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Migräne

Charakteristisch für eine Migräne sind ihre verschiedenen Phasen. Meist steigern sich die Symptome von einer einfachen Müdigkeit bis hin zu Erbrechen und Lichtempfindlichkeit.

Schmerz mit Ankündigung

Oft treten Vorboten auf

Die Symptome der Migräne können sehr unterschiedlich verlaufen. Meistens durchläuft die Migräneattacke verschiedene Phasen. Diese Phasen müssen nicht alle auftreten und dauern unterschiedlich lange.

Vorbotenphase

Die erste Phase wird als Vorbotenphase bezeichnet. Sie tritt mehrere Stunden bis zwei Tage vor einer Migräneattacke auf. Hierbei kommt es zu Stimmungsschwankungen und Müdigkeit. Auch der Magen-Darm-Trakt kann durch Verstopfungen beteiligt sein. Oft kommt es zu Heißhunger auf bestimmte Nahrungsmittel. Ein weiterer häufiger Vorbote ist wiederholtes Gähnen.

Vielen Betroffenen ist der Zusammenhang zwischen diesen unspezifischen Symptomen und der später eintretenden Migräneattacke nicht bewusst.

Auraphase

Die zweite Phase ist durch eine Aura charakterisiert. Hierbei kann es zu visuellen Störungen (Lichtblitze, halbseitiger Verlust des Sehens usw.) und zum Verlust der Berührungsempfindlichkeit oder zu Kribbelempfindungen kommen. Auch weitere neurologische Symptome wie Störungen des Geruchsempfindens oder des Gleichgewichts können auftreten.

Die Symptome werden von den Betroffenen unterschiedlich beschrieben. Gemeinsam ist den Symptomen, dass sie mit einer Dynamik einhergehen. Dies bedeutet, dass sie sich bewegen. So wandert der Lichtblitz zum Beispiel von der einen Seite des Gesichtsfeldes auf die andere.

Außerdem kommt es bei allen Symptomen in der Auraphase zu einem langsamen Eintreten und Verschwinden der Symptomatik. Keine Aura hat einen schädigenden Einfluss auf das Gehirn.

Der Schmerz kommt in Etappen

Kopfschmerzphase

Die Kopfschmerzphase beginnt meist morgens. Nach 15 Minuten bis 2 Stunden erreicht sie ihren Höhepunkt. Sie geht mit einseitigen starken und pulsierenden Schmerzen einher und ist meistens im Bereich der Schläfe, der Stirn und des Auges lokalisiert.

Die Schmerzen können während einer Attacke die Seite wechseln, wobei körperliche Belastungen die Schmerzen oft verstärken. Dazu zählen auch leichte Tätigkeiten, wie zum Beispiel Bücken und Treppensteigen.

Die Schmerzverstärkung führt zur vorübergehenden Verhinderung dieser Routinetätigkeiten. Eine Migräneattacke dauert zwischen 4 und 72 Stunden.

Häufig werden die Kopfschmerzen von zusätzlichen Symptomen begleitet. Dazu zählen Übelkeit, Erbrechen und Appetitlosigkeit. Außerdem kommt es zu einer Licht- und Lärmempfindlichkeit und manchmal auch zu einer Geruchsempfindlichkeit.

Die Patienten fühlen sich schwach und haben daher häufig den Wunsch, sich zurückzuziehen. Diesem Wunsch sollten sie folgen, da Ruhe und Dunkelheit zur Linderung der Schmerzen beitragen. Auf Grund der Schmerzen können Migränepatienten häufig nicht den gewohnten Arbeiten nachgehen.

Die Schmerzsymptomatik variiert von Patient zu Patient. Selbst bei einem einzelnen Patienten unterscheiden sich die Migräneattacken in ihrer Symptomatik.

Rückbildungsphase

Der Kopfschmerzphase folgt häufig die Rückbildungsphase. In dieser letzten Phase sind die Kopfschmerzen und die Begleitsymptome größtenteils abgeklungen. Der Betroffene fühlt sich meist müde und erschöpft. Während dieser Phase besteht oft noch eine erhöhte Schmerzempfindlichkeit des Kopfes. Die Abgeschlagenheit des Migränepatienten kann ein bis zwei weitere Tage andauern.
 

Auf die Kopfschmerzphase folgt meistens die Rückbildungsphase, die ein bis zwei Tage andauern kann.

Links zum Thema

Ein Migräneattacke kann sich bereits Tage vor der Kopfschmerzphase ankündigen - hier erfahren Sie, wie Sie ihre Vorzeichen erkennen.

Risiken kennen und vermeiden

Wann ärztliche Hilfe notwendig ist

Es gibt verschiedene Komplikationen, die im Zusammenhang mit einer Migräne auftreten können. Diese sind jedoch selten und lassen sich – mit den richtigen Vorkenntnissen – gut behandeln bzw. vermeiden.

Von einer chronischen Migräne spricht man, wenn diese an mehr als 15 Tagen pro Monat über 3 Monate und länger auftritt. Meistens entwickelt sich die chronische Migräne aus einer Migräne ohne Aura. Andere Ursachen, wie zum Beispiel eine erhöhte Medikamenteneinnahme durch die vorher bestehende Migräne ohne Aura, müssen ausgeschlossen sein.

Frauen sind häufiger von dieser Komplikation betroffen und in 80 Prozent der Fälle besteht eine begleitende psychiatrische Erkrankung.

Wenn die Erholungsphase ausbleibt

Eine weitere Komplikation, die auftreten kann, wird als Status migraenosus bezeichnet. Hierbei kommt es trotz adäquater Behandlung zu einer Migräne, die länger als 72 Stunden anhält. Oft tritt diese Komplikation in Verbindung mit zu hohen Einnahmen von Medikamenten auf. Betroffene leiden sehr unter den anhaltenden Kopfschmerzen, da es zu keiner Erholungsphase kommt.

Häufig treten auch die Begleitsymptome (Übelkeit, Erbrechen etc.) verstärkt auf. Diese schwere Erscheinungsform der Migräne muss ärztlich behandelt werden. Sie fordert eine konservative Therapie (ausreichende Flüssigkeitszufuhr und spezielle Medikamente).

Im Vordergrund steht bei dieser Erkrankung eine Aufklärung über den wahrscheinlichen Zusammenhang eines zu häufigen Schmerzmittelgebrauchs (an mehr als 10 Tagen pro Monat).

Link zum Thema

Die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft informiert hinreichend über das Thema Migräne, stellt Projekte vor und verfügt über eine umfassende Adressdatenbank von Therapeuten und Einrichtungen.

Dauerhaften Schäden vorbeugen

Eine Migräne mit Aura birgt das seltene Risiko eines ischämischen (minderdurchbluteten) Hirninfarktes und ein erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse. Diese Komplikation kann bleibende Schädigungen hinterlassen und geht mit Aurasymptomen einher, die länger als 60 Minuten anhalten.

Mit Hilfe von bildgebenden Verfahren kann der Infarkt diagnostiziert werden. Auch bei dieser Aggravation (Verschlechterung bzw. Verschlimmerung eines Symptoms oder einer Erkrankung) sind zusätzliche Risikofaktoren mitverantwortlich.

Es konnte nachgewiesen werden, dass vor allem jüngere Frauen unter 45 Jahren ein drei- bis vierfach erhöhtes Risiko haben, an einem Schlaganfall zu erkranken. Dieses Risiko steigt weiter bei zusätzlichem Übergewicht, Rauchen und/oder Einnahme von hormonellen Kontrazeptiva. Hier ist es wichtig, zusammen mit dem Arzt ein Konzept zu erarbeiten, welches zu einer Reduktion der Risikofaktoren führt (Gewichtsabnahme, Verzicht auf Rauchen, Umstellung auf ein hormonfreies Verhütungsmittel).

Unbemerkte Hirninfarkte

Weitere Komplikationen, die auftreten können, sind eine persistierende Aura und die sogenannte Migralepsie. Die persistierende Aura dauert länger als eine Woche und hält über Monate bis Jahre an. In diesem Fall treten die Aurasymptome ohne Nachweis eines Hirninfarktes auf und werden meistens beidseitig wahrgenommen. Eine effektive Behandlung ist schwierig, es kommt jedoch zu keiner dauerhaften Schädigung.

Die Migralepsie ist charakterisiert durch einen zerebralen Krampfanfall, der durch eine Migräneaura getriggert wird. Der Anfall erfüllt die Kriterien einer Epilepsie und ereignet sich während oder innerhalb von einer Stunde nach einer Migräneaura. Therapiert wird diese Komplikation durch eine Akutbehandlung und eine Anfallsprophylaxe.

Die Risiken der Migräne weisen darauf hin, dass viele von ihnen durch die richtige Aufklärung vermieden werden können. Als Betroffener ist es wichtig, für die Risikofaktoren sensibilisiert zu werden und so zum Beispiel einen verantwortungsvollen Umgang mit Schmerzmedikamenten zu erlernen und einen gesunden Lebensstil zu führen.

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