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Prostatakrebs

Der Frage nach der Früherkennung sollte sich jeder Mann ab dem 45. Lebensjahr individuell und informiert stellen.

Therapie

Operative Entfernung der Prostata

Hat das Prostatakarzinom noch keine Tochtergeschwüre (Metastasen) gebildet, stehen verschiedene heilende (kurative) Verfahren zur Verfügung:

  • Die operative Entfernung der Prostata (radikale Prostatektomie). Hierbei soll die Prostata und mit ihr der Krebs komplett entfernt werden. Zusätzlich werden auch die bei der Prostata liegenden Bläschendrüsen entfernt. Die Entfernung der Prostata wird für Patienten aller Risikogruppen empfohlen, wenn eine vollständige Entfernung des Tumors möglich scheint. Nicht bei allen Operierten ist im Anschluss der Krebs verschwunden. Bei 3 von 10 Patienten nach Prostatektomie kommt es in den folgenden Jahren zu einem erneuten Auftreten der Krebserkrankung.
  • Die Entfernung der umliegenden Lymphknoten. Zusätzlich kann auch diese sinnvoll sein, um einen Befall dieser Strukturen bei einem Karzinom mit höherem Risikoprofil auszuschließen.

Die Prostatektomie kann operativ über verschiedene Zugangswege erfolgen. So kann ein Bauchschnitt nötig sein, in anderen Fällen ist auch eine Operation mit "Schlüsselloch-Technik" möglich. Studien haben ergeben, dass das Operationsergebnis nicht in erster Linie von der Operationstechnik abhängt. Vielmehr sind Erfahrung und Können des einzelnen Operateurs ausschlaggebend. Die Entfernung der Prostata kann mit schwerwiegenden Komplikationen einhergehen. Dies liegt an der räumlichen Nähe zwischen Prostata und wichtigen Strukturen wie der Harnröhre. So kommt es bei bis zu einem Fünftel der Operierten auch Jahre nach der Operation zu Problemen mit dem Wasserhalten. Bis zu sieben Prozent bleiben sogar dauerhaft inkontinent und sind auf Windeleinlagen angewiesen. In seltenen Fällen kann es auch zu Stuhlinkontinenz kommen.

Direkt an der Prostata verlaufen zudem Nerven, die für die Erektion notwendig sind. Es gibt Operationsverfahren, welche die Nerven schonen und somit die Potenz erhalten können. Je nach Operationsverfahren kommt es dennoch in 30 bis 100 Prozent der Fälle zu einer Impotenz (erektile Dysfunktion).

Bestrahlung und Brachytherapie ​ ​

Im Rahmen einer Strahlentherapie wird der Krebs hochenergetischer Strahlung ausgesetzt. Die Strahlung führt zu einer Störung der Zellkerne und somit zu einer Verringerung des bei Krebs übermäßigen Zellwachstums. Die Möglichkeiten sind inzwischen so weit entwickelt, dass die Strahlung gesundes Gewebe schont und hauptsächlich das Krebsgewebe angreift. Man unterscheidet:

Die perkutane Strahlentherapie: Hierbei erfolgt die Bestrahlung durch die Haut. Über sieben bis neun Wochen hinweg erfolgt die Behandlung fünf Mal die Woche bis zum Erreichen der geplanten Gesamt-Strahlendosis. Die Heilungschancen sind anhängig von Größe und Aggressivität des Tumors. Sie reichen jedoch an die der operativen Entfernung der Prostata heran.

Strahlentherapie | Pflegewelt von AXA

Die Brachytherapie: Eine Form der Bestrahlung von innen. Diese erfolgt in unterschiedlichen Formen. Bei der LDR (low dose rate) -Brachytherapie werden kleine, samenförmige Strahlungsquellen ("Seeds") über Hohlnadeln in die Prostata eingebracht. Diese verbleiben dort und geben in ihre Umgebung kontinuierlich Strahlung ab. Die LDR-Brachytherapie ist nur für lokal begrenzte Karzinome mit geringem Risikoprofil empfohlen.

Auch die Strahlentherapie ist nicht frei von Nebenwirkungen. So kommt es häufig zu Problemen an Darm und Blase. Diese Probleme können sich manifestieren und zu einer dauerhaften Inkontinenz führen. Zudem leiden viele Männer infolge der Behandlung an Impotenz. Die Behandlung mittels Strahlung ist geeignet für Patienten, deren körperlicher Zustand keine Operation zulässt, oder die eine Entfernung der Prostata ablehnen.

Bei der HDR (high dose rate) -Brachytherapie werden stärker strahlende Strahlungsquellen vorübergehend in die Prostata eingebracht. Dies wird als Ergänzung zur Strahlentherapie von außen genutzt, um die Wirkung zu verstärken und die Behandlungsdauer zu verkürzen. Die HDR-Brachytherapie stellt in Kombination mit einer perkutanen Strahlentherapie eine Therapieoption für Patienten mit mittlerem oder hohem Risikoprofil dar.

Hormonentzugstherapie und Antiandrogene

Das Sexualhormon Testosteron begünstigt das Wachstum von Prostatazellen – und somit auch des Prostatakarzinoms. Eine künstliche Absenkung des Testosteronspiegels kann helfen, das Wachstum zu verlangsamen oder zu unterdrücken. Die Hormonentzugstherapie wird angewendet, wenn der Krebs als unheilbar gilt oder der körperliche Allgemeinzustand des Patienten keine anderen Therapien zulässt. Sie kann helfen, die Beschwerden zu lindern.

Entweder wird die Testosteronproduktion mit Medikamenten oder durch Entfernung der Hoden gehemmt. Alternativ können Medikamente aus der Gruppe der Antiandrogene eingesetzt werden. Diese beeinflussen nicht den Testosteronspiegel sondern verhindern lediglich das Wirksamwerden des Hormons. In Folge des Hormonentzugs kann es zu Antriebsschwäche, Hitzewallungen, Osteoporose, Verlust des sexuellen Interesses oder der Potenz kommen. Die Hormonentzugstherapie kann auch ergänzend vor oder nach einer Strahlentherapie eingesetzt werden.

Aktive Überwachung und Langfristiges Beobachten (Watchful waiting)

Ein Prostatakarzinom mit niedrigem Risikoprofil wächst sehr langsam und verursacht lange Zeit keine Beschwerden. In diesen Fällen kann es sinnvoll sein, die Erkrankung nur zu beobachten. Eine Therapie einzuleiten wäre verfrüht, da diese die Lebensqualität stärker beeinträchtigen würde, als die Erkrankung selbst. Im Rahmen der Aktiven Überwachung werden die PSA-Werte regelmäßig überprüft und Tastuntersuchungen empfohlen. Ergibt sich ein Fortschreiten der Erkrankung, wird eine Therapie eingeleitet.

Langfristiges Beobachten beinhaltet regelmäßige Untersuchungen. Durch die regelmäßigen Kontrollen des körperlichen Zustandes wird noch keine Therapie begonnen. Dies wird für Patienten empfohlen, die in keiner guten körperlichen Verfassung sind oder ein hohes Lebensalter haben.

Chemotherapie

Wenn die Beschwerden nicht auf eine Hormonentzugstherapie ansprechen, kann eine Chemotherapie helfen, Beschwerden zu lindern und die verbleibende Lebenserwartung zu verlängern. Hierbei werden spezielle Medikamente eingesetzt, die das Krebswachstum hemmen. Chemotherapie kann zu allergischen Reaktionen, Übelkeit und Erbrechen, Infektionen und weiteren Nebenwirkungen führen.

Palliative Behandlung

Besteht keine Aussicht auf Heilung, zielt die Behandlung vor allem auf eine Verringerung von Schmerzen und Beschwerden ab. Hierfür ist beispielsweise bei einem Vorliegen von Knochenmetastasen eine angepasste medikamentöse Therapie angeraten. Elementarer Bestandteil der palliativen Betreuung ist eine zufriedenstellende Schmerzmedikation. Durch Kombination verschiedener Schmerzmittel wird Schmerzfreiheit angestrebt.

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Wenn das Herz den Körper nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt.

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Zu hoher Tabakkonsum ist der häufigste Auslöser von Lungenkrebs, der jedoch ganz unterschiedlich auftreten kann.

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Alles auf einmal - Leidet man unter mehreren Krankheiten gleichzeitig, spricht man von Multimorbidität.

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