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Amyotrophe Lateralsklerose

Behandelt wird ALS in vielen unterschiedlichen Formen. Da geheilte Fälle noch nicht bekannt sind, steht die Forschung vor neuen Herausforderungen.

Wie gestaltet sich die Behandlung von ALS?

Heilung nicht möglich

Bei der Behandlung der ALS ist zwischen einer an den Ursachen der Erkrankung orientierten medikamentösen Therapie und einer Therapie, die einer Linderung der Symptome, vor allem auch während der letzten Phase der Erkrankung dient zu unterscheiden.
Eine Heilung der ALS ist bislang nicht möglich. Mit dem Wirkstoff Riluzol lässt sich der Krankheitsverlauf jedoch zumindest in geringem Umfang positiv beeinflussen. Das Medikament schwächt unter anderem die Wirksamkeit des Botenstoffs Glutamat ab und hat einen schützenden Effekt in Bezug auf bestimmte Nervenzellen. Der genaue Wirkmechanismus von Riluzol bei ALS-Patienten ist jedoch Gegenstand weiterer Forschungen. Riluzol kann die Überlebenszeit um einige Monate verlängern.

Symptomatische Therapie

Ein weiterer Schwerpunkt der Behandlung ist die symptomatische Therapie. Diese zielt vor allem auf der Linderung der vorhandenen Symptome. Dies ist vor allem wichtig für den Erhalt einer möglichst hohen Lebensqualität, der Erkrankung zum Trotz. Die symptomatische bzw. supportive (unterstützende) Therapie setzt sich zusammen aus Physiotherapie, Ergo-Therapie oder Logopädie, Hilfsmitteln aber auch symptomlindernden Medikamenten.

Aufklärung und Betreuung: Das sollten Sie wissen!​

Diagnose & Tests

Die Diagnose ALS stellt Betroffene vor große Herausforderungen. Eine zuverlässige und vertrauensvolle Betreuung und Begleitung durch einen (oder auch mehrere Ärzte) ist auch aus diesem Grund sehr wichtig. Nach erfolgter Diagnose ist die Aufklärung über Krankheitsverlauf und Prognose ein wichtiger Bestandteil der Behandlung.

Im Verlauf der Erkrankung lässt sich durch verschiedene Tests und Untersuchungen in etwa einschätzen, wie schnell die ALS fortschreitet und welche Symptome und Einschränkungen möglicherweise als nächste auftreten werden. Dies erlaubt den Behandlern die Betroffenen situationsangepasst über anstehende Veränderungen oder zukünftig notwendige Hilfsmittel zu informieren. Ein vertrauensvolles und kontinuierliches Verhältnis zum behandelnden Arzt bietet auch den richtigen Rahmen, um auch schwerwiegende Entscheidungen besser treffen zu können. So stellen sich vor allem in der Endphase der Erkrankung Fragen bezüglich künstlicher Ernährung oder Beatmung.

Individuelle Betreuung

Patienten, die in einer Spezialambulanz für ALS behandelt werden, profitieren von der multidisziplinären kontinuierlichen Behandlung und Begleitung. Diese verbessert Lebensqualität und Lebenserwartung, so sind beispielsweise Klinikaufenthalte im Verlauf der Erkrankung seltener notwendig. Dies zeigt, wie wichtig eine kompetente Behandlung und die durchgängige Begleitung der Betroffenen durch Fachpersonal ist.

Patient bei Physiotherapie | Pflegewelt von AXA

Das PLUS von AXA

Um ALS Patienten bestmöglich unterstützen zu können, haben wir im Rahmen des gesundheitsservice360° von AXA ein Angebot speziell auf deren Bedürfnisse zugeschnitten – Die Patientenbegleitung chronische Neurologie. Hier helfen wir den Patienten mit einem persönlichen Ansprechpartner, der Fragen zu Therapien klärt, die beste Behandlung sicherstellt und bei der Suche nach geeigneten Therapiekliniken unterstützt.
Sie sind bei uns krankenversichert und haben Fragen?
Wir helfen Ihnen gerne weiter: 0221 148 24405 bzw. chron.neurologie@axa.de

Hilfsmittel

Wie können Sie sich behelfen?

Unterschiedliche Maßnahmen erlauben es den Patienten auch mit der Erkrankung einen normalen Lebensstil zu führen. Für die verschiedenen Einschränkungen, die im Verlauf der ALS entstehen, gibt es eine Vielzahl von Hilfsmitteln, die den Alltag der Betroffenen erleichtern können. So zum Beispiel:

  • Kommunikationsgeräte mit Kopf- oder Augensteuerung
  • Geräte zur Unterstützung der Atmung (Beatmungsgeräte, Hustenassistenten)
  • Diverse Gehhilfen (Gehstützen, Rollator, Rollstuhl)
  • Bewegungstrainer
  • Toilettenstuhl, Badewannenlifter zur Hilfe bei der Körperpflege
  • Lagerungskissen oder elektronisch verstellbare Pflegebetten

Der PflegeTIPP von AXA

Die Auswahl an verfügbaren Hilfsmitteln ist groß und mitunter verwirrend.
Unser PflegeTipp bietet Ihnen einen ersten Überblick über die Thematik.

Symptomlindernde Medikamente

Milderung der Krankheitszeichen

Schwerpunkt dieses Behandlungsbausteins ist die Linderung oder die Verhütung von Symptomen wie Muskelkrämpfen und Verstopfung (bedingt durch die mangelnde Bewegung) aber auch
Schlafstörungen oder Depressionen. Sie können auch dabei helfen, das Abhusten von zähem Schleim zu erleichtern oder den bei ALS häufig auftretenden übermäßigen Speichelfluss zu verringern. Ergänzende Therapien wie Physiotherapie, aber auch Ergotherapie und Logopädie sind ebenso wichtige Bestandteile bei der Behandlung der ALS. So lassen sich beispielsweise durch Krankengymnastik die Restfunktionen fördern.


Die Ergotherapie dient dazu, die vorhandenen Restfunktionen sinnvoll einzusetzen und zu nutzen. Dies kann die Betroffenen dazu befähigen alltägliche Verrichtungen trotz motorischer Defizite zu schaffen. Auch eine Schulung im Umgang mit Hilfsmitteln kann Teil der Ergotherapie sein.

Bei Störungen des Schluckens und Sprechens findet die Logopädie Anwendung. Sie bietet zum Beispiel die Möglichkeit eines Schlucktrainings

Behandlung in der palliativen Phase

Künstliche Beatmung

Die ALS beeinträchtigt in ihrem Verlauf auch zunehmend die Atemmuskulatur. Hierdurch kommt es im Verlauf der Erkrankung zu einer sogenannten respiratorischen Insuffizienz, also einer unzureichenden Atmung. Es bestehen verschiedene Möglichkeiten, die Atmung zu unterstützen. Die therapeutischen Optionen reichen je nach Ausprägung der Beschwerden und abhängig vom Willen des Patienten von nicht-invasiver Atemunterstützung (durch Beatmungsgeräte mit Maske) bis hin zu künstlicher Beatmung. Manche Ursachen der Atembeschwerden können medikamentös behandelt werden, so zum Beispiel durch schleimlösende Medikamente.

Zudem gibt es die Möglichkeit der maschinellen Unterstützung des Hustenstoßes durch einen sogenannten „Hustenassistent“. Vor allem in der palliativen Phase können zudem Trachealkanülen oder Tracheotomien (Einsetzen eines Schlauchs bzw. einer künstlichen Öffnung in die Luftröhre) mit mechanischer Beatmung Linderung verschaffen.

Patientenverfügung und Selbstbestimmung

Wichtig ist eine umfassende Aufklärung der Patienten über ihre Möglichkeiten, vor allem was die Optionen in der letzten Phase der Erkrankung angeht. So können sie bereits im Vorfeld Entscheidungen über Anwendung oder Unterlassung verschiedener Therapieformen treffen. Dies sollte in Form einer Patientenverfügung festgehalten werden.


Vor allem wichtig ist in der Terminalphase eine gute palliative Versorgung, um Schmerzen und Leid der Betroffenen möglichst gering halten zu können. Trotz der Atembeschwerden am Ende der Erkrankung ist es wichtig festzuhalten, dass es in den meisten Fällen nicht zu einem qualvollen Tod durch Ersticken kommt. In der Regel versterben ALS-Betroffene friedlich.

Weitere Krankheitsbilder

Diabetes mellitus

Zuviel Zucker im Blut - Wenn der Körper seinen Insulinhaushalt nicht mehr regeln kann.

Herzinsuffizienz

Wenn das Herz den Körper nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt.

Schlaganfall

Plötzlich steuert das Gehirn das zentrale Nervensystem nicht mehr.

Tinnitus

Rund ein Viertel der Bevölkerung hatte schon mal das „Klingeln im Ohr“.

Depressionen im Alter

Gründe für einen Rückzug gibt es viele, daher werden Depressionen im Alter häufig nicht ernst genommen und stark unterschätzt.

Bluthochdruck

Falsche Lebensgewohnheiten, Stress und eine ungesunde Ernährung erhöhen das Risiko an Bluthochdruck zu erkranken.

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