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Angina pectoris

Im Wesentlichen unterscheidet man drei Arten:
- stabile Angina pectoris
- instabile Angina pectoris
- atypische Angina pectoris

Wenn das Herz schmerzt

Brustenge durch Durchblutungsstörungen

Der Begriff Angina pectoris bedeutet „Brustenge“. Streng betrachtet ist sie keine eigene Krankheit, sondern das charakteristische Symptom verschiedener Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Das Herz, ein kräftiger Hohl-Muskel, pumpt in Ruhe pro Minute 5 bis 7 Liter Blut durch den Körper. Die Schlagfrequenz erhöht sich bei verstärkter körperlicher oder psychischer Beanspruchung.

Um diese Leistung zu erbringen, muss es – wie die anderen Organe auch – mit sauerstoff- und nährstoffreichem Blut versorgt werden. Das geschieht über die außen verlaufenden Herzkranzgefäße, die sogenannten Koronararterien. Sind diese verengt, z.B. aufgrund von Ablagerungen, besteht eine Durchblutungsstörung, das Herz wird nicht ausreichend versorgt. Diese Unterversorgung verursacht vor allem infolge von Belastungen das Gefühl der Brustenge und bereitet Schmerzen.

Wichtige Erscheinungsformen sind die stabile und die instabile Angina pectoris.

Typische Erscheinungsformen

Stabile Angina pectoris

Die stabile Angina pectoris zeigt sich bei mit gleicher Stärke auftretenden, anfallsartigen Schmerzen im Brustkorb, insbesondere hinter dem Brustbein. Enge oder Druckgefühl sind teilweise verbunden mit Luftnot oder Angst. Die Schmerzen können in beide Arme, den Hals, den Unterkiefer, den Rücken oder den Oberbauch ausstrahlen. Ausgelöst werden sie durch körperliche oder psychische Belastung, durch Kälte oder Wind. Die Schmerzen dauern in der Regel wenige Minuten an und bessern sich durch Ruhe oder Verabreichung von Medikamenten.

Nach der Canadian Cardiovascular Society wird die stabile Angina pectoris in fünf Stadien eingeteilt:

  • Stadium 0:   Keine Symptome (Stumme Ischämie)
  • Stadium 1:   Keine Beschwerden bei Alltagsbelastungen, jedoch bei plötzlicher oder länger andauernder Belastung
  • Stadium 2:   Beschwerden bei stärkerer Anstrengung
  • Stadium 3:   Beschwerden bei leichterer körperlicher Belastung
  • Stadium 4:   Beschwerden in Ruhe und bei geringster körperlicher Belastung

Häufigste Ursache: Arteriosklerose

Die Auslöser einer Angina pectoris sind unterschiedlich. Vielfach ist eine Verengung eines oder mehrerer Herzkranzgefäße (Koronare Herzkrankheit) die Ursache. Risikofaktoren für eine solche Arteriosklerose können vor allem Bluthochdruck, Übergewicht, Diabetes mellitus, Rauchen, mangelnde Bewegung und bestimmte Fettstoffwechselstörungen sein.

Aber auch eine genetische Veranlagung, Blutmangel oder eine Schilddrüsenüberfunktion können ursächlich sein. Dabei sind Männer etwa dreimal so häufig betroffen wie Frauen.

Instabile Angina Pectoris

Bei der instabilen Angina pectoris treten die Beschwerden mit zunehmender Dauer und Intensität bereits in Ruhe oder bei geringer Belastung auf. Die Schmerzen reagieren dabei verzögert auf die verabreichten Medikamente. Etwa ein Drittel der Patienten mit gesicherter koronarer Herzkrankheit, vorwiegend Diabetiker, haben solche Durchblutungsstörungen des Herzens. Die instabile Angina pectoris kann sich aus der stabilen Form entwickeln.

Die wichtigsten Merkmale auf einen Blick:

  • Auftreten bei geringer Belastung
  • Entwicklung aus der stabilen Angina pectoris möglich
  • Zunahme der Anfallsdauer und Häufigkeit
  • Kaum oder verzögerte Wirkung von Medikamenten
  • Vorübergehende EKG-Veränderungen und typische Laborwerterhöhungen können eintreten

Atypische Angina Pectoris

Auch ohne Belastung kann es bei Personen mit einer vorübergehenden Einengung der Herzkranzarterien in Ruhephasen zu Angina pectoris-Beschwerden kommen. Auslöser kann dann sein:

  • eine Muskelanspannung in den Arterienwänden,
  • ein übermäßiger Blutdruckanstieg,
  • das Vorliegen von Strukturveränderungen im Herzen,
  • ein Herzklappenfehler, wenn durch diesen eine Verdickung der Wand des Herzmuskels bewirkt wurde und infolge dessen die Durchblutungsmenge dem Bedarf nicht angemessen ist.

Medikamente führen in diesen Fällen im Allgemeinen zu einer raschen Besserung der Beschwerden.

Links zum Thema

Weitere Informationen zur instabilen Angina pectoris finden Sie auf der Homepage der Initiative Herzbewusst

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