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Migräne

Stress, Schlafmangel oder auch Hormone sind typische sogenannte Trigger (Faktoren), die eine Migräneattacke auslösen können.

Kopfschmerz ist nicht gleich Kopfschmerz

Entstehung der Migräne

Bei der Entstehung der Migräne können verschieden Faktoren eine Rolle spielen. Man unterscheidet familiäre Migräneformen von nicht familiärer Migräne.

Die Ursache der nicht familiären Migräne mit oder ohne Aura, welche 15 Prozent der Bevölkerung betrifft, ist nach wie vor unklar. Zu den Auslösern der familiären Migräne zählen unter anderem genetische Faktoren. Leidet ein Elternteil unter Migräne, ist das Risiko für die Kinder zwei bis vierfach erhöht.

Auch psychischer Stress spielt eine wichtige Rolle. Dazu zählen unter anderem Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus, aber auch längere Bettruhe und Entspannung. Hier tritt die Migräne als Entlastungsreaktion im Anschluss an belastende Situationen auf.

Insbesondere bei Frauen zählen auch hormonelle Einflüsse (zum Beispiel orale Verhütungsmittel oder Hormonpräparate in den Wechseljahren) zu den sogenannten Triggern (= Auslösern). Auch Lichtreize und der Genuss von Alkohol, Nikotin, Schokolade oder Käse können einen auslösenden Mechanismus besitzen.

In der Schwangerschaft kommt es hingegen meist zu einer Abnahme der Migränefrequenz.

Die Schmerzen der Migräne entstehen dabei durch komplexe Mechanismen im Kopf, die noch nicht vollständig geklärt sind.

  

Diskutiert werden drei Mechanismen:

  • 1. Während der Migräneattacke soll es zu einer Erweiterung der Hirn- und außerhalb des Gehirns befindlichen (= extrakraniellen) Arterien kommen, was den pulsierenden Kopfschmerz erklären könnte.
  • 2. Auch könnten entzündliche Prozesse, sogenannte neurogene Entzündungen, um die Gefäße herum den pulsierenden Charakter der Kopfschmerzen erklären.
  • 3. Die Migräne als eine Erkrankung, bei der es zu Veränderungen von schmerzmodulierenden Systemen im Gehirn (Hirnstamm und Mittelhirn) kommt und die „Schmerz-Sensibilität“ dieser Systeme verändert wird.

Das Gehirn selbst ist dabei nicht schmerzempfindlich.
 

Verschiedene Faktoren tragen zur Entstehung einer Migräne bei.

Formen der Migräne

Die Klassifikation der Migräne erfolgt gemäß der Richtlinien der International Headache Society. Diese unterscheidet verschiedene Arten von Migräne. Die wichtigste Unterscheidung liegt zwischen einer Migräne ohne oder mit Aura.

Migräne ohne Aura

Die Migräne ohne Aura ist die häufigste Unterform der Migräne und wird auch als einfache Migräne bezeichnet. Charakterisiert ist sie durch wiederkehrende Kopfschmerzen und Attacken von 4 bis 72 Stunden Dauer. Dabei befinden sich die Schmerzen einseitig am Kopf, können jedoch auch die Seite wechseln und sind damit nicht streng auf einen Ort lokalisiert.

Sie besitzen einen pulsierenden Charakter und sind mäßig bis stark. Verstärkt wird die Migräne durch körperliche Routineaktivitäten wie Treppensteigen oder Gehen. Außerdem bestehen während der Kopfschmerzen entweder Übelkeit und/oder Erbrechen oder Phonophobie (Überempfindlichkeit gegenüber Geräuschen) und Photophobie (Lichtscheu).

Wenn bei Betroffenen mindestens 5 Migräneattacken mit der beschriebenen Symptomatik aufgetreten sind, spricht man von einer Migräne ohne Aura.

Migräne mit Aura

Diese Art der Migräne wird auch als klassische Migräne bezeichnet. Sie macht 10 bis 15 Prozent der Fälle aus. Hierbei handelt es sich um eine wiederkehrende Erkrankung, die mit anfallsweise auftretenden neurologischen Symptomen einhergeht. Sie entwickelt sich über 5 bis 20 Minuten und hält weniger als 60 Minuten an.

Die Aura ist zum Beispiel charakterisiert durch Lichtblitze, gezackte Lichtlinien oder das sogenannte Flimmerskotom.

Hierbei kommt es zur Abschwächung eines Teils des Gesichtsfeldes mit visuellen Beschwerden wie Flimmern oder Blitzen. Bei Kindern äußert sich die Aura oft als Alice-im-Wunderland-Syndrom, bei dem bekannte Dinge ganz groß oder ganz klein gesehen werden. Diese Aurasymptome folgen in der Regel den Charakteristika einer Migräne ohne Aura (siehe oben).

Sollte man an einer Migräne leiden, empfiehlt sich eine ärztliche Mitbehandlung eines in der Migränetherapie erfahrenen Facharztes für Neurologie/Nervenheilkunde.

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