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Schlaganfall

Vorboten eines Schlaganfalls sind häufig verkalkte Arterien oder Blutgerinnsel durch eine Herzrhythmusstörung.

Häufiger als man denkt

Dritthäufigste Todesursache

Der Schlaganfall ist die häufigste neurologische Erkrankung in Deutschland und ist die dritthäufigste Todesursache. Allein im Jahr 2006 sind vom Statistischen Bundesamt über 65.000 Todesfälle durch Schlaganfall verzeichnet worden, was einem Anteil von fast 8 % entspricht.

Darüber hinaus zählt der Schlaganfall zu den häufigsten Ursachen für eine dauerhafte Behinderung, die eine Pflegebedürftigkeit nach sich zieht. Dem Schlaganfall liegt ein plötzlicher Mangel der Nervenzellen an Sauerstoff und Nährstoffen zugrunde.

  

Folgende Arten lassen sich unterscheiden:

  • Von einer Minderdurchblutung verursachte Schlaganfälle werden auch als ischämische Schlaganfälle oder Hirninfarkte bezeichnet.
  • Einen von einer akuten Blutung im Gehirn verursachten Schlaganfall nennt man auch hämorrhagischen Infarkt oder Insult. Er entsteht durch Einblutungen in das Hirngewebe (intrazerebrale Blutung) oder durch eine Einblutung in den sogenannten Subarachnoidalraum. Der Subarachnoidalraum ist ein spaltförmiger Raum zwischen den Hirnhäuten, in dem das sogenannte Hirnwasser zirkuliert.

Die häufigste Ursache: Minderdurchblutung

Verkalkte Arterien

Ähnlich wie die Herzkranzgefäße können auch die Arterien des Gehirns „verkalken“. Der medizinische Fachbegriff dafür lautet Arteriosklerose.

Diese ist in 80 % Prozent der Fälle für einen Schlaganfall verantwortlich.

Die Verengung der Gefäße führt zu einem Sauerstoffmangel im Nervengewebe. Man spricht auch von einem ischämischen Schlaganfall.

  

Zu dieser lebensgefährlichen Minderdurchblutung kann es auf zwei Arten kommen:

  • Bei einem Thrombus wird das Gefäß durch ein Blutgerinnsel verlegt, welches an Ort und Stelle entstanden ist. Das Gewebe hinter dem Verschluss wird nicht mehr mit Blut versorgt und droht abzusterben. Die Nervenzellen funktionieren nicht mehr.
  • Bei einer Embolie wird das Blutgerinnsel von einer anderen Stelle des Körperkreislaufs, zum Beispiel der inneren Herzwand oder der Hauptschlagader, mit dem Blutstrom in das Gehirn verschleppt und verschließt die Hirnarterie wie ein Korken. Dies wird dadurch begünstigt, dass die Arteriosklerose bereits das Gefäßvolumen einengt.

Gefährliche Blutgerinnsel

Auch wenn das Gefäßsystem nicht durch Arteriosklerose belastet ist, können sich gefährliche Blutgerinnsel bilden. Hierfür ist eine spezielle Art der Herzrhythmusstörung verantwortlich, das sogenannte Vorhofflimmern. Es kann z. B. durch Bluthochdruck, angeborene Herzklappenfehler oder eine koronare Herzerkrankung ausgelöst werden.

Bei der koronaren Herzkrankheit sind die Herzkranzgefäße durch Arteriosklerose so verengt, dass der Herzmuskel nur noch sehr schlecht mit Sauerstoff versorgt wird.

Schlaganfall durch Hirnblutung

Nervenzellen geschädigt

Zu einem Schlaganfall kann es auch kommen, wenn Arterien im Gehirn platzen oder einreißen, sogenannte Subarachnoidalblutungen auftreten oder Gefäßfehlbildungen (Angiome) vorliegen.

Weitere Ursachen können aber auch ein Schädel-Hirn-Trauma, Gefäßentzündungen oder Gerinnungsstörungen sein.

  

In diesem Fall liegt keine Minderdurchblutung des Gehirns vor. Vielmehr drückt das austretende Blut so stark auf die empfindlichen Nervenzellen, dass es hier ebenfalls zu Schädigungen kommen kann.

Arterien können platzen, wenn sie z. B. durch arteriosklerotische Ablagerungen oder chronischen Bluthochdruck spröde und vorgeschädigt sind oder wenn ein angeborenes Aneurysma, eine Aussackung der Gefäßwand, vorliegt.

Weitere Krankheitsbilder

Herzinsuffizienz

Wenn das Herz den Körper nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt.

Angina pectoris

Wie zugeschnürt - Wird die Luft knapp und die Brust zu eng, kann eine Sauerstoff-Unterversorgung des Herzmuskels vorliegen.

Diabetes mellitus

Zuviel Zucker im Blut - Wenn der Körper seinen Insulinhaushalt nicht mehr regeln kann.

Demenz

Wenn Vertrautes fremd wird: langjährige Freunde werden nicht mehr erkannt und alltägliche Abläufe vergessen.

Migräne

Migräne ist nicht gleich Kopfschmerz, sondern wird von vielen weiteren Symptomen begleitet.

Rheumatische Erkrankungen

Eingeschränkte Beweglichkeit in Kombination mit Schmerzen wird meist einer rheumatischen Erkrankung zugeschrieben.

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