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Angststörungen

Generell sind Angststörungen und spezifische Phobien gut behandelbar. Oftmals liegt die Problematik im Erkennen einer Angststörung.

Therapie

Angststörungen sind gut zu behandeln​

Angststörungen sind im Allgemeinen gut behandelbar. Spezifische Phobien können besonders gut behandelt werden. Dennoch suchen viele Betroffene erst Monate oder Jahre nach Auftreten der Symptome einen Arzt auf. Im Falle einer sozialen Phobie liegt dies unter anderem an der Erkrankung selbst, dass sie diese Begegnung vermeiden. Menschen mit Panikattacken werden häufig zunächst bezüglich ihrer körperlichen Symptome untersucht. Es kann einige Zeit dauern, bis körperliche Ursachen der Symptome ausgeschlossen und die eigentlich zugrunde liegende psychische Krankheit richtig diagnostiziert wird. Werden Angststörungen nicht frühzeitig behandelt, besteht die Gefahr, dass sie chronisch werden. Umso mehr Zeit zwischen den ersten Symptomen und einer Behandlung vergeht, desto schlechter sind die Aussichten auf eine vollständige Heilung.

Das Ziel einer Therapie ist es:

  • die Schwere der Symptome zu verringern,
  • die Teilhabe am sozialen Leben zu ermöglichen und
  • den Leidensdruck zu reduzieren.

Die Diagnostik einer Angststörung kann durch einen Arzt oder psychologischen Psychotherapeuten erfolgen. Anhand von Fragebögen wird die vorliegende Symptomatik abgefragt.

Im Rahmen der Diagnostik einer Angststörung werden zudem körperliche Untersuchungen durchgeführt, um körperliche Begleiterkrankungen auszuschließen oder behandeln zu können.

Der erste Ansprechpartner bei einem Verdacht auf das Vorliegen einer Angststörung kann der Hausarzt sein. Es besteht darüber hinaus auch die Möglichkeit, direkt einen Facharzt oder Psychotherapeuten aufzusuchen.

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Der Unterschied zwischen Psychiater und Psychotherapeut
Im Bereich der Psychiatrie und Psychotherapie gibt es viele verschiedene Berufsgruppen und Berufsbezeichnungen. Ein Psychiater ist ein Arzt, der nach seinem Medizinstudium eine Facharztausbildung zum Psychiater gemacht hat. Ein Arzt für psychosomatische Medizin und Psychotherapie hat ebenfalls Medizin studiert und anschließend eine entsprechende Facharztausbildung absolviert. Sowohl Psychiater als auch Ärzte im Bereich der Psychosomatik können auch Psychotherapie anbieten. Auch Ärzte aus anderen Fachbereichen können berufsbegleitend eine entsprechende Weiterbildung, beispielsweise im Bereich der psychosomatischen Grundversorgung, absolvieren. Ärzte, die eine psychotherapeutische Ausbildung absolviert haben, bezeichnet man als ärztliche Psychotherapeuten. Ein weiterer Ausbildungsweg zum Psychotherapeuten ist ein Psychologiestudium mit einer anschließenden mehrjährigen Ausbildung zum Therapeuten. Diese Berufsgruppe bezeichnet man als psychologische Psychotherapeuten. Diese dürfen im Gegensatz zu Medizinern keine Medikamente verschreiben.

Die Behandlung von Angststörungen setzt sich in der Regel aus zwei Herangehensweisen zusammen: Neben einer psychotherapeutischen Behandlung werden auch Medikamente oft erfolgreich eingesetzt. Im Idealfall sollten, wenn nötig, beide Behandlungsmethoden kombiniert werden.

Die medikamentöse Behandlung besteht in der Regel in der Gabe von Medikamenten aus dem Bereich der Antidepressiva. Diese wirken, je nach Wirkstoffgruppe, auf verschiedene Botenstoffe im Gehirn und können so die Symptomatik verbessern. Man geht davon aus, dass Angststörungen auch etwas mit einer gestörten Funktion und Konzentration von Neurotransmittern an den Schnittstellen zwischen einzelnen Nervenzellen im Gehirn zu tun haben.

  • selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI)
  • selektive Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer (SNRI)
  • trizyklische Antidepressiva.

Die medikamentöse Behandlung erfolgt vorrangig mit neueren Antidepressiva. Bis Antidepressiva wirken, können einige Wochen vergehen. Setzen Sie sie nicht ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt ab und verändern Sie die Dosis nicht eigenständig. Entgegen der weitläufigen Meinung, dass solche Medikamente abhängig machen, ist das bei diesen Wirkstoffgruppen nicht der Fall.

Die richtige Medikamenteneinnahme

Weitere Informationen zur richtigen Medikamenteneinnahme im Allgemeinen finden Sie auch im AXA Pflege-TIPP.

Behandlungsempfehlungen für einzelne Angststörungen

Für die einzelnen Krankheitsbilder gelten folgende Behandlungsempfehlungen:

Panikstörung, Agoraphobie, generalisierte Angststörung und soziale Phobie

  • Psychotherapie (Standardverfahren ist eine kognitive Verhaltenstherapie)

  • und/oder medikamentöse Therapie mit Medikamenten aus der Gruppe der Antidepressiva.

Spezifische Phobie

  • Therapien, bei denen die Betroffenen schrittweise unter therapeutischer Begleitung dem Auslöser der Angst ausgesetzt werden (Reiz- und Expositionsverfahren), ferner auch kognitive Verhaltenstherapie.

Kognitive Verhaltenstherapie (KVT)​

Der Patient muss es wollen!

Generell gilt: Die Art der Behandlung ist vom Willen des Patienten abhängig. Dies gilt auch für die Wahl des Psychotherapie-Verfahrens. Das Standardverfahren zur psychotherapeutischen Behandlung von Angststörungen ist die kognitive Verhaltenstherapie (KVT). Sie zeichnet sich durch die Auseinandersetzung mit Gedanken und Verhaltensweisen aus, die zu den Symptomen führen. Der Patient soll sich über die ablaufenden Prozesse klar werden und diese hierdurch beeinflussen können. Es geht darum, Fertigkeiten zu entwickeln, die wiederum helfen, negative Gedankengänge oder Verhaltensweisen zu unterbinden. Zudem erfolgt im Rahmen einer KVT eine Aufklärung über das vorliegende Krankheitsbild, um sich und seine Symptome besser verstehen zu lernen. Letzteres wird auch unter dem Begriff Psychoedukation zusammengefasst. Außerdem kann es sinnvoll sein, auch Elemente einer Expositionstherapie anzuwenden. Hierbei wird der Patient den angstauslösenden Situationen in steigender Intensität ausgesetzt. Der Therapeut begleitet ihn dabei. Das Ziel der Exposition ist es, nach und nach Hemmungen und Symptome in der Konfrontation mit dem angstauslösenden Faktor abzubauen.

Die Wahl des richtigen Therapeuten und Behandlungsmethode:

Eine Psychotherapie setzt einen vertrauensvollen Umgang zwischen Patient und Behandler voraus. Daher ist es wichtig, sich bei dem Therapeuten wohl zu fühlen. Oftmals müssen Patienten mehrere Wochen oder Monate auf einen ambulanten Therapieplatz warten. Dies sollte aber nicht dazu führen, dass sie dann beim Therapeuten eine Behandlung beginnen, ohne dass „die Chemie stimmt“. Therapeuten bieten daher sogenannte probatorische Sitzungen an. In diesen bis zu fünf Sitzungen können beide Seiten austesten, ob eine gemeinsame Arbeit erfolgversprechend ist.

Sind Sie bei der AXA krankenversichert?

Sind Sie bei der AXA krankenversichert? Dann haben wir hier eine Information für Sie: Durch unsere Zusammenarbeit mit dem Therapeutenverbund erhalten Sie nach maximal 10 Werktagen ein Erstgespräch mit einem approbierten Psychotherapeuten. Rufen Sie einfach den Therapeutenverbund an - kostenlos unter 0800 - 89 20 870. Die Mitarbeiter dort sind für Sie jeden Tag 24 Stunden erreichbar und geben Ihre Daten nicht an Dritte weiter. Bitte berücksichtigen Sie hierbei den Umfang von Ihrem Versicherungsschutz.

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