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Schlafapnoe-Syndrom

Die Nutzung eines Beatmungsgeräts mit positiven Luftdruck, genannt cPAP, ist in vielen Fällen das Mittel der Wahl. Manchmal kann auch eine Operation notwendig sein.

Schlafapnoe in der Behandlung

Der Therapieerfolg richtet sich nach der Ausprägung

Die Therapie des obstruktiven Schlafapnoe-Syndroms richtet sich nach Ausprägung und Schwere der Erkrankung. Eine medikamentöse Behandlung des obstruktiven Schlafapnoe-Syndroms ist nicht möglich.

Ein Teil der Behandlung besteht darin, mögliche Ursachen des Schlafapnoe-Syndroms zu beheben. Liegt beispielsweise Übergewicht vor, wäre eine Gewichtsreduktion ein erstes Behandlungsziel, denn eine Verringerung des Körpergewichts, wirkt sich in vielen Fällen positiv auf die nächtliche Atmung aus. So kann eine Gewichtsabnahme um 10-15% des Ausgangsgewichts (bei Männern mit moderatem Übergewicht) die Häufigkeit der nächtlichen Atemaussetzer um etwa die Hälfte reduzieren. Ebenfalls wird empfohlen, auf Alkohol und Nikotin zu verzichten.

Neben der Einflussnahme auf mögliche Ursachen der obstruktiven Schlafapnoe, gibt es verschiedene Therapieoptionen, um eine reguläre nächtliche Atmung zu erreichen.

Beatmungsgerät | Pflegewelt von AXA

Beatmungsgerät (cPAP-Geräts)

An erster Stelle steht die nächtliche Überdruckbeatmung. Hierbei wird ein Beatmungsgerät genutzt. Dieses Beatmungsgerät verfügt über eine Atemmaske, die über Mund und Nase sitzt. Kontinuierlich wird dann ein positiver Luftdruck (cPAP, continuous positive airway pressure) erzeugt – das Einatmen wird erleichtert.

Der Druck sorgt zudem dafür, dass die Atemwege „offen bleiben“. Anfänglich empfinden viele Anwender das Tragen der Maske oder die Geräusche des Beatmungsgeräts als ungewohnt und störend. Die meisten gewöhnen sich jedoch innerhalb weniger Wochen an die Nutzung des Geräts.

Die Anwendung eines cPAP-Geräts kann Atemaussetzer verhindern und wirkt sich somit auch deutlich positiv auf andere Symptome aus. Die Lebensqualität von Betroffenen kann durch diese Therapieform deutlich verbessert werden.

Unterkieferprotrusionsschiene

Eine weitere nicht invasive, also nicht chirurgisch eingreifende, Therapieoption ist eine sogenannte Unterkieferprotrusionsschiene. Eine solche Schiene wird individuell angefertigt und angepasst. Es handelt sich um Bissschienen für den Unterkiefer, die entweder die Zungenlage direkt beeinflussen, oder durch die Vorverlagerung des Unterkiefers gleichzeitig die Zunge verlagern, um so die oberen Atemwege „zu öffnen“. Diese Behandlungsmethode eignet sich vor allem bei leichten bis mittelschweren Formen des obstruktiven Schlafapnoe-Syndroms.

Was wenn der Behandlungserfolg ausbleibt?

Operationsmethoden

Führen die Behandlungen mittels cPAP oder Unterkieferprotrusionsschiene nicht zu dem gewünschten Erfolg, kann in manchen Fällen ein operatives Verfahren hilfreich sein. Je nach Schwere des obstruktiven Schlafapnoe-Syndroms und welche anatomischen Begebenheiten der oberen Atemwege vorliegen, kommen verschiedene Operationsmethoden infrage.

Bei Behandlungen mittels Radiofrequenztherapien werden gezielt bestimmte Bereiche im Nasen- und Rachenraum verkleinert. Auf diese Art und Weise kann schlaffes Gewebe stabilisiert werden. Ein solcher Eingriff kann unter lokaler Betäubung ambulant durchgeführt werden. In manchen Fällen reicht dies aus, um die Ursache für Schnarchen und Atemaussetzer zu beheben. Häufig sind solche Korrekturen allein jedoch nicht zielführend. Sie können jedoch zu einer besseren Wirksamkeit anderer Verfahren (wie cPAP) beitragen.

Operationsmethode | Pflegewelt von AXA

Eine andere Behandlungsmethode stellen Weichgaumenimplantate dar. Hierbei werden drei Stäbchen aus Polyester in die Muskulatur des weichen Gaumens eingespritzt. Der weiche Gaumen wird hierdurch stabilisiert bzw. versteift. Diese Operation erfolgt meist unter örtlicher Betäubung und kann für Patienten mit milder obstruktiver Schlafapnoe mit einem BMI von < 32kg/m² empfohlen werden.

Eine weitere Option ist eine Entfernung bzw. Verkleinerung der Gaumenmandeln. Meist ist dieser Schritt Teil einer der häufigsten Operationsmethoden bei obstruktivem Schlafapnoe-Syndrom, der sogenannten Uvulo-Palato-Pharyngo-Plastik, kurz UPPP. Zusätzlich zur Entfernung der Gaumenmandeln wird der weiche Gaumen gestrafft und das Zäpfchen gekürzt – mit dem Ziel eine Verlegung der Atemwege zu erschweren. Die UPPP bringt nur in etwa der Hälfte der Fälle den gewünschten Erfolg.

Kommt eine obstruktive Schlafapnoe aufgrund einer Fehlstellung oder Deformierung vor, kann eine Operation diese Fehlstellung korrigieren.

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