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Angststörungen

Wann spricht man von „angemessenen Ängsten“ und wann von „krankhaften Ängsten“?

Symptome von Angststörungen

Wann liegt wirklich eine Angststörung vor?

Es ist schwierig, zwischen „angemessenen Ängsten“ und „krankhaften Ängsten“ eine klare Linie zu ziehen. Bei einer Angststörung werden tatsächliche Gefahren falsch eingeschätzt. Es gibt keinen erkennbaren Auslöser für die Angstreaktion, die zudem häufig heftiger ausfällt als bei Gesunden. Folgende Aspekte können jedoch bei der Unterscheidung helfen. So kann eine Angststörung vorliegen wenn:

  • Sie mehr als die Hälfte des Tages über Ihre Ängste nachdenken.
  • Sie durch Ihre Ängste im Alltag eingeschränkt sind oder zunehmend depressiv oder gar suizidgefährdet werden.
  • Sie versuchen, die Ängste mit Alkohol oder illegalen Drogen zu bekämpfen.
  • Sie wegen der Ängste Probleme im sozialen Bereich (Partnerschaft, Arbeit) haben.

Angststörungen werden oft nicht erkannt

Laut Weltgesundheitsorganisation wird nur etwa die Hälfte aller Angststörungen als solche erkannt. Viele Patienten leiden monate- oder jahrelang unter ihren Symptomen. Vor allem Menschen mit sozialer Phobie wagen selten den Gang zu einem Arzt oder Therapeuten. Eine Angststörung kann durch einen Arzt oder einen psychologischen Psychotherapeuten diagnostiziert werden. Hierfür erfragt der Behandler mittels Fragebögen oder Beispielfragen die vorliegenden Symptome. Dabei ist es wichtig, dass der Patient die Fragen so genau und so ehrlich wie möglich beantwortet, auch wenn dies unangenehm sein kann. Nur so sind eine richtige Diagnosestellung und die sich anschließende Planung der Behandlung möglich.

Die Symptome der einzelnen Formen einer Angststörung

Panikstörung​

Bei einer Panikattacke im Rahmen einer Panikstörung kommt es immer wieder zu plötzlich einsetzenden Symptomen, die innerhalb von zehn Minuten ihren Höhepunkt erreichen. Man spricht von einer Panikattacke wenn mindestens vier der genannten Symptome auftreten:

  • Herzrasen
  • Schmerzen, Druck oder Enge in der Brust
  • Schwitzen
  • Hitzewallungen oder Kälteschauer
  • Zittern oder Beben
  • Taubheits- oder Kribbelgefühle
  • Mundtrockenheit
  • Atemnot, Erstickungsgefühl
  • Enge im Hals
  • Übelkeit oder Bauchbeschwerden
  • Schwindel-, Unsicherheits-, Ohnmachts- oder Benommenheitsgefühle
  • Das Gefühl, Dinge wie im Traum zu erleben oder selbst nicht wirklich anwesend zu sein (Gefühl der Unwirklichkeit).
  • Angst, die Kontrolle zu verlieren bzw. verrückt zu werden
  • Todesangst

Diese Attacken treten ohne Vorwarnung plötzlich auf. Die Symptome werden von Minute zu Minute stärker. Menschen mit einer Panikstörung bekommen häufig „Angst vor der Angst“, sprich sie fürchten die nächste Angstattacke und das damit einhergehende Gefühl, der Angst ausgeliefert zu sein.
 

Schwindelgefühl verursacht durch eine Angststörung | Pflegewelt von AXA

Spezifische Phobie

Bei einer spezifischen Phobie, beispielsweise vor Spinnen oder großen Höhen, tritt bei Konfrontation mit diesen Situationen starke Angst mit Unwohlsein auf. Der Betroffene ist bestrebt, die auslösenden Objekte oder Situationen zu vermeiden. Eine Erkrankung besteht bei vorhandenem Leidensdruck, beispielsweise durch Einschränkungen im Alltag. Ein weiteres Beispiel für eine solche Phobie ist die Agoraphobie („Platzangst“). Hierbei haben die Betroffenen Angst vor öffentlichen leeren Plätzen, Menschenmengen, engen Räumen wie Fahrstühlen, Bussen oder weiten Reisen. Setzen sie sich diesen Situationen aus, erleben sie häufig die Symptome einer Panikattacke. In Folge vermeiden die Betroffenen zunehmend entsprechende auslösende Situationen und Orte. Dies kann die Lebensqualität stark negativ beeinflussen.

Soziale Phobie

Menschen mit einer sozialen Phobie haben Angst vor Situationen, in denen sie kritisch beobachtet werden könnten oder sich auch nur beobachtet fühlen. Die Interaktion mit anderen Menschen ist stark beeinträchtigt.

Die Betroffenen haben Angst davor, im Fokus der Aufmerksamkeit zu stehen oder sich peinlich zu verhalten. So treten Angstsymptome in sozialen Situationen (wie beispielsweise das Ansprechen von Fremden oder Behördengänge sowie Arztbesuche) oder beim Interagieren, sogar in kleineren Gruppen, auf.

Treten neben mindestens zwei der oben genannten allgemeinen Angstsymptome (Herzrasen, Schwitzen, Zittern) auch mindestens eines der folgenden Symptome auf, kann eine Sozialphobie diagnostiziert werden: Erröten oder Zittern, Übelkeit (bzw. Angst zu erbrechen), Harndrang bzw. Miktions- oder Defäkationsangst. Soziale Phobien treten vor allem im 5. sowie 13. Lebensjahr gehäuft auf. Häufig geht eine soziale Phobie in Folge mit sozialen Problemen bis hin zur Isolation einher.

Generalisierte Angststörung

Eine generalisierte Angststörung zeichnet sich durch eine allgemeine Angst vor möglichen Unglücken oder der Zukunft aus. Die Betroffenen grübeln viel und machen sich oft Sorgen. Zudem zeichnet sich die Erkrankung auch durch körperliche Angstsymptome, wie Zittern, Schwitzen oder Herzrasen aus.
Die Symptome treten nicht anfallsartig auf, sondern sind quasi dauerhaft unterschwellig vorhanden. Häufig entstehen zudem Konzentrations- oder Schlafstörungen.

Angststörungen in Kombination mit anderen Krankheiten

Angststörungen treten häufig in Kombination mit anderen Krankheiten, wie beispielsweise Depressionen, stoffgebundenen Abhängigkeitserkrankungen oder Persönlichkeitsstörungen auf. Zudem kann eine Angststörung mit ausgeprägten körperlichen Symptomen einhergehen. Daher ist es wichtig, organische Ursachen für diese körperlichen Beschwerden auszuschließen.

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