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Depressionen im Alter

Leiden Sie unter Antriebslosigkeit? Sind Sie traurig und niedergeschlagen? Vertrauen Sie sich jemanden an. Es gibt verschiedene Formen von Depressionen.

Ein Gefühl der Ohnmacht

Wenn der Lebensmut schwindet

Depressionen zählen zu den psychischen Erkrankungen. Sie können mit einem Gefühl von Niedergeschlagenheit bis hin zur Lebensmüdigkeit einhergehen.

Oft berichten Menschen mit depressiven Störungen aber auch ein für sie belastendes „Gefühl der Gefühllosigkeit“. So wie es eine ganze Reihe unterschiedlicher Formen an depressiven Erkrankungen gibt, variieren auch die Ursachen.

Meistens liegt einer Depression eine Kombination aus genetischen, biochemischen, psychischen und sozialen Ursachen zugrunde.

Im Alter treten meist auch körperliche Faktoren hinzu, wie der natürliche Verlust der physischen Leistungsfähigkeit oder das Vorliegen bereits vorhandener Erkrankungen.

Im Vergleich mit anderen Altersgruppen treten Depressionen am häufigsten in der Gruppe der 45- bis 64-Jährigen auf. Die niedrigsten Anteile von Menschen mit Depression finden sich in der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen.

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Die Diagnose bei älteren Menschen ist häufig schwer, denn die Begleiterscheinungen einer Depression sind zusätzlich auch Symptome anderer Grunderkrankungen.

Depressive Erkrankungen erkennen

Im Alter wird vieles schwerer

Grundlegend unterscheidet sich eine Depression im höheren Lebensalter nicht von der in anderen Lebensabschnitten. Die Leitsymptome wie beispielsweise Niedergeschlagenheit, Interessenverlust oder Freudlosigkeit äußern sich lediglich auf verschiedene Arten.

Mehr als die Symptomatik zeichnen sich die möglichen Ursachen für eine Depressionen im Alter durch vergleichsweise größere Vielfalt aus. Noch häufiger als bei jüngeren Menschen gehen sie mit körperlichen Grunderkrankungen einher. Risikofaktoren für eine depressive Erkrankung im Alter sind:

  • frühere Traumata, beispielsweise durch Kriegserfahrungen im Kindesalter
  • Verlust von Autonomie im Rahmen von zunehmender Pflegebedürftigkeit
  • Verlust naher Angehöriger
  • Belastung durch körperliche Grunderkrankungen (z.B. Diabetes mellitus)
  • niedriger sozialer und finanzieller Status
  • Wechsel des sozialen Umfelds bei Umzug in ein Pflegeheim

Neben solchen sozialen und biographischen Ursachen können Depressionen auch konkretere medizinische Ursachen haben.

Auch im Rahmen von neurologischen Erkrankungen wie der Alzheimer-Demenz, Morbus Parkinson oder in Folge eines Schlaganfalls ist das Auftreten einer Depression häufig festzustellen.

  

Zudem ist mit zunehmendem Lebensalter ein Abnehmen bestimmter für die psychische Gesundheit relevanter Botenstoffe im Gehirn zu beobachten. Dies ist ebenfalls ein weiterer einflussnehmender Faktor im Rahmen der Entstehung einer Depression.

Sollte im Rahmen einer medikamentösen Neueinstellung (z.B. zu Beginn der Behandlung) eine Veränderung der Stimmung beobachtet werden, sollte der behandelnde Arzt informiert werden.
 

Zu den Risikofaktoren einer Depression im Alter zählen unter anderem der Verlust von Autonomie bei zunehmender Pflegebedürftigkeit oder der Wechsel des sozialen Umfelds bei Umzug in ein Pflegeheim.

PflegeTIPP

Thema der Sendung: Depressionen im Alter

Das Gefühl von Niedergeschlagenheit und Traurigkeit kennt jeder. Da jedoch nicht immer gleich von einer depressiven Erkrankung gesprochen werden kann, ist eine Abgrenzung zu den Phasen einer Depression wichtig. Unser PflegeTIPP informiert Sie über typische Anzeichen dieser psychischen Erkrankung.

Unterschiedliche Ausprägungsgrade

Die Anzeichen sind oft schwer zu deuten

Sowohl der ältere Mensch selbst als auch dessen Angehörige sind sich des Entstehens einer Depression oft nicht bewusst. Eine nachlassende Lebensfreude oder ein „Gefühl der Gefühllosigkeit“ wird im Alter mit dem Auftreten körperlicher Symptome in Verbindung gebracht und als „normale Alterserscheinung“ gewertet. Dabei kann und sollte jede Art von Depression in allen Altersstufen fachärztlich behandelt werden.

Depressive Störungen treten in verschiedenen Ausprägungsgraden auf. Den Ergebnissen der Berliner Altersstudie zufolge werden für die 70- bis über 100-Jährigen Häufigkeiten für depressive Störungen von 9,1 Prozent (Häufigkeit in der Gesamtbevölkerung: 6 Prozent) angegeben.

Vor allem in Pflegeheimen untergebrachte ältere Menschen erkranken überdurchschnittlich häufig an Depressionen.

  

Grundsätzlich gesunde und selbstständig lebende ältere Menschen zeigen im Vergleich zum deutschen Bundesdurchschnitt kein erhöhtes Risiko, an einer Depression zu erkranken.

In manchen Fällen weisen Patienten mit einer beginnenden Demenz und depressiv erkrankte Menschen sehr ähnliche Symptome auf, die es von fachärztlicher Seite aus abzuklären gilt. Eine depressive Erkrankung kann dazu führen, dass der Patient kognitive Störungen wie beispielsweise Gedächtnisstörungen beklagt. Hier muss die sogenannte „Pseudodemenz“ beim Vorliegen depressiver Störungen diagnostisch von einer demenziellen Erkrankung unterschieden werden.

Infos zum Download

Weitere Informationen erhalten Sie in der Patienten-Leitlinie „Unipolare Depression“, die Sie sich hier herunterladen können.

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