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Migräne

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Um die genaue Ursache für eine Migräne zu ermitteln, empfehlen Mediziner den Betroffenen, ein Kopfschmerztagebuch zu führen.

Befreien Sie sich vom Hämmern im Kopf

Von der Untersuchung bis zur Diagnose

Die Diagnose einer Migräne stützt sich auf die Anamnese und die neurologische Untersuchung. Wichtig ist dabei die Einbindung eines auf Migräne spezialisierten Facharztes.

Folgende Fragen sollten bei der Anamnese gestellt werden:

  • Wo im Kopf befinden sich die Schmerzen? Breiten sie sich aus?
  • Wie äußern sich die Schmerzen? (pulsierend, dumpf, brennend etc.)
  • Gibt es auslösende Situationen für die Kopfschmerzen?
  • Sind Begleitsymptome vorhanden? (Erbrechen, Lichtempfindlichkeit etc.)
  • Gibt es vor dem Anfall besondere Symptome? (Appetitlosigkeit, Sehstörungen etc.)
  • Wie lange dauern die dem Anfall vorausgehenden Beschwerden?
  • Wie lange dauert der Anfall selbst?
  • Wann treten die Anfälle auf? (nachts, morgens, an Wochenenden etc.)
  • Wie oft treten die Kopfschmerzen auf? (einmal am Tag, mehrmals im Monat etc.)
  • Wie stark sind die Schmerzen? Kann die ausgeführte Arbeit vollendet werden oder muss sie unterbrochen werden?
  • Gibt es nähere Verwandte, die an einer Migräne leiden?
  • Beschreibung des Ablaufs eines Anfalls

Schon alleine durch diese Fragen lässt sich die Verdachtsdiagnose Migräne stellen und eine Abgrenzung zu anderen primären Kopfschmerzen (Spannungskopfschmerzen, Clusterkopfschmerzen) machen.

Anamnese nicht unterschätzen

Um einen genaueren Überblick über die Symptome der Kopfschmerzen zu bekommen und da die Auslösefaktoren individuell sehr unterschiedlich sind, sollten Betroffene ein sogenanntes Kopfschmerztagebuch führen. Hier trägt der Patient ein, wie oft die Attacken auftreten, wie schwer sie sind und ob Begleitsymptome aufgetreten sind.

Auch die zeitliche Einnahme von Medikamenten und besondere Begleitumstände sollten dokumentiert werden. Somit kann dieses Kopfschmerztagebuch dem Arzt die Diagnose erleichtern und Hinweise auf persönliche Auslösefaktoren des Migräneanfalls des Patienten geben.

Neurologische Untersuchungen bringen Klarheit
Im Anschluss an die Anamnese sollte immer eine neurologische Untersuchung des Patienten erfolgen, die bei einer Migräne ohne krankhaften Befund ist. Dabei wird zum Beispiel die Funktion der Hirnnerven, der motorischen Fähigkeiten, Gefühlsstörungen und die Sehfähigkeit getestet. Die Untersuchung kann einen Hinweis geben, der zur Unterscheidung zwischen primären und sekundären Kopfschmerzen führt.

Um bei unklaren Fällen sicherzugehen, dass es sich wirklich um primäre Kopfschmerzen handelt und nicht um sekundäre, können als Ausschlussverfahren bildgebende Verfahren eingesetzt werden. Dazu zählt zum Beispiel ein CCT (craniale Computertomographie), welches eine Schnittbildgebung des Kopfes ermöglicht. Hiermit können unter anderem Blutungen, Brüche oder Tumore ausgeschlossen werden.

Zusammenfassend ist die wichtigste Untersuchungsmethode die Anamnese, mit deren Hilfe die Diagnose Migräne gestellt werden kann.

Links zum Thema

Beobachten Sie Ihren Körper, beispielsweise durch das Führen eines Migränetagebuchs, um möglichen Auslösern Ihrer Migräneattacken auf die Spur zu kommen.

Migränebehandlung

Beschwerden reduzieren

Das Ziel der Migränebehandlung liegt in der Behebung der Kopfschmerzen und der Beseitigung der Begleitsymptome wie Übelkeit und Erbrechen. Für eine effektive Behandlung sollte eine medikamentöse mit einer verhaltenstherapeutischen Therapie kombiniert werden.

Zu den Allgemeinmaßnahmen bei einem akuten Migräneanfall zählt in erster Linie die Reizabschirmung. Das heißt, sämtliche Sinneswahrnehmungen, die zu Beeinträchtigungen führen, wie zum Beispiel Licht- oder Geräuschempfindlichkeit, sollten vermieden werden. Auch die gerade ausgeübte körperliche Aktivität sollte unterbrochen werden. Deswegen ist es empfehlenswert, sich in einen abgedunkelten, geräuscharmen Raum zurückzuziehen und sich im Liegen zu entspannen. Dabei kann die progressive Muskelentspannung nach Jacobsen hilfreich sein.

Schmerzlinderung durch Entspannung
Durch gezielte An- und Entspannung bestimmter Muskelgruppen kann ein Zustand tiefer Entspannung des Körpers erreicht werden. Die körperliche Ruhe bewirkt eine psychische Entlastung, die zur Reduzierung der Schmerzen und der Anspannung führt.

Zusätzlich kann man kühlende Kompressen (Eisbeutel, kalte Umschläge) auf den Nacken- oder Stirnbereich legen, um die Beschwerden zu lindern. Auch ein erholsamer Schlaf hilft.

Auch bei einer leichten bis mittelschweren Migräne sollten rezeptfrei erhältliche Schmerzmedikamente nicht ohne ärztlichen Rat regelmäßig eingenommen werden.  

Vorbeugung von Anfällen

Eine Prophylaxe der Migräne ist sinnvoll bei Betroffenen, die an mindestens drei Attacken pro Monat leiden oder die nicht ausreichend auf eine Akutbehandlung reagieren. Das Ziel ist, Häufigkeit, Dauer und Schwere der Anfälle zu senken.

Wie in der Akutbehandlung ist die Kombination zwischen nichtmedikamentöser und medikamentöser Therapie entscheidend. Bei häufigen Migräneattacken bzw. Migräneattacken mit ausgeprägten Beschwerden oder neurologischen Ausfällen sollte eine medikamentöse Migräneprophylaxe begonnen werden.

Die medikamentöse Prophylaxe kann durch nicht medikamentöse Verfahren wie beispielsweise Entspannungsverfahren und Akupunktur ergänzt werden.

Regelmäßiger aerober Ausdauersport kann empfohlen werden. Patienten mit einer hochfrequenten Migräne können von Verfahren der psychologischen Therapie, z.B. Verfahren der psychologischen Schmerztherapie und der kognitiven Verhaltenstherapie, profitieren.

Durch eine Migräneprophylaxe kann es zur Reduktion der Attacken kommen und sich die Lebensqualität verbessern.

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