. Die Energiebilanz setzt sich aus verschiedenen Parametern zusammen, welche teilweise genetisch vorgegeben, teilweise aber auch beeinflussbar sind. Der Grundumsatz in Ruhe und die Energie, welche der Mensch zur Wärmegewinnung verbraucht, sind Größen, die sich nicht willkürlich beeinflussen lassen. Sie sind größtenteils bedingt durch Alter, Geschlecht, Gewicht und Körpergröße, aber auch durch weitere genetische Faktoren.

Beeinflussbar ist jedoch, wie viel und in welcher Form wir Energie zu uns nehmen und wie viel wir durch Aktivitäten verbrauchen.

Links zum Thema

Auf der Seite 1A Verbraucherportal finden Sie weitere Informationen und Tipps zum Thema "Merkmale einer guten Diät zum Abnehmen".

1. Ernährungstherapie

Energiezufuhr beschränken

Viele Menschen, die bereits versucht haben, ihre Energiezufuhr zu beschränken, beklagen,trotz vermeintlich massiver Einschränkungen ausbleibende Erfolge.
Die Ursache hierfür ist nicht selten eine falsche Einschätzung: die meisten übergewichtigen Menschen schätzen die zu sich genommenen Nahrungsmengen und ihren Brennwert oft zu niedrig ein.

So entsteht der Eindruck, ausreichend wenige Kalorien zu sich genommen zu haben, um einen Effekt zu erzielen, obwohl man in Wirklichkeit immer noch zu viel Energie zugeführt hat.

Um eine Diät effektiv zu gestalten, ist es nötig, sich mit den Nährwerten einzelner Nahrungsmittel vertraut zu machen und beispielsweise durch Abwiegen von Portionen ein Gefühl für Mengen zu bekommen. Viele Lebensmittel schätzt man fälschlicherweise als niedrigkalorisch ein oder unterschätzt schlicht und ergreifend die Größe der Portion, die man zu sich nimmt. Weitere Informationen zum Thema gesunde Ernährung haben wir hier für Sie zusammengestellt.

Unser Tipp:

Um herauszufinden, wo man am besten Kalorien einsparen kann, ist es sinnvoll, ein Ernährungstagebuch zu führen und zu protokollieren, was man zu sich genommen hat. Zahlreiche kostenlos verfügbare Programme oder Plattformen im Internet bieten eine solche Funktion an und ersparen einem das Nachschlagen der Nährwerte in langen Listen. Abschätzen und Überschlagen der aufgenommenen Energiemenge sollte auf Grund des hohen Fehlerpotenzials vermieden werden.

Effektiv abnehmen

Viele Modediäten versprechen einen schnellen Erfolg. Leider ist die Gewichtsreduktion häufig ebenso schnell wieder vorbei, wie sie eingetreten ist. Der gängigste Standard, um effektiv über einen längeren Zeitraum abzunehmen, ist eine hypokalorische Mischkost mit einem mäßigen Energiedefizit.

Diese beinhaltet die Zufuhr von hochwertigen Eiweißen (z.B. durch Fisch, mageres Fleisch, Sojaprodukte oder fettarme Milchprodukte), eine rigorose Beschränkung von Fetten und ansonsten den Verzehr von komplexen Kohlehydraten und ballaststoffreichen Nahrungsmitteln (also auch Reis, Brot, Kartoffeln, Hülsenfrüchte) statt ungeeigneten Kohlehydraten, wie sie in zuckerhaltigen Getränken und Süßspeisen vorkommen. Doch auch hier gilt: nur weil ein Lebensmittel prinzipiell „erlaubt“ und „gesund“ ist, gilt es immer auf die Menge zu achten, um das angestrebte Kalorienziel nicht zu überschreiten.

Links zum Thema

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hat in zehn Regeln die wichtigsten Aspekte für gesunde Ernährung zusammengefasst.

Jo-Jo-Effekt

Ein häufiger Grund für das Stagnieren der Abnahme oder das Auftreten eines „Jo-Jo-Effekts“ ist die Tatsache, dass mit dem Verlust von Körpergewicht auch der Energieverbrauch abnimmt. Hat man also zum Beispiel zu Beginn der Diät mit einer Tageszufuhr von 1200kcal gute Erfolge erzielt, wird man, sobald man weniger wiegt, die Nahrungszufuhr weiter reduzieren müssen, wenn man weiterhin im gleichen Maße abnehmen möchte.

Formulaprodukte

Neben der Reduktion der Zufuhr von Fett und Kohlehydraten kann auch das Ersetzen von Mahlzeiten durch sogenannte Formulaprodukte oder die zeitlich begrenzte alleinige Ernährung mit Formuladiät angewendet werden. Dies wird vor allem praktiziert, wenn stark adipöse Menschen aus medizinischen Gründen vergleichsweise schnell Gewicht verlieren sollen.

Wie viele Kalorien pro Tag?

Wie viele Kalorien man nun täglich zu sich nimmt, ist davon abhängig, wie schnell man abnehmen möchte und zu welchen Einschränkungen man bereit ist.
Für viele Menschen erweist sich ein Energiedefizit von 500 kcal/Tag als sinnvoll.

Komplettes Fasten hingegen ist nicht geeignet, um längerfristig gesund abzunehmen. Wichtig ist nämlich, auch bei geringer Energiezufuhr ein ausreichendes Maß an Eiweißen (ca. 1g/kg Körpergewicht pro Tag) zu sich zu nehmen, um einem gesundheitsschädlichem Proteinverlust und Muskelschwund entgegenzuwirken.

Kalorienbedarfs­rechner

Nehmen Sie zu viele Kalorien zu sich? 

2. Bewegungstherapie

Geringer Energieverbrauch im Alltag

Die meisten Berufe erfordern heutzutage keine intensive körperliche Betätigung mehr und auch in der Freizeit neigen viele Personen zu bewegungsarmen Beschäftigungen. Der heutzutage geringere Energieverbrauch, kombiniert mit der ständigen Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln, führt zu einer kontinuierlichen Zunahme der Häufigkeit von Adipositas.

Wird eine Gewichtsabnahme angestrebt, ist es ratsam, nicht nur die Energiezufuhr zu beschränken, sondern auch den Energieverbrauch durch körperliche Aktivität zu steigern. Dies führt nicht nur zu einem größeren Energiedefizit und somit effektiverem Abnehmen, sondern hat zudem auch allgemein positive Auswirkungen auf Leistungsfähigkeit und Gesundheit. Eine Kombination von Reduktionskost und Sport beugt zudem dem Verlust von Muskelmasse im Rahmen der Diät vor.

Nicht nur die Ernährung ist wichtig

Eine Steigerung der Aktivität kann in vielen Lebensbereichen stattfinden.
Training und sportliche Aktivitäten sollten sich immer nach den körperlichen Möglichkeiten des Einzelnen richten. Eher geeignet sind beispielsweise gelenkschonende Sportarten, wie Wassersport oder Radfahren. Sportarten, die mit Sprung- und Stoßbelastungen einhergehen (z.B. Joggen), stellen eine zusätzliche Belastung für die Gelenke dar. Spazierengehen, Wandern oder Walking sind für manche geeignete Alternativen. Tipps und weitere Informationen rund ums Thema Sport finden sich auf unseren Seiten zum Thema Körperliche & geistige Fitness.

Eigene Belastungsgrenze kennen

Besteht bereits eine Einschränkung der Gesundheit, wie eine Herzerkrankung oder Bluthochdruck, gilt es zudem auf die Einhaltung der individuellen Belastungsgrenze zu achten. Ein Mittel, um das Maß der Belastung abzuschätzen, ist relativ einfach: man sollte sich während der Belastung noch mühelos unterhalten können. Vor allem ist jedoch ein Arztbesuch ratsam, um die maximale Belastbarkeit im Vorfeld abzuklären.

Bewegungstherapeuten und spezielle Gruppenangebote für Adipöse können zudem helfen, einen individuellen Plan zu erarbeiten, um gemeinsam statt einsam zu trainieren und sich so besser zu motivieren. Es sollte immer darauf geachtet werden, die durch Bewegung verbrauchte Kalorienanzahl nicht zu überschätzen und den Verbrauch nicht durch zusätzliche Nahrung ungünstig auszugleichen.

Eine Therapie kann unterstützen

Eine zusätzliche Hilfe bei der positiven Veränderung der Ernährungsgewohnheiten kann eine Verhaltenstherapie bieten.
In diesem Rahmen können zahlreiche Techniken erlernt werden, wie man sein Essverhalten umstrukturiert. Zunächst wird in der Regel die Vorgeschichte, die Motivation und auch die Bedeutung des Essens für den Betroffenen erfasst. Hierauf aufbauend werden Ziele vereinbart und verschiedene Techniken angewandt, um das Ess- und Bewegungsverhalten zukünftig flexibler zu kontrollieren, mit Reizen und Verlockungen anders umzugehen, Konflikte besser lösen und Rückfällen vorbeugen zu können. Diese Therapie kann sowohl einzeln als auch in Gruppen stattfinden.

Medikamentöse Therapieverfahren

Medikamentöse Therapieverfahren befinden sich noch in den Anfängen. Zwar sind bereits einige Medikamente zur Behandlung der Adipositas zugelassen, diese kommen jedoch nur bei Versagen der Standardbehandlung und in Kombination mit Begleittherapien zum Einsatz.

Unser Tipp:

Positive Effekte zeigen sich bei einem moderaten Ausdauertraining von 150-250 Minuten pro Woche. Alleiniges Krafttraining ist für die Gewichtsreduktion wenig effektiv. Insgesamt unterstützt eine Bewegungstherapie nicht nur den Prozess des Abnehmens, auch auf einen Erhalt des Zielgewichts wirkt sie sich mitunter positiv aus.

Letzter Ausweg: Chirurgische Maßnahmen

Bei ausgeprägter Adipositas (BMI > 40kg/m²) und ausbleibendem Erfolg der konservativen Methoden kommen nach umfassender Aufklärung des Betroffenen zusätzlich auch chirurgische Maßnahmen infrage. Dies gilt ebenfalls für BMI-Werte ab 35kg/m², sofern zusätzliche Folgeerkrankungen wie zum Beispiel ein Diabetes mellitus Typ 2 bestehen. Es existieren einerseits sogenannte restriktive Verfahren, wie das Magenband, die auf eine Verringerung der zugeführten Nahrungsmenge abzielen. Andere Methoden, zum Beispiel die biliopankreatische Diversion, verringern die Aufnahme der Nährstoffe aus der Nahrung im Dünndarm. Letzteres macht jedoch eine lebenslange Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln notwendig.

Insgesamt gilt für alle Verfahren: eine langfristige und intensive Nachsorge sowie mögliche Folgeoperationen sind für einen anhaltenden Erfolg notwendig.

Weitere Krankheitsbilder

Diabetes mellitus

Zuviel Zucker im Blut - Wenn der Körper seinen Insulinhaushalt nicht mehr regeln kann.

Herzinsuffizienz

Wenn das Herz den Körper nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt.

Schlaganfall

Plötzlich steuert das Gehirn das zentrale Nervensystem nicht mehr.

Tinnitus

Rund ein Viertel der Bevölkerung hatte schon mal das „Klingeln im Ohr“.

Depressionen im Alter

Gründe für einen Rückzug gibt es viele, daher werden Depressionen im Alter häufig nicht ernst genommen und stark unterschätzt.

Bluthochdruck

Falsche Lebensgewohnheiten, Stress und eine ungesunde Ernährung erhöhen das Risiko an Bluthochdruck zu erkranken.

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