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Angststörungen

Ab wann wird Angst wirklich zu einer krankhaften Angst? Wir gehen der Sache mit Ihnen auf den Grund.

Wann ist Angst krankhaft?

Die Spanne zwischen normaler und unkontrollierbarer Angst

Angst ist ein natürliches Gefühl. Jeder Mensch kennt es, es tritt immer wieder situationsabhängig auf. Schlägt man beispielsweise im Duden nach, so wird Angst dort als individuell ausgeprägtes Gefühl angesichts einer Gefahr beschrieben, das mit Beklemmung, Bedrückung oder Erregung einhergeht, ein undeutliches Gefühl des Bedrohtseins. Natürliche, durch eine reale Bedrohung ausgelöste Angst hat eine Alarm- und Schutzfunktion: Sie soll vor Gefahren warnen und dafür sorgen, dass gefährliche Situationen möglichst vermieden werden. Sie verschwindet, wenn die Gefahr abgewendet wurde oder die Gefahrensituation nicht länger besteht. Angst in dieser Form ist also etwas, das „normal“ und gesund ist.

Sie kann jedoch auch unkontrollierbar werden. Menschen mit einer Angststörung fürchten sich nicht nur vor Dingen, die tatsächlich gefährlich sind. Vielmehr kann die pathologische Angst auch ohne entsprechenden äußeren Auslöser und in einer höheren Intensität als beim Gesunden auftreten.

Die bei einer Angststörung empfundene Angst ist oft rational nicht zu begründen und der Situation nicht angemessen. Pathologische Angst hat keine Schutzfunktion, sondern führt oft zu Beeinträchtigungen im Alltag. Angststörungen umfassen daher eine Gruppe von Erkrankungen, bei denen Angst im Vordergrund steht, die ohne erkennbare äußere Auslöser auftritt. Pathologische Angst ist somit unverhältnismäßig und beeinträchtigt gewöhnlich soziale Aktivitäten.

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Angststörungen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Zahlen des Robert-Koch-Instituts Berlin zufolge sind etwa 16% der Bevölkerung (knapp 10% der Männer und gut 22% der Frauen) in Deutschland von einer Angststörung betroffen. Frauen sind insgesamt also häufiger betroffen; eine Tatsache, deren Ursachen noch unklar sind. Außerdem treten Angststörungen im höheren Lebensalter seltener auf.

In manchen Medien wird hin und wieder der Eindruck erweckt, bei Angststörungen handle es sich um ein modernes Problem. Danach wäre es eine Erkrankung, die vor allem in den letzten Jahrzehnten vermehrt aufgetreten sei. Dabei beschrieb Robert Burton bereits 1621 die Symptome von Panikattacken und sozialen Phobien; weitestgehend stimmen die heutigen Beschreibungen immer noch mit Burtons Beobachtungen überein. Studien belegen: In den letzten Jahrzehnten ist keine nennenswerte Steigerung von Angststörungen erkennbar.


Die Angst vor dem Arztbesuch

Menschen, die von einer Angststörung betroffen sind, werden häufig nicht angemessen behandelt. Dies liegt unter anderem daran, dass nur ein recht geringer Teil der Betroffenen überhaupt Hilfe sucht. Nicht selten sind es die Ängste selbst, die von einem Gang zum Arzt abhalten. In anderen Fällen erschwert auch das zusätzliche Vorliegen einer anderen psychischen Erkrankungen den Gang zum Arzt. Denn Angststörungen gehen oft mit depressiven Störungen, stoffgebundenen Suchterkrankungen oder Persönlichkeitsstörungen einher. In einigen Fällen liegt auch eine Kombination verschiedener Formen von Angststörungen vor. In anderen Fällen wird für eine lange Zeit zunächst lediglich nach einer körperlichen Ursache für die beschriebenen Symptome gesucht und die psychischen Ursachen werden nicht in Betracht gezogen.

Angststörungen frühzeitig erkennen

Unbehandelt kann sich eine Angststörung chronifizieren. Eine Behandlung ist in vielen Fällen erfolgreich und besteht oftmals aus einer Kombination aus Psychotherapie und medikamentöser Therapie. Umso früher eine Angststörung erkannt und behandelt wird, desto besser stehen die Chancen auf Heilung. Daher ist es wichtig, die Symptome einer Angststörung zu erkennen und sich über Behandlungsmöglichkeiten zu informieren.

Erfahren Sie mehr über Angststörungen

Formen von Angststörungen

Angststörungen werden auch häufig als Phobien betitelt. Dabei gibt es ganz unterschiedliche Formen und Ursachen von Phobien und Angststörungen. Doch wie unterscheiden sich diese?

Weitere Symptome

Neben den unterschiedlichen Formen, äußern sich auch verschiedene Symptome bei Angststörungen.

Therapieformen & Hilfe

Angststörungen lassen sich gut behandeln. Je nach Form der Angststörung eignen sich die Psychotherapie oder eine medikamentöse Therapie.

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