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Schlaganfall

Bei einem Schlaganfall ist schnelle Hilfe gefragt. Medikamentöse Therapien können das Blutgerinsel auflösen.

Test zur Erkennung eines Schlaganfalls

Schnell Klarheit schaffen

US-amerikanische Ärzte haben einen einfachen Test entwickelt, mit dem auch ungeübte Personen innerhalb einer Minute einen Schlaganfall relativ sicher erkennen können.

Eine repräsentative Studie zeigte, dass mit diesem Test fast jeder Mensch in der Lage ist, einen Schlaganfall korrekt zu diagnostizieren.

Und ein denkbarer „Fehlalarm“ ist im Zweifel immer noch besser als ein Patient, für den jede Hilfe zu spät kommt.

Führen Sie diesen Test durch, wenn Sie sich nicht sicher sind, ob eine Person einen Schlaganfall erlitten hat:

  • Bitten Sie die Person, zu lächeln (das Gesicht wird bei Lähmung einseitig verzogen).
  • Bitten Sie die Person, gleichzeitig beide Arme nach vorne zu heben, mit den Handflächen nach oben (bei einer Lähmung kann ein Arm nicht gehoben werden bzw. sinkt oder dreht sich, vor allem bei geschlossenen Augen)
  • Bitten Sie die Person, einen einfachen Satz nachzusprechen, wie z. B. „Ich benötige keine Hilfe“. Der Satz muss korrekt wiederholt werden, die Sprache darf nicht verwaschen sein.

Links zum Thema

Verschiedene Modelle - vorgestellt auf netdoktor.de

Eine Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) und der Deutschen Schlaganfallgesellschaft (DSG)

Die Rettungskette ist entscheidend

Medikamente helfen

In vielen Fällen kann die lokale oder systemische Verabreichung von sogenannten thrombolytisch wirksamen Medikamenten innerhalb von viereinhalb Stunden eventuell vorhandene Blutgerinnsel auflösen. Diese intravenöse Thrombolyse vergrößert die Chance einer guten Erholung von neurologischen Ausfallerscheinungen. Um dieses therapeutische Ziel für möglichst viele Patienten zu erreichen, sind optimierte Zeitabläufe der Rettungskette notwendig.

Möglichst kurze Zeiten vom Symptombeginn bis zum Erreichen des Krankenhauses sollen erzielt werden. Dazu sind einige Faktoren von Bedeutung. Ein Schlaganfall muss zunächst als solcher erkannt werden, dazu ist eine breite Bevölkerungsaufklärung nötig. Dann muss schnellstmöglich ein Notruf abgesetzt werden, sprich die Feuerwehr informiert werden (Notruf 112). Das sind die Voraussetzungen, um einen möglichst schnellen Transport in ein Krankenhaus zu gewährleisten.

Möglichst kurze Zeiten vom Symptombeginn bis zum Erreichen des Krankenhauses sollen erzielt werden.

Ist man selbst vor Ort bei einem Menschen, der einen Schlaganfall erlitten hat, geht es auch darum, den Patienten weiterhin zu betreuen. Dabei sollte der Oberkörper erhöht gelagert und fortlaufend das Bewusstsein kontrolliert werden. Der Patient sollte keinerlei körperlicher Belastung ausgesetzt sein und weder essen noch trinken, da das Gehirn den Schluckvorgang eventuell nicht mehr richtig steuern kann und dann Erstickungsgefahr droht.

Gut zu wissen:

„Time is brain!“ Bei einem Schlaganfall zählt jede Sekunde. Lieber den Notarzt einmal zu viel rufen als einmal zu wenig.

Therapie und Rehabilitation

Geeignete Therapien

Neben der komplexen medikamentösen Therapie gibt es weitere Maßnahmen, die es zu beachten gilt.
Schlaganfall-Patienten ist zu raten, immer auf eine vielseitige, fettarme und ballaststoffreiche Ernährung zu achten. Auf Nikotin und Alkohol sollte verzichtet werden. Ein gesundheitsbewusster Lebensstil kann das Risiko eines weiteren Schlaganfalls senken.

Lange Zeit galt der Schlaganfall als ein Schicksalsschlag, dem man sich mit all seinen Folgen beugen musste. Man war der Meinung, dass die im Gehirn verursachten Schäden irreparabel seien. Doch in den letzten zwei Jahrzehnten haben die Hirnforscher viele neue Erkenntnisse gewonnen. 

Heute weiß man, dass auch im erwachsenen Gehirn neue Nervenverbindungen entstehen und die Funktion von zerstörtem Gewebe ersatzweise übernehmen können, hier spricht man von der „Plastizität des Gehirns“.  Ebenso laufen auf Zellebene Reparaturmechanismen ab, die Schäden nach einem Schlaganfall mindern können.

Das heißt: unser Gehirn ist – in begrenztem Maße – zur Regeneration fähig. Im Mittelpunkt der neurologischen Rehabilitation stehen daher Maßnahmen, die verlorengegangene Fähigkeiten wieder erlernbar machen. Sie betreffen hauptsächlich die Körper- und Umweltwahrnehmung des Betroffenen und können im besten Fall zur vollständigen Genesung beitragen.

Rehabilitation

Hierzu gehören:

  • Das Einüben von Bewegungen und Gangmustern mit Physiotherapeuten
  • Übungen zum Wiedererlangen sensomotorischer Fähigkeiten mit Ergotherapeuten
  • Sprach- und Sprechübungen mit Logopäden
  • Hilfe zur Wiedereingliederung ins Alltagsleben durch Psychologen und Pädagogen

Menschen, die einen Schlaganfall erlitten haben, sollen körperliche Funktionen wiedererlernen können und in ein passendes soziales Umfeld eingegliedert werden. Der Patient soll möglichst unabhängig leben können, das heißt auch, dass er durch die Rehabilitation kompensatorische Maßnahmen erlernen soll, mit denen er mögliche verlorene Funktionen ersetzen kann. Hierzu ist es wichtig, dass ein strukturiertes, komplexes Rehabilitationskonzept vorhanden ist.

Das Bobath-Konzept

Das Bobath-Konzept beruht auf der Annahme der "Umorganisationsfähigkeit" (Plastizität) des Gehirns. Das bedeutet, dass gesunde Hirnregionen die zuvor von den erkrankten Regionen ausgeführten Aufgaben neu lernen und übernehmen können. Durch wiederholtes Üben und Stimulation soll dieser Prozess der „Bahnung“ gefördert werden.

Weitere Krankheitsbilder

Herzinsuffizienz

Wenn das Herz den Körper nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt.

Angina pectoris

Wie zugeschnürt - Wird die Luft knapp und die Brust zu eng, kann eine Sauerstoff-Unterversorgung des Herzmuskels vorliegen.

Diabetes mellitus

Zuviel Zucker im Blut - Wenn der Körper seinen Insulinhaushalt nicht mehr regeln kann.

Demenz

Wenn Vertrautes fremd wird: langjährige Freunde werden nicht mehr erkannt und alltägliche Abläufe vergessen.

Migräne

Migräne ist nicht gleich Kopfschmerz, sondern wird von vielen weiteren Symptomen begleitet.

Rheumatische Erkrankungen

Eingeschränkte Beweglichkeit in Kombination mit Schmerzen wird meist einer rheumatischen Erkrankung zugeschrieben.

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