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Hallux valgus

Ein Hallux valgus kann konservativ oder operativ behandelt werden. Nur eine Operation kann die Erkrankung tatsächlich heilen. Es stehen verschiedenste Operationsmethoden zur Verfügung.

Therapieverfahren

Ziel ist die Schmerzreduktion

Ziel einer Behandlung des Hallux valgus ist eine Schmerzreduktion, eine Korrektur der Fehlstellung sowie ein Zugewinn an Funktion.

Die Art der Behandlung richtet sich nach dem Ausmaß der Beschwerden und nach der Ausprägung der Fehlstellung – eingeleitet durch Ermittlung des Hallux-valgus-Winkels und des Intermetatarsalwinkels.

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Konservative Behandlung

Bereitet der Hallux valgus nur wenige oder keine Beschwerden, kann zunächst eine konservative (das heißt nicht-operative) Behandlung erfolgen. Sie beinhaltet verschiedene Maßnahmen. So können Schmerzen medikamentös behandelt werden. Mittel der Wahl sind in diesem Fall Medikamente aus der Gruppe der nicht steroidalen Antirheumatika, beispielsweise Ibuprofen oder Diclofenac. Zusätzlich kann eine Physiotherapie helfen, die Fußmuskulatur zu stärken und die Folgen der Fehlstellung zu verringern.

Ebenfalls hilfreich sind Mittel aus dem Bereich der Orthopädietechnik. Zehenspreizer, Zehenpolster, spezielle Einlagen oder Ballenrollen wirken mechanisch auf die Fehlstellung und können die Symptomatik verbessern. Eine Heilung des Hallux valgus ist bei Erwachsenen allein durch konservative Maßnahmen jedoch nicht möglich.

Operative Behandlung

Im Rahmen einer Operation werden sowohl an knöchernen Strukturen des Vorfußes als auch an Weichteilen Veränderungen vorgenommen. Es existiert eine Vielzahl von Operationsmethoden, die in verschiedene Gruppen unterteilt werden:

  • gelenkerhaltende Operationen wie eine Abtragung der Pseudoexostose oder Weichteileingriffe     
  • Korrekturen der Stellung der Knochen: 1. Mittelfußknochen oder 2. Knochen des großen Zehs (vom Fußgelenk aus betrachtet)
  • Operationen, die mit Versteifung oder Ersatz des Großzehengrundgelenks einhergehen

Die Wahl der Operationsmethode ist von folgendem Faktoren abhängig:

  • Ausprägung des Hallux valgus
  • Mobilität des Patienten
  • Alter des Patienten
  • oder davon, ob bereits eine Arthrose vorliegt

Kriterien für eine Operation

Führt eine konservative Therapie nicht zu dem gewünschten Erfolg oder ist der Hallux valgus so ausgeprägt, dass eine konservative Therapie von Beginn an nicht erfolgversprechend scheint, stehen verschiedene operative Maßnahmen zur Verfügung. Nachfolgende Kriterien werden bei der Entscheidung berücksichtigt:

  • Schmerzen und Leidensdruck des Patienten
  • Einschränkung der Lebensqualität
  • Druckstellen
  • Wiederkehrende Hautschäden im Bereich des Ballens des großen Zehs
  • Funktionseinschränkungen
  • Fortschreiten der Fehlstellung
  • Drohende Verformung der anderen Zehen

Osteotomie

Viele Techniken beinhalten eine Osteotomie. Darunter versteht man die Durchtrennung des Knochens oder das Entfernen von einem Stück des Knochens. Danach wird der Knochen durch Drähte oder Schrauben in einer korrigierten Stellung zusammengesetzt.

Ist der Hallux valgus nur gering ausgeprägt, kann beispielsweise eine Chevron-Osteotomie durchgeführt werden. Hierbei wird der erste Mittelfußknochen v-förmig durchgesägt. Das Köpfchen dieses Knochens, das mit dem ersten Knochen des Zehs das Großzehengrundgelenk bildet, wird in Richtung Fußaußenkante verschoben und anschließend mit einem Draht oder einer Schraube befestigt.

Zusätzlich werden überstehende knöcherne Anteile des Ballens geglättet. Bereits einen Tag nach dem Eingriff kann der Fuß, versorgt durch einen Verbandschuh und einen Tapeverband, wieder belastet werden.

In schwereren Fällen kann eine Osteotomie durch ein sogenanntes laterales Release ergänzt werden. Hierbei werden Weichteile, die seitlich in Richtung der kleineren Zehen neben dem Großzehengrundgelenk liegen, gespalten.

Operationsmethoden bei zusätzlicher Arthrose oder Arthritis

Ist das Großzehengrundgelenk in Form einer Arthrose oder Arthritis bereits dauerhaft geschädigt, werden andere Operationsmethoden bevorzugt. Im Rahmen einer Arthrodese kann das Gelenk mittels einer Platte versteift werden. Bei einer Resektionsinterpositionsarthroplastik werden Teile des Gelenks, meist das Ende des ersten Knochens im großen Zeh, entnommen und das Gelenk durch die Nutzung anderen Gewebes neu geformt.

Ein Hallux valgus kann in vielen Formen und Graden auftreten. Daher sollte in jedem Fall eine individuelle Beratung bezüglich der operativen Möglichkeiten durch einen Facharzt (z.B. einen Fußchirurgen) erfolgen. Unter Berücksichtigung der vorliegenden Problematik wird eine angepasste Behandlung vorgeschlagen.

Mit einer solchen Operation gehen neben den allgemeinen Risiken, wie Entzündungen oder Wundheilungsstörungen, auch speziellere Risiken einher. So kann sich die Fehlstellung erneut ausbilden oder der große Zeh weicht fortan in die andere Richtung ab. Die Beweglichkeit des Großzehengrundgelenks kann auch unbeabsichtigt beeinträchtigt werden, Sehen und Muskeln können geschädigt werden.

Nach der Hallux valgus Operation

Das Operieren eines Hallux valgus kann in vielen Fällen nicht ambulant erfolgen. Zudem muss nach dem Eingriff meistens für die Dauer von etwa sechs Wochen ein spezieller Schuh getragen werden. Der Fuß kann in dieser Zeit voll belastet werden. Zusätzlich wird nach der operativen Umstellung von Knochen ein fester Verband angelegt. In den ersten Wochen sollte der Fuß möglichst oft hoch gelagert werden um Schwellungen zu vermeiden. Die meisten Patienten können nach 8-12 Wochen wieder normal laufen. Eventuelle Implantate, wie Schrauben oder Drähte, können nach 6-12 Monaten entfernt werden oder aber auch im Fuß verbleiben.

Nach einer operativen Behandlung des Hallux valgus ist zudem eine Physiotherapie ratsam, um eine bessere Funktionalität und Belastbarkeit des Fußes zu erreichen. So kann im Rahmen eines Gang-Trainings die korrekte Belastung und das Abrollen des Fußes geübt werden. Zudem können Übungen durch die Stärkung bestimmter Muskeln dazu führen, dass der erste Mittelfußknochen und der große Zeh auch weiterhin einen Großteil des auf den Fuß wirkenden Drucks abfangen. Dies ist wichtig, um eventuellen Schon- und Fehlhaltungen nach der Operation vorzubeugen. Zusätzlich kann im Rahmen einer manuellen Therapie unter anderem die Beweglichkeit der einzelnen Gelenke in den Zehen verbessert werden. Dies kann ebenfalls zu einem gesunden Gangbild beitragen.

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