Schließen
> Krankheitsbilder > Bluthochdruck > Bluthochdruck-Therapie
Keyvisual background image

Bluthochdruck

Eine Hypertonie lässt sich manchmal bereits durch eine Lebensumstellung positiv beeinflussen. Sport und gesunde Ernährung haben Einfluss auf unseren Blutdruck.

Schritt für Schritt

Diagnose Bluthochdruck

Die Bluthochdruck-Diagnostik umfasst mehrere Schritte. Besteht der Verdacht auf eine Hypertonie, so muss die Diagnose durch drei Blutdruckmessungen an zwei verschiedenen Tagen bestätigt werden. 

Die Diagnose Bluthochdruck muss durch drei Blutdruckmessungen an zwei verschiedenen Tagen bestätigt werden.

  

Ab Blutdruckwerten größer 140/90 mm Hg spricht man von Hypertonie. Zur genaueren Diagnostik werden manchmal noch ambulante Blutdruckmessungen über 24 Stunden oder Blutdruckmessungen durch den Patienten selbst hinzugezogen.

Ist die Diagnose Hypertonie gesichert, so muss geklärt werden, ob es sich um eine primäre oder sekundäre Hypertonie handelt. Besonders bei jüngeren Patienten mit schweren Blutdruckentgleisungen muss an eine sekundäre Hypertonie gedacht werden.

Die Feststellung von möglichen Organschäden durch den Bluthochdruck ist ein weiterer Bestandteil der Diagnostik. Durch zusätzliche Untersuchungen können Herz, Gefäße, Nieren und Augen auf Schäden untersucht werden.

Die Indikation zur Therapie ist abhängig von der Blutdruckhöhe und dem kardiovaskulären Gesamtrisiko (Risiko, an einer Herz- und/ oder Gefäßveränderung zu erkranken). Dieses kann zum Beispiel mit dem oben beschriebenen PROCAM-Score eingeschätzt werden.

Empfehlungen zur Blutdrucksenkung

Therapieziele

Die deutsche Hochdruckliga (DHL) gibt folgende Empfehlungen zur Blutdrucksenkung an:

  • Das Hauptziel der Therapie sollte die Senkung des kardiovaskulären Gesamtrisikos sein. Hierzu zählt sowohl die Senkung des Blutdrucks als auch die Behandlung der Risikofaktoren.
  • Ziel der Behandlung sollten Blutdruckwerte von unter 140/90 mm Hg sein.
  • Bei Bluthochdruckpatienten mit Diabetes mellitus oder hohem Gesamtrisiko sollten die Blutdruckwerte unter 130/80 mm Hg liegen.
  • Patienten, die an einer Leistungsschwäche der Nieren (Niereninsuffizienz) mit vermehrter Eiweißausscheidung leiden, sollten auf Blutdruckwerte von unter 125/75 mm Hg eingestellt werden.

  

Hauptziel der Therapie ist die Senkung des kardiovaskulären Gesamtrisikos.

Behandlungsmethoden

Nicht-medikamentöse Behandlung

Veränderungen des Lebensstils sind von Vorteil für jeden Hypertoniker, auch für solche, die bereits medikamentös behandelt werden. Ebenso profitieren Menschen, deren Blutdruckwerte im sog. hoch-normalen Bereich liegen (Werte von 130-139/85-89 mm Hg), von Lebensstilveränderungen.

Ernährung

Schon eine Umstellung der Ernährung kann helfen. Empfehlenswert ist

  • viel Obst, Gemüse und Fisch; weniger tierisches Fett.
  • salzarme Diät: meiden Sie kochsalzreiche Speisen; salzen Sie Speisen nicht zusätzlich.
  • Schränken Sie den Alkohol- und Kaffeekonsum ein.
  • Versuchen Sie, Ihr Gewicht zu reduzieren.

Sonstige Maßnahmen

Daneben gelten allgemeine Empfehlungen wie:

  • Rauchen Sie nicht.
  • Treiben Sie Sport oder betätigen Sie sich körperlich (z.B.: 3 - 4 mal pro Woche Laufen, Walken oder Schwimmen für 30 - 45 Min.).
  • Verschaffen Sie sich Ruhepausen und Entspannung (z.B. durch autogenes Training).
  • Lassen Sie - falls vorhanden - weitere kardiovaskuläre Risikofaktoren (z.B. Diabetes) behandeln.

Werden diese Maßnahmen beachtet, so lässt sich der Blutdruck oft schon ohne Medikamente senken. Lebensstiländerungen führen allerdings nicht bei jedem Patienten gleichermaßen zu einer Blutdrucksenkung. Deshalb sollte auch weiterhin regelmäßig der Blutdruck kontrolliert werden, um gegebenenfalls eine medikamentöse Therapie einleiten zu können.

Links zum Thema

Wichtig: Die Richtwerte für zu hohen Blutdruck unterscheiden sich je nach Alter der Patienten.

Medikamentöse Behandlung​

Manchmal braucht es mehr

Lässt sich der Blutdruck trotz Lebensstiländerungen nicht ausreichend senken oder liegt von vornherein ein hohes Risiko vor, an Herz- und/oder Gefäßschädigungen zu erkranken, so ist eine medikamentöse Behandlung notwendig. Ziel dieser Behandlung ist die effektive Senkung des Blutdrucks.
Es gibt mehrere Medikamentengruppen, die zur Therapie eingesetzt werden:

Zur Monotherapie (Behandlung mit einem Medikament) werden eingesetzt:

  • ACE-Hemmer (senken den Gefäßwiderstand)
  • Angiotensin-Rezeptor-Blocker (haben eine gefäßerweiternde Wirkung)
  • Kalzium-Antagonisten (erweitern die Arterien)
  • Betablocker (senken durch die Kombination verschiedener Wirkmechanismen den Blutdruck)
  • Diuretika (steigern die Nierenfunktion; vermehrtes Ausscheiden von Wasser)

Reicht die Monotherapie nicht aus, eine ausreichende Blutdrucksenkung zu erzielen, wird eine sogenannte Kombinationsbehandlung durchgeführt. In diesem Fall wird die Therapie mit einer Kombination aus zwei oder mehr Wirkstoffen durchgeführt.

  

Die Wahl der Medikamente erfolgt unter verschiedenen Gesichtspunkten. Berücksichtigt werden müssen unter anderem die Verträglichkeit und die Nebenwirkungen des Medikaments, das kardiovaskuläre Risikoprofil, andere Erkrankungen des Patienten und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, die eventuell bereits eingenommen werden.
 

Die Wahl der Medikamente ist von mehreren Faktoren abhängig.

Passender Videobeitrag

Blutdrucksenker sind mit Vorsicht einzunehmen, denn sie beinhalten Nebenwirkungen und sind nicht immer verträglich.

Weitere Krankheitsbilder

Schlaganfall

Plötzlich steuert das Gehirn das zentrale Nervensystem nicht mehr.

Diabetes mellitus

Zuviel Zucker im Blut - Wenn der Körper seinen Insulinhaushalt nicht mehr regeln kann.

Angina pectoris

Wie zugeschnürt - Wird die Luft knapp und die Brust zu eng, kann eine Sauerstoff-Unterversorgung des Herzmuskels vorliegen.

Lungenkrebs

Zu hoher Tabakkonsum ist der häufigste Auslöser von Lungenkrebs, der jedoch ganz unterschiedlich auftreten kann.

Parkinson

Die auch als Schüttellähmung bezeichnete Erkrankung äußert sich meistens durch ein unkontrollierbares rhythmisches Schütteln.

Multiple Sklerose

Angriff der eigenen Körperzellen auf unser zentrales Nervensystem.

Empfehlen:

© AXA Konzern AG, Köln. Alle Rechte vorbehalten.