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Angina pectoris

Bei einem akuten Angina pectoris-Anfall sollten Sie versuchen, sich ruhig zu verhalten. Die zusätzliche Einnahme von Nitro-Präparaten kann eine schnelle Linderung verschaffen.

Die richtige Diagnose braucht Zeit

Angina pectoris als Folgeerkrankung

Eine schnelle und eindeutige Diagnose „Angina pectoris“ ist in vielen Fällen gar nicht so einfach.
Treten erste Symptome auf, versucht sich der Arzt durch eine umfassende Erhebung der Krankengeschichte einen Überblick über Beschwerden, Risikofaktoren und familiärer Belastung zu verschaffen.

Bei der Diagnostik spielen außerdem die Risikofaktoren der Ursprungserkrankungen, wie der Arteriosklerose, eine große Rolle.

Auch ungünstige Lebensgewohnheiten wie beispielsweise

  • Rauchen
  • Übergewicht
  • Bluthochdruck
  • Diabetes mellitus
  • Fettreiche Ernährung
  • Bewegungsmangel
  • Stress

können für die Entwicklung einer Arteriosklerose und somit auch für eine darauf folgende Angina pectoris ausschlaggebend sein.

Untersuchung bei Angina pectoris

Die Untersuchung beginnt meist mit einem Ruhe-EKG, der Blutdruckmessung und Laboruntersuchungen des Blutes. Durch diese kann die Wahrscheinlichkeit einer Einengung der Herzkranzarterien berechnet werden. Zusätzlich soll eine Belastungs-Untersuchung, meistens ein Belastungs-EKG (Elektrokardiogramm), erfolgen. Dabei werden die Herzströme des Patienten bei körperlicher Belastung, z.B. beim Fahrradfahren oder beim Laufen auf dem Laufband, aufgezeichnet. So lassen sich schon relativ einfach Unregelmäßigkeiten feststellen.

Kann bei einer Person wegen orthopädischer Leiden oder anderer Ursachen ein solches Belastungs-EKG auf einem stationären Fahrrad (Ergometer) oder Laufband nicht durchgeführt werden, müssen andere Verfahren angewandt werden.

Auch durch die Verabreichung von speziellen Medikamenten während einer Ultraschalluntersuchung des Herzens oder bei einer Magnet-Resonanz-Tomographie kann eine verminderte Arbeit des Herzmuskels nachgewiesen werden.

Ein weiteres Verfahren ist die Szintigraphie, bei der schwach radioaktive Partikel in eine Vene eingespritzt werden. Eine Durchblutungsstörung des Herzens wird durch sie sichtbar, weil sich diese radioaktiven Partikel - insbesondere bei körperlicher Belastung - weniger gut im Herzmuskel verteilen.

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Folgeuntersuchungen

Bildgebende Verfahren geben Aufschluss

Werden bei einer dieser Untersuchungen erhebliche Durchblutungsstörungen des Herzens festgestellt, so sollte eine Herzkatheteruntersuchung erfolgen. Ebenso, wenn ein akutes Koronarsyndrom festgestellt wird, denn hierbei kann es sich um eine instabile Angina pectoris-Symptomatik oder bereits einen Herzinfarkt handeln.

Bisher wurde bei dieser Untersuchung ein Katheter von der Leistenarterie ausgehend bis zum Herz vorgeschoben. Im Laufe der Zeit wurden die Katheter immer dünner, sodass in vielen Fällen die Untersuchung auch über die Speichenarterie am Handgelenk durchgeführt werden kann.

Durch diese Methode lassen sich krankhafte Veränderungen der Blutversorgung direkt erkennen. So entsteht ein sehr genaues (Röntgen-)Bild über die Art der Verengung sowie das Ausmaß einer eventuell bestehenden Herzschwäche.

Soweit die Resultate der Voruntersuchungen nicht eindeutig sind, kann eine Kardio-CT Untersuchung erfolgen. Bei dieser ist eine Darstellung der Herzkranzarterien auch ohne Verwendung eines Katheters und Kontrastmittels möglich.

Durch Herzkatheteruntersuchungen und Kardio-CTs können krankhafte Veränderungen der Blutversorgung erkannt werden.

Inzwischen wurden die dafür erforderlichen Röntgengeräte so weit verbessert, dass eine recht genaue Ansicht der Herzkranzarterien möglich ist.

Die Funktion des Herzens und der Zustand des Herzmuskels können ebenso durch eine Kardio-MRT (Magnet-Resonanz-Tomographie) untersucht werden. Bei dieser kommt es zu keiner Belastung durch Röntgenstrahlen.

Alternative Behandlung

Medikamentöse Behandlungsalternativen

In einem akuten Anfall gilt es zunächst, sich ruhig zu verhalten. Die körperliche Anstrengung, die Belastung, die den Anfall ausgelöst hat, sollte sofort beendet oder zumindest unterbrochen werden. Stellt sich keine Besserung ein, können andere konservative Behandlungsmethoden, wie die Einnahme spezieller Medikamente, die Beschwerden schnell lindern und beseitigen.

Zunächst kommen sogenannte Nitro-Präparate zum Einsatz. Die darin enthaltenen Nitrate erweitern die Blutgefäße, sodass das Herz wieder besser mit Sauerstoff versorgt wird.

In manchen Fällen verordnet der Arzt prophylaktisch niedrig dosiertes ASS (Acethylsalicylsäure) als Dauertherapie. ASS verbessert die Fließeigenschaften des Blutes. Das Blut kann so die engen Passagen in den Gefäßen besser passieren.

  

Weitere Medikamente sind:

  • Blutgerinnungshemmende Mittel - Sie verbessern die Fließeigenschaften des Blutes und beugen Blutgerinnseln vor.
  • Betablocker - Sie senken nicht nur den Blutdruck, sondern auch die Schlagfrequenz des Herzens und entlasten es auf diese Weise.
  • Cholesterinsenkende Medikamente (meist Statine)  – Da ein erhöhter Cholesterinspiegel das Risiko, an Arteriosklerose zu erkranken, signifikant erhöht, können diese Medikamente dem Auftreten und Fortschreiten der Arteriosklerose entgegenwirken.
  • Kalzium-Gegenspieler – sogenannte Kalzium-Antagonisten wirken Blutdruck senkend und entkrampfen darüber hinaus die Herzkranzgefäße.
  • ACE-Hemmer – Sie werden ebenfalls zur Senkung des Blutdrucks eingesetzt.

Interventionell und operativ

Reichen Medikamente allein nicht mehr aus, um die Symptome zu lindern, wird auf interventionelle (eingreifende) beziehungsweise operativen Maßnahmen zurückgegriffen.

Interventionell sind solche Therapieverfahren, bei denen gezielte Eingriffe (Interventionen) am erkrankten Gewebe vorgenommen werden, um so den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen.

Eine typische interventionelle Maßnahme ist die Behandlung mittels eines Ballonkatheters. Dieser wird in der Arterie bis zur Stelle der Gefäßverengung eingeführt. Durch das „Aufpumpen“ des Ballons wird die Arterie geweitet.

  

Zusätzlich kann zur Stabilisierung eine Gefäßstütze eingesetzt werden, ein sogenannter Stent. Diese Gefäßbrücken sind in den meisten Fällen mit Medikamenten beschichtet, die das erneute Auftreten von arteriosklerotischen Veränderungen verhindern. Nach dem Einsetzen dieser Stützen ist mehrere Monate lang die Einnahme starker Medikamente zur Verringerung der Blutgerinnung notwendig.

Anders ist die Vorgehensweise, wenn bereits mehrere Gefäße betroffen sind. Hier hilft häufig nur noch eine Bypass-Operation. Dabei werden gesunde und funktionstüchtige Arterien von der hinteren Brustwand zum Herzen umgeleitet oder Venen aus dem Bein entnommen und als Gefäßbrücke eingesetzt.

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