Schließen
> Krankheitsbilder > Prostatakrebs > Prostatakrebs-Formen
Keyvisual background image

Prostatakrebs

Prostatakarzinome verursachen zunächst kaum Symptome. Es können jedoch Probleme beim Wasserlassen oder Gewichtsverlust auftreten.

Wie tritt Prostatakrebs in Erscheinung?

Probleme der Vorsteherdrüse​

Die Prostata, auch Vorsteherdrüse genannt, liegt unterhalb der Blase und vor dem Enddarm. Sie ist bei jungen Männern etwa kastaniengroß und umgibt einen Teil der Harnröhre. Ihre Funktion besteht in der Produktion eines Sekrets, das beim Samenerguss zur Ernährung und Fortbewegung der Spermien beiträgt. Daher besteht die Prostata größtenteils aus Drüsengewebe. In diesem Gewebe können aus einzelnen Mutationen bösartige Neubildungen entstehen – man spricht dann von einem Prostatakarzinom.

Welche Faktoren eine solche Entwicklung fördern oder verhindern können ist bislang nicht abschließend geklärt. Der wichtigste Risikofaktor für eine Erkrankung ist jedoch das Alter. Auffällig sind auch starke Unterschiede in der Häufigkeit des Prostatakarzinoms in verschiedenen ethnischen Gruppen. So tritt es bei dunkelhäutigen Menschen weitaus häufiger auf, als bei anderen Ethnien. Außerdem variiert die Erkrankungshäufigkeit auch mit dem Lebensort. Männer in Nordeuropa sind häufiger betroffen als Südeuropäer. Man geht also davon aus, dass sowohl genetische Faktoren als auch Aspekte der Lebensgestaltung das Krebsrisiko beeinflussen.

Risikofaktoren

Das Risiko für Prostatakrebs kann in einzelnen Familien erhöht sein. Sind direkte Verwandte wie der Vater oder ein Bruder betroffen, wird bereits ab dem 40. Lebensjahr eine Teilnahme an Früherkennungsmaßnahmen empfohlen.

Das Prostatakarzinom ist ein hormonabhängiges Karzinom. Dies bedeutet, dass das Tumorwachstum durch Hormone der Gruppe der Androgene befördert wird. Erhält ein Mann eine Behandlung mit Testosteron (Testosteronsubstitution), weil sein Körper dieses Androgen nicht in ausreichendem Maße produziert, erhöht dies jedoch nicht das Risiko für die Entstehung von Prostatakrebs.

Für das Prostatakarzinom gelten generell die gleichen Risikofaktoren wie bei anderen Krebsformen. Schützende Faktoren sind:

  • Eine gesunde, ausgewogene Ernährung
  • Ausreichende Bewegung
  • Normalgewicht

Häufiger Alkoholkonsum und das Rauchen erhöhen das Erkrankungsrisiko. Prostatakarzinome treten in der Regel nicht vor dem 50. Lebensjahr auf. Die Diagnose wird häufig erst nach einigen Jahren gestellt, da die Betroffenen zunächst oft beschwerdefrei sind.

Der Krebs der Vorsteherdrüse kann unterschiedlich schnell und aggressiv wachsen. Je nach Aggressivität unterscheiden sich die Aussichten bezüglich Behandlungserfolg und weiterer Lebenserwartung stark. Auch die Behandlungsmöglichkeiten richten sich nach der Bösartigkeit und danach, wie weit der Krebs bei der Diagnose bereits fortgeschritten ist.

So unterscheidet man zwischen einem lokal begrenzten Karzinom und fortgeschrittenen Stadien. Letztere haben bereits Metastasen, also Tochtergeschwüre in anderen Organen, gebildet. In einer schwedischen Studie wurden Männer mit einem lokal begrenzten Prostatakarzinom 32 Jahre lang begleitet. Diese Männer wünschten und erhielten keine Behandlung. Am Ende der Studie waren fast alle Studienteilnehmer verstorben – 83 von 100 starben jedoch nicht an ihrem Prostatakarzinom! Dies zeigt deutlich: Prostatakarzinome sind zwar die häufigste Krebsform beim Mann, aber nicht die häufigste Todesursache.

Das Risiko der Erkrankung einschätzen

Drei relevante Werte​

Um das von der Erkrankung ausgehende Risiko einzuschätzen, werden drei Werte berücksichtigt:

1. Die TNM-Klassifikation      
Wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist wird anhand der TNM-Klassifikation bestimmt. Hierbei werden folgende Faktoren berücksichtigt:

  • Tumor: Wie groß ist der Tumor? Beschränkt er sich auf die Prostata oder hat er sich bereits auf benachbarte Organe ausgebreitet?
  • Nodus: Nodus ist der lateinische Begriff für Lymphknoten. Hat sich der Krebs bereits auf das Lymphsystem ausgebreitet?
  • Metastasen: Hat der Krebs bereits Tochtergeschwüre in anderen Organen gebildet?

Je nach Befund werden verschiedene Zahlenwerte für die einzelnen Aspekte vergeben. Dies ermöglicht die Unterscheidung zwischen einem lokal begrenztem und einem fortgeschrittenen Prostatakarzinom.

2. Der Gleason-Score
Hierfür werden aus der Prostata entnommene Gewebeproben mikroskopisch beurteilt.

3. Der PSA-Wert (Prostata-Spezifisches-Antigen)
Hierbei handelt es sich um einen für die Prostata spezifischen Blutwert. Er ist beim Prostatakarzinom erhöht.

Je nach Kombination der einzelnen Aspekte wird das vom Karzinom ausgehende Risiko als niedrig, mittel oder hoch beurteilt. Hiervon ausgehend wird das weitere Vorgehen und die Behandlung in enger Absprache aller Beteiligter geplant.

Weitere Krankheitsbilder

Herzinsuffizienz

Wenn das Herz den Körper nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt.

Lungenkrebs

Zu hoher Tabakkonsum ist der häufigste Auslöser von Lungenkrebs, der jedoch ganz unterschiedlich auftreten kann.

Bluthochdruck

Falsche Lebensgewohnheiten, Stress und eine ungesunde Ernährung erhöhen das Risiko an Bluthochdruck zu erkranken.

Multimorbidität

Alles auf einmal - Leidet man unter mehreren Krankheiten gleichzeitig, spricht man von Multimorbidität.

Schlaganfall

Plötzlich steuert das Gehirn das zentrale Nervensystem nicht mehr.

Depressionen im Alter

Gründe für einen Rückzug gibt es viele, daher werden Depressionen im Alter häufig nicht ernst genommen und stark unterschätzt.

Empfehlen:

© AXA Konzern AG, Köln. Alle Rechte vorbehalten.