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Angststörung

Medikamente machen nur einen Teil einer Behandlung. Häufig werden sie zusätzlich durch Maßnahmen aus dem Bereich der Psycho- oder Physiotherapie ergänzt.

Therapie

Schmerzreduktion​

Ziel der Behandlung von chronischen Schmerzen ist es, die Schmerzen zu verringern. In einigen Fällen ist eine komplette Schmerzfreiheit nicht zu erreichen. Dennoch soll die Therapie die Lebensqualität Betroffener erhöhen und ihnen helfen, den Alltag besser zu bewältigen. Außerdem werden sie psychisch gestärkt oder entlastet. Chronische Schmerzen sind häufig ein Teufelskreis aus Schmerz, Ent- und Fehlbelastung! Ziel ist es diesen Kreislauf aus Schmerzen, den aus ihnen resultierende psychischen Problemen und einer wechselseitigen Verstärkung von Schmerz und subjektivem Leid zu durchbrechen.

Die Grundlage der Therapie des chronischen Schmerzsyndroms bilden die Gabe von schmerzdistanzierenden Medikamenten, die Behandlung durch Bewegungsübungen und in manchen Fällen Verhaltenstherapie. Gemeinsam mit dem Patienten wird ein realistisches Therapieziel formuliert und dessen Umsetzung durch regelmäßige Kontrollen und Arztbesuche überprüft.

Es werden verschiedene Schmerzmittelklassen unter anderem danach unterschieden, ob die Substanzen eine opiumähnliche Wirkung haben (Opioidanalgetika) oder nicht (Nichtopioidanalgetika). Letztere finden vor allem bei leichteren Schmerzen Anwendung und verfügen häufig neben der schmerzstillenden Komponente auch über eine entzündungshemmende Wirkung. Als Beispiel sind Diclofenac, Ibuprofen oder auch Paracetamol zu nennen. Diese Wirkstoffe bergen keine Gefahr der Entwicklung einer Abhängigkeit. Sie sind jedoch auf Grund möglicher Nebenwirkungen nicht komplett bedenkenlos anzuwenden, vor allem nicht dauerhaft und in hoher Dosierung. Opioidanalgetika wie Codein, Morphin oder Tramadol, werden je nach Wirkstärke in zwei Gruppen unterteilt. Auch sie sind nicht frei von Nebenwirkungen und können zudem zu einer Abhängigkeit führen. Für eine optimal eingestellte medikamentöse Schmerztherapie können auch Medikamente verschiedener Wirkstoffgruppen kombiniert werden. Für frei verkäufliche Schmerzmittel gilt: sie sollten nicht länger als eine Woche „auf eigene Faust“ eingenommen werden. Bestehen die Schmerzen länger, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Für alle länger angewendeten Schmerzmittel ist gerade bei chronischen Schmerzen wichtig, dass sie immer gemäß der ärztlichen Verordnung eingenommen werden. Die Dosierung oder Häufigkeit der Einnahme darf nicht eigenständig durch den Patienten verändert werden.

Medikamenteneinnahme

Lesen Sie in der AXA Pflegewelt mehr zum Thema richtige Medikamenteneinnahme und schauen Sie sich gerne auch unseren hierzu passenden PflegeTIPP an:

Welcher Schmerz lässt sich wie behandeln?

Unterschiede von nozizeptivem, neuropathischem und funktionellem Schmerz

Bei neuropathischen Schmerzen, also durch Nervenschädigung bedingten, werden neben Schmerzmitteln auch Medikamente mit anderen Wirkstoffen angewandt. So können beispielsweise Medikamente, die eigentlich zur Behandlung von Epilepsie eingesetzt werden (sog. Antikonvulsiva) auch bei bestimmten Formen des neuropathischen Schmerzes helfen. Ähnlich gilt dies auch für manche antidepressiv wirksamen Substanzen.

Funktionelle Schmerzen
, die keine klare körperliche Ursache haben und psychisch bedingt sind, sollten nicht mittels stark wirksamer Schmerzmittel, bei denen ein Abhängigkeitsrisiko besteht, behandelt werden. In diesen Fällen ist es viel wichtiger, die zugrunde liegende psychische Erkrankung, wie beispielsweise eine Depression, medikamentös und psychotherapeutisch zu behandeln.

Je nach Form des Schmerzes finden verschiedene Medikamentengruppen Anwendung.
Nozizeptiver Schmerz, beispielsweise durch Gelenkschäden oder muskuläre Beschwerden, wird mit Hilfe von schmerzstillenden Medikamenten behandelt.

Wichtig bei der Behandlung chronischer nozizeptiver Schmerzen ist es, Schmerzmittel nicht erst dann einzunehmen, wenn der Schmerz stark auftritt. Es wird daher vor allem auf länger wirksame (retardiert wirkende) Schmerzmittel zurückgegriffen, die nach einem festen Schema zu festgelegten Tageszeiten eingenommen werden.

Ergänzende Therapieformen

Die Psychotherapie

Psychotherapie kann bei allen Formen des chronischen Schmerzes hilfreich sein. Einerseits um die psychische Belastung, die infolge der Schmerzerkrankung entstanden ist, zu verringern. Andererseits um eine eventuelle Verstärkung der Schmerzen durch psychische Prozesse zu reduzieren. So können beispielsweise Verhaltenstherapie, das Erlernen von Strategien zur Stressbewältigung oder Entspannungsübungen zusätzlich zur medikamentösen Therapie dazu beitragen die Beschwerden zu lindern.

Erstgespräch mit einem approbierten Psychotherapeuten

Durch unsere Zusammenarbeit mit dem Therapeuten­verbund erhalten Sie, wenn Sie bei der AXA krankenversichert sind, nach maximal 10 Werktagen ein Erstgespräch mit einem approbierten Psycho­therapeuten. Rufen Sie einfach den Therapeuten­verbund an kostenlos unter 0800 - 89 20 870. Die Mitarbeiter dort sind für Sie jeden Tag 24 Stunden erreichbar und geben Ihre Daten nicht an Dritte weiter.

Kälte- und Wärmeanwendung

Gerade im Falle von chronischen Schmerzen, die vom Bewegungsapparat ausgehen, beispielsweise infolge eines Bandscheibenvorfalls, sind auch Maßnahmen wie Physiotherapie oder physikalische Therapie (in Form von Kälte- oder Wärmeanwendungen) von großem Wert.

Eingriffe zur Schmerzlinderung

In manchen Fällen können Schmerzen auch durch (wiederholte) Nervenblockaden gelindert werden. Hierbei wird ein Mittel zur lokalen Betäubung (Lokalanästhetikum) an einzelnen Nerven oder im Bereich von Nervenknoten gespritzt. Dadurch wird die Weiterleitung des Schmerzreizes zum Gehirn unterbunden. Auch das entzündungshemmende Mittel Cortison findet in ähnlicher Form Anwendung. Eine dauerhafte Maßnahme zur Unterdrückung der Schmerzweiterleitung ist eine sogenannte Denervierung. Hierbei werden kleinste Nervenendigungen, beispielsweise im Bereich von Wirbelgelenken, durch Hitze oder Vereisung zerstört.

Multimodale Therapie ​

Wichtig für eine Behandlung chronischer Schmerzen ist es in der Regel, verschiedene Therapieformen zu kombinieren und zu koordinieren. Dieses Vorgehen bezeichnet man auch als multimodale Therapie. Ein solches Behandlungskonzept wird vor allem Patienten angeraten, bei denen einzelne Behandlungsmaßnahmen nicht den gewünschten Effekt erzielen oder deren Erkrankung schon lange besteht. Eine multimodale Therapie beinhaltet eine enge Verzahnung ärztlicher, psychotherapeutischer und physiotherapeutischer Maßnahmen. Sie beinhaltet also körperliches, gedankliches und verhaltensbezogenes Üben. Das heißt: Neben der Behandlung im Fachgebiet Orthopädie findet auch eine Behandlung in den Fachgebieten Psychiatrie und Psychotherapie oder Psychosomatische Medizin und Psychotherapie statt.

Physiotherapie | Pflegewelt von AXA

Neben ambulanten Programmen bieten vor allem auch psychosomatische Fachkliniken oder spezialisierte Rehakliniken ein solches umfassendes Konzept an. Eine stationäre Behandlung ist jedoch nur angezeigt, wenn ambulante Maßnahmen erfolglos geblieben sind.
 
Alle Therapiemaßnahmen dienen dazu, den Betroffenen aus dem Kreislauf von sich selbst immer weiter verfestigenden chronischen Schmerzen heraus zu holen und diesen so zu durchbrechen.

Sie sind bei der AXA krankenversichert?

In Kooperation mit den Schön Kliniken bieten wir unseren Versicherten ein umfassendes multimodales Behandlungskonzept bei Rückenschmerzen. Weitere Informationen können Sie in der Broschüre nachlesen.

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