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Depressionen im Alter

Bei einer Depression können Medikamente helfen. Sie haben eine stimmungsuafhellende Wirkung und können vor allem in der akuten Phase schnelle Hilfe bringen.

Bleiben Sie aufmerksam

Die Diagnose fällt nicht leicht

Eine Depression im Alter wird oftmals weder vom Betroffenen noch vom Hausarzt direkt erkannt. Dies liegt häufig daran, dass die Symptome zu unterschiedlich ausfallen oder auch zu schlecht als solche erkannt werden. Meist „verbirgt“ sich diese Erkrankung hinter körperlichen Beschwerden, die keinem anderen Krankheitsbild zugeordnet werden können. Dazu zählen unter anderem Übelkeit, Herzklopfen, Schlaflosigkeit, Kopf- und Bauchschmerzen sowie Schwindel- und Schwitzanfälle.

Das Vorliegen einer depressiven Erkrankung wird oft erst deutlich, wenn weitere Aspekte hinzukommen, die den Gemütszustand des Patienten betreffen.

Wenn die Stimmung mehrere Tage lang gedrückt ist, der Mensch sich mehr und mehr in sich zurückzieht, ein mangelndes Selbstwertgefühl und ein „sich gehen Lassen“ unübersehbar sind, sollten sowohl enge Angehörige als auch der behandelnde Hausarzt hellhörig werden.

Oft erkennen weder die Betroffenen selbst noch der Hausarzt eine Depression im Alter direkt.

Erster Ansprechpartner bei Depression im Alter ist in der Regel der betreuende Allgemeinmediziner. Im weiteren Verlauf ist eine Überweisung zum Neurologen, Facharzt für Nervenheilkunde oder Psychiater anzuraten. Diese Berufsgruppen stellen neben psychologischen Psychotherapeuten in der Regel dann auch die behandelnden Fachkräfte dar.

Gut zu wissen:

Mit zunehmendem Alter verändern sich in der Regel Schlafrhythmus und Sehvermögen. Anhaltende Einschlafstörungen, mangelnde Bewegung und nur wenig Tageslicht gelten als begünstigende Faktoren für das Entstehen einer Depression.

Verschiedene Behandlungsoptionen

Die richtige Kombination ist entscheidend

Grundvoraussetzung für die erfolgreiche Behandlung einer Depression ist eine gezielte Diagnostik, wobei allein die Feststellung, dass ein Mensch depressiv ist, nicht ausreicht. Zu unterschiedlich sind die Ursachen und Verlaufsformen. Deshalb gehören zur Diagnose zwingend eine umfassende körperliche Untersuchung und eine gründliche Anamnese. Diese ermöglicht es, individuelle Faktoren und Ursachen für die Entstehung einer Depression zu erkennen.

Wichtig ist es vor allem, mögliche körperliche Ursachen für eine depressive Symptomatik auszuschließen. Denn neben bestimmten Stoffwechselstörungen können auch die Nebenwirkungen mancher Medikamente ein ähnliches klinisches Bild zeichnen - diese bedürfen jedoch einer gänzlich anderen Behandlung als eine Depression.

Die eigentliche Diagnose erfolgt neben den Befunden, welche das klinische Bild, also die Symptome des Patienten, liefern, häufig mit Hilfe von standardisierten Fragebögen und psychologischen Tests in schriftlicher Form.

  

Wenn nach den entsprechenden Untersuchungen körperliche Ursachen ausgeschlossen werden können und die vorliegende Problematik auch nicht z.B. durch eine normale Trauerreaktion nach Verlust eines Angehörigen erklärt werden kann, wird die Behandlung der Depression angegangen.

Die Behandlung von Depressionen erfordert in der Regel eine Kombination verschiedener Therapiemethoden. Neben einer medikamentösen antidepressiven Behandlung ist ein weiterer wichtiger Bestandteil eine psychotherapeutische Betreuung. Gerade bei älteren Patienten ist es wichtig, interdisziplinär zu arbeiten und auch das soziale Umfeld des Betroffenen mit einzubeziehen.

Generell gilt die Empfehlung, die Behandlung – egal ob medikamentöser oder psychotherapeutischer Art – nach dem Abklingen der offensichtlichen Beschwerden noch einige Wochen lang fortzusetzen, um einem schnellen erneuten Erkranken vorzugreifen.

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Therapieformen

Medikamentöse Therapie

Unabhängig von der Form einer depressiven Erkrankung geht diese stets mit einer Veränderung des Gehirnstoffwechsels und einem Ungleichgewicht der Botenstoffe im Gehirn einher. Medikamente aus der Gruppe der Antidepressiva helfen, die Balance von Botenstoffen wie Serotonin, Dopamin oder Noradrenalin, welche der Interaktion zwischen den einzelnen Nervenzellen dienen, zu regulieren.

Dabei gilt es zu beachten, dass die meisten Medikamente erst nach mehreren Wochen ihre Wirksamkeit entfalten, wohingegen ungewünschte Arzneimittelwirkungen häufig schon von Anfang an bestehen können, jedoch im Laufe der Zeit meist wieder abklingen.

Bei Depressionen im Alter ist die Auswahl der geeigneten Präparate besonders wichtig, da bei jedem Antidepressivum eventuelle Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln einkalkuliert werden müssen.

In der Regel startet man mit einer niedrigen Medikamentendosis, die so lange erhöht wird, bis der gewünschte stimmungsaufhellende Effekt eintritt. Dieser setzt häufig erst nach etwa zwei bis vier Wochen ein.

  

Gerade in der Anfangsphase der medikamentösen Therapie ist der vertrauliche Austausch mit dem behandelnden Arzt sehr wichtig, insbesondere da unerwünschte Arzneimittelwirkungen nicht selten früher auftreten als die angestrebte stimmungsaufhellende Wirkung. Dies kann je nach Medikament etwa zwei bis vier Wochen dauern.

Entgegen weitläufiger Meinung begünstigen die meisten verschriebenen Antidepressiva keine Form der Abhängigkeit, das Absetzen von Medikamenten sollte dennoch grundsätzlich unter ärztlicher Aufsicht geschehen.

Psychotherapie

Bei der Behandlung von Depressionen ist die Wirksamkeit von bestimmten Psychotherapieverfahren nachgewiesen. Bei Ihrer privaten Krankenversicherung (PKV) können Sie sich informieren, welche Psychotherapieverfahren bezüglich der Wirksamkeit „anerkannt“ sind und welche Anforderungen an die Qualifikation des Behandelnden gestellt werden.

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