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Parkinson

Bei der Behandlung kann der Arzt aus einer Reihe von unterschiedlichen Medikamenten auswählen. Aber auch Krankengymnastik kann Linderung bringen. 

Die ersten Anzeichen sind oft schwer zu deuten

Ärztliche Beobachtung ist erforderlich

Im Frühstadium ist es nicht einfach, Parkinson zu erkennen und von anderen Krankheiten abzugrenzen. Gleich mehrere neurologische oder rheumatische Erkrankungen können fast identische Symptome aufweisen wie Parkinson im Anfangsstadium.

Grundsätzlich liefert eine gründliche ärztliche Untersuchung seitens eines Neurologen erste Hinweise auf das Vorhandensein einer Parkinson-Erkrankung. Auch moderne Bildgebungsverfahren sowie medikamentöse Tests können bei der Diagnosestellung helfen.

Beim Auftreten von zwei der vier Hauptsymptome ist eine sorgfältige ärztliche Beobachtung unbedingt anzuraten.

Therapieformen

Medikamentöse Therapie

Zur Behandlung der Parkinson-Krankheit stehen eine ganze Reihe medikamentöser Behandlungswege zur Verfügung. Die wichtigsten sind:

  • L-Dopa ist eine Vorstufe des Dopamins, das in reiner Form nicht bis in die geschädigten Hirnregionen vordringen kann. Dank L-Dopa-Präparaten kann sich bis zu einem gewissen Grad wieder körpereigenes Dopamin bilden.
  • Dopaminagonisten sind Substanzen, die im Gehirn eine ähnliche Wirkung entfalten wie der Botenstoff selbst. Es gibt eine ganze Reihe solcher Wirkstoffe, mit denen gute Behandlungserfolge erzielt werden.
  • COMT - und MAO-B-Hemmer sorgen durch die Blockade bestimmter Enzyme dafür, dass das spärlich vorhandene Dopamin bzw. das von außen zugeführte L-Dopa weniger schnell wieder abgebaut werden. Diese Medikamente werden meistens in Kombination mit L-Dopa verabreicht.
  • NMDA-Antagonisten (Glutamat-Antagonisten) sind Substanzen, die dafür sorgen, dass sich der „Dopamin-Gegenspieler“ Glutamat seltener an Rezeptoren im Gehirn andockt und damit die Wirkung anderer Medikamente hemmen kann.
  • Anticholinergika sind die ältesten Parkinson-Medikamente und verbessern das Ungleichgewicht der Botenstoffe im Gehirn. Da sie nicht selten Nebenwirkungen verursachen, werden sie heute nur noch bei ausgeprägtem Ruhetremor und in medizinischen Ausnahmefällen verordnet.

Diverse Studien haben gezeigt, dass die medikamentöse Einstellung möglichst rasch nach Krankheitsbeginn erfolgen soll und das Alter bei der Auswahl der geeigneten Medikamente eine wichtige Rolle spielt.

Operative Therapie (Tiefe Hirnstimulation)

Die Tiefe Hirnstimulation ist ein operatives Verfahren, bei dem Teile des Gehirns gezielt mit elektrischen Reizen chronisch stimuliert und deren Aktivitäten verbessert werden. Gute Resultate werden vor allem bei Tremor, massiver Unbeweglichkeit und reflexartigen Bewegungsstörungen erreicht. Auch wenn bei diesem operativen Eingriff nur winzige Veränderungen am Gehirn vorgesehen sind, handelt es sich doch um eine hochspezialisierte Operation, die nur in wenigen Fachkliniken durchgeführt wird.

Alternative Behandlungsmethoden

Meist zusätzlich zur medikamentösen Therapie werden von fast der Hälfte aller Parkinson-Patienten alternativmedizinische Behandlungsverfahren genutzt. Ob Entspannungs-, Meditations-, Atem- und Bewegungsübungen sowie Yoga oder Akupunktur tatsächlich zu einer Verbesserung des Gesundheitszustandes beitragen können, ist jedoch wissenschaftlich nicht erwiesen. Eine Verbesserung des allgemeinen Wohlbefindens kann aber durchaus erzielt werden. Gleiches gilt für physiotherapeutische und logopädische Verfahren. 

Welche der alternativen Behandlungsmethoden von der Krankenversicherung erstattet werden, ist von Fall zu Fall unterschiedlich.

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