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Bandscheibenvorfall

Ein Bandscheibenvorfall muss nicht zwingend mit starken Schmerzen einhergehen. Bei manchen Betroffenen wird er sogar eher zufällig diagnostiziert.

Symptome sind nicht immer eindeutig

Zunächst oft unbemerkt

Es kann durchaus vorkommen, dass Bandscheibenvorfälle vorerst keine Beschwerden verursachen und es erst nach und nach zu Schmerzen im Rücken kommt. Bei einem Drittel der 30-jährigen Bevölkerung finden sich als Zufallsbefund in der bildgebenden Diagnostik (CT/MRT) Bandscheibenvorfälle, ohne dass sie bemerkt worden sind.

Oft treten jedoch plötzlich akute stechende Schmerzen im Bereich des Rückens auf. Diese Schmerzen entstehen dadurch, dass es sowohl bei einer Bandscheibenvorwölbung als auch bei einem Bandscheibenvorfall zur Komprimierung einer Nervenwurzel aus dem Rückenmark kommen kann. Dies erklärt auch die vorkommenden Sensibilitätsstörungen im Versorgungsbereich der durch den Bandscheibenvorfall gereizten Nervenwurzel.

  • Symptome bei einem Bandscheibenvorfall im Bereich der Halswirbelsäule:
    Hier kann es zu starken Nacken– und Kopfschmerzen kommen und Betroffene klagen häufig über Armschmerzen, die plötzlich einsetzen und über die Schulter bis in die Hand ziehen können. Außerdem sind Nervenlähmungen typische Erscheinungen. Dabei kann es zu Teillähmungen der Muskeln und Gefühlsstörungen im Armbereich kommen.
  • Symptome bei einem Bandscheibenvorfall im Bereich der Brustwirbelsäule:
    Am häufigsten sind die Bandscheibenvorfälle hier symptomlos. Wenn es doch zu Beschwerden kommen sollte, äußern sich diese meist als stechende Schmerzen, die einseitig dem Verlauf der Rippe nach vorne in den Brustkorb folgen. Auszuschließen sind hierbei Blockierungen im Bereich der Brustwirbelsäule sowie internistische Ursachen (z.B. Herz- und Lungenerkrankungen).
  • Symptome bei einem Bandscheibenvorfall im Bereich der Lendenwirbelsäule:
    Starker, akut einsetzender lokaler Kreuzschmerz kann auftreten in Form eines Hexenschusses, kann aber auch das Vorliegen eines Bandscheibenvorfalls bedeuten. Die Unterscheidung zwischen dem Hexenschuss und dem Bandscheibenvorfall ist wichtig.

  

Bei einem Hexenschuss kommt es zu starken stechenden Schmerzen, die meist nur im Rücken/Gesäß auftreten und häufig mit starken Bewegungseinschränkungen einhergehen. Medizinisch bezeichnet man den Hexenschuss als Lumbago. Er gehört zu den häufigsten Rückenschmerzen.

Bei einem Bandscheibenvorfall kann es ebenfalls zu starken stechenden Schmerzen und Bewegungseinschränkungen kommen.

Die Schmerzen strahlen hier jedoch oft vom unteren Rücken über das Knie bis zum Fuß bzw. zu den Zehen. Dies bezeichnet man als Lumboischialgie. Durch Husten, Niesen und Heben kommt es oft zu einer Schmerzverstärkung. Oft strahlen die Schmerzen im Kreuz einseitig in ein Bein aus. Dies sind Anzeichen für eine Nervenreizung durch die vorgefallene Bandscheibe.

Hinzu können wieder Nervenlähmungen kommen, die sich auch hier in Sensibilitätsstörungen wie zum Beispiel Taubheitsgefühl oder Kribbeln äußern und später auch zu Muskellähmungen führen können.
 

Bandscheibenvorfälle verursachen nicht immer sofort Beschwerden.

Schnelligkeit zahlt sich aus

Risiken sind bei schnellem Handeln selten

Die meisten Komplikationen, die bei einem Bandscheibenvorfall auftreten, entstehen durch zu langes Abwarten, bevor man mit der Therapie beginnt. So sollte die beginnende Lähmung eines Muskels (z.B. eine Schwäche der Fußhebung oder -senkung) ein Alarmzeichen sein, um so schnell wie möglich einen Arzt aufzusuchen, damit ein Fortschreiten der Lähmung verhindert werden kann.

Bei einem Bandscheibenvorfall im Halswirbelbereich kann es zum Beispiel zu Sensibilitätsstörungen und Kraftminderung in den Armen kommen. Im unteren Bereich des Rückens können die Nervenschädigungen zu Lähmungen der Blase und des Darms führen. Daraus resultieren erhebliche Störungen beim Wasserlassen und Stuhlgang.

Hinzu können Taubheitsgefühle der Beine kommen. Diese Symptome bezeichnet man als Kauda-Syndrom; sie erfordern ebenfalls eine umgehende ärztliche Behandlung.

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Zuviel Zucker im Blut - Wenn der Körper seinen Insulinhaushalt nicht mehr regeln kann.

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