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Essstörung

Magersucht, Binge-Eating-Störung, Bulimie – wenn das (Nicht-) Essen das Leben bestimmt

Welche Essstörungen gibt es?

Welche Essstörungen gibt es | Pflegewelt von AXA

Magersucht – Anorexia nervosa

Etwa 4 von 1000 Frauen zwischen 15 und 35 leiden an Magersucht. Männer sind weitaus seltener betroffen. Spezifisch für die Diagnose Magersucht ist die Angst der Betroffenen, übergewichtig zu sein oder zu werden, weshalb sie durch Fasten ein Untergewicht herbeiführen. Als diagnostisches Kriterium gilt ein Body-Mass-Index (BMI) von unter 17,5.

Ess-Brech-Sucht – Bulimia nervosa

Etwa 1,5% der Menschen erkranken im Laufe ihres Lebens an Bulimie. Etwa ein Drittel der Betroffenen litt zuvor bereits an Magersucht. Kernproblem der Bulimia nervosa ist ebenfalls die Angst dick zu sein/zu werden, jedoch kombiniert mit einem häufigen Kontrollverlust bezüglich der aufgenommenen Nahrungsmenge. Während bei einer Magersucht weitestgehend auf Nahrung verzichtet wird, erleben BulimikerInnen häufige Essanfälle und die Gedanken kreisen ständig um Nahrung und Lebensmittel.

Was als Essanfall wahrgenommen wird ist individuell sehr unterschiedlich. Die Essanfälle werden als Momente des Kontrollverlusts wahrgenommen. Die Folge: Schuldgefühle nach dem Essen, der Wunsch sich selbst durch Erbrechen oder andere Gegenmaßnahmen zu bestrafen oder die Folgen des Kontrollverlusts zu vermeiden.

Ess-Brech-Sucht – Bulimia nervosa | Pflegewelt von AXA
Binge-Eating-Störung​ | Pflegewelt von AXA

Binge-Eating-Störung

Die Binge-Eating-Störung (BES) beginnt meist im Jugendalter und zeichnet sich ebenso wie die Bulimia nervosa durch Essanfälle aus. Die Betroffenen essen in der Regel sehr schnell und weit über das Sättigungsgefühl hinaus. Oft empfinden sie große Scham oder Ekel den Essanfall und den Kontrollverlust betreffend. Die BES führt zu mitunter starkem Übergewicht. Während an Anorexie und Bulimie vor allem Frauen erkranken, ist die BES die bei Männern am häufigsten auftretende Essstörung. Etwa zwei Drittel der Betroffenen können erfolgreich behandelt werden. Die Heilungschancen sind damit wesentlich besser als bei Anorexie oder Bulimie.

Gibt es Essstörungen auch im höheren Alter?

Die Magersucht bei älteren Frauen

Es können auch im höheren Alter erstmalig Störungen des Essverhaltens auftreten. Diese können beispielsweise durch eine Schluckstörung zu Mangel- oder Unterernährung führen. 2008 stellte die Deutsche Gesellschaft für Ernährung fest, dass etwa ein Drittel der Bewohner von Pflegeeinrichtungen und Heimen Gefahr läuft, von einer Mangelernährung betroffen zu sein, oder bereits betroffen sind.

Unter Mangelernährung versteht man eine unzureichende Nahrungsaufnahme, die zu einem Defizit an Energie und Nährstoffen führt und Konsequenzen für den Gesundheitszustand hat. Die möglichen Ursachen und Risikofaktoren sind zahlreich. Mit dem Alter abnehmender Appetit und geringeres Durstgefühl sind nur zwei mögliche Gründe für eine Mangelernährung. Auch körperliche Einschränkungen, die das Einkaufen und Zubereiten von Nahrung erschweren, Einsamkeit, zunehmende Verwirrtheit oder dementielle Erkrankungen können zugrunde liegen. Ebenso haben chronische Krankheiten oder manche Medikamente einen negativen Einfluss auf die Ernährungsgewohnheiten älterer Menschen.

Wichtig ist es, eine solche Mangelernährung rechtzeitig zu erkennen. Betroffene leiden häufig unter Appetitlosigkeit, Zuständen der Verwirrung, Schwindel, oder Mundtrockenheit und Hautveränderungen. Ein unbeabsichtigter Gewichtsverlust in kurzer Zeit sollte immer ärztlich abgeklärt werden. Regelmäßiges Wiegen ist daher anzuraten. Die Folgen einer Mangelernährung können sich auf den gesamten Organismus negativ auswirken, weshalb eine Behandlung notwendig werden kann. Wird eine Mangelernährung rechtzeitig erkannt und behandelt, bestehen gute Chancen, dass die entstandenen Folgen und Schäden zurückgehen. Ein individueller Therapieplan, der durch Pflegekräfte, Angehörige und andere Behandler wie Ergo- oder Ernährungstherapeuten erstellt und umgesetzt wird, ermöglicht eine positive Veränderung der Ernährungsgewohnheiten.

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