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Tinnitus

Der Tinnitus lässt sich in verschiedene Formen unterteilen, akuter und chronischer Tinnitus sind zwei davon.

Der Ursprung liegt nicht immer im Ohr

Verschiedene Einteilungen

Es gibt mehrere Möglichkeiten, Tinnitus einzuteilen. Zunächst kann zwischen einem objektiven und einem subjektiven Tinnitus unterschieden werden. Bei einem objektiven Tinnitus lässt sich eine Quelle für die „Geräusche im Ohr“ in einer Untersuchung nachweisen. Hierbei kann es sich zum Beispiel um Strömungsgeräusche aus einem Gefäß handeln, die der Untersucher mit einem Stethoskop hören kann. Bei dem weitaus häufigeren subjektiven Tinnitus ist kein akustischer Auslöser nachweisbar.

Eine weitere Einteilung beruht auf dem Entstehungsort des Tinnitus. Dieser kann im gesamten auditiven System liegen. Dieses besteht aus äußerem Ohr, Mittelohr, Innenohr, dem Hörnerv, welcher akustische Informationen weiterleitet, und dem Gehirn, welches diese Informationen verarbeitet.

Nimmt der Betroffene das Ohrgeräusch wahr, kann aber so damit umgehen, dass es ihn in seinem Leben kaum beeinflusst und kein Leidensdruck entsteht, so spricht man von einem kompensierten Tinnitus.

Entsteht aber ein starker Leidensdruck, so ist die Lebensqualität eingeschränkt. Möglicherweise entwickeln sich Komorbiditäten, wie sie im Abschnitt „Risiken und Symptome“ genannt sind.

  

In diesem Fall handelt es sich um einen dekompensierten Tinnitus. Diese Faktoren berücksichtigt auch die Einteilung des Tinnitus nach Biesinger:

  • Grad 1: Der Tinnitus ist gut kompensiert, kein Leidensdruck.
  • Grad 2: Der Tinnitus tritt hauptsächlich in Stille in Erscheinung und wirkt störend bei Stress und Belastungen.
  • Grad 3: Der Tinnitus führt zu einer dauernden Beeinträchtigung im privaten und beruflichen Bereich. Es treten Störungen im emotionalen, kognitiven und körperlichen Bereich auf.
  • Grad 4: Der Tinnitus führt zur völligen Dekompensation im privaten Bereich und zur Berufsunfähigkeit.

Zuletzt lässt sich noch nach der Dauer des Tinnitus zwischen einer akuten und einer chronischen Form unterscheiden. Von einem akuten Tinnitus spricht man bei einer Dauer des Ohrgeräusches von bis zu drei Monaten. Besteht der Tinnitus länger, so handelt es sich definitionsgemäß um ein chronisches Geschehen.

Entstehungfrage noch nicht geklärt

Der Ursprung liegt im Ohr

Wie genau Tinnitus entsteht, ist noch nicht vollständig geklärt. Man geht davon aus, dass eine Übererregung der Nervenbahnen im Gehirn vorliegt, die für die Verarbeitung von akustischen Reizen zuständig sind. Als Ursachen für diese Fehlaktivierung kommen die meisten Veränderungen des auditiven Systems infrage. Die Bandbreite reicht hier von einem „Ohrenschmalzpfropf“ im äußeren Ohr über einen Paukenerguss im Mittelohr bis zu einer Geschwulst des Hörnervs.

Aber auch Prozesse, die nichts mit dem Hörapparat zu tun haben, können Ohrgeräusche verursachen. Hierzu gehören zum Beispiel Gefäßfehlbildungen, die zu pulssynchronen Geräuschen führen, und Durchblutungsstörungen des Innenohrs.

Stress verstärkt die Symptome
Auch Lärmbelastungen können zur Entstehung von Ohrgeräuschen führen. Lärm kann eine Schädigung des Innenohrs bewirken und neben Ohrgeräuschen zu einer dauerhaften Hörminderung führen. Außerdem beeinflusst die seelische Verfassung des Betroffenen stark die Wahrnehmung des störenden Ohrgeräusches. Bei Stress und Belastung wird das Ohrgeräusch oft als quälender empfunden.

Bei der sogenannten Menièrschen Krankheit sind die Ohrgeräusche nicht das einzige Symptom. Hier tritt der Tinnitus zusammen mit Drehschwindelattacken und einer Hörminderung auf.

Die wichtigsten Ursachen für einen Tinnitus:

Entstehungsort im auditorischen System:

  • Verstopfung des Gehörgangs
  • Mittelohrprozesse (z.B.: Mittelohrentzündung, Versteifung der Gehörknöchelchen)
  • Schäden des Innenohrs (z.B. durch Lärmbelastung)
  • Schäden des Hörnerven (z.B. Geschwulst des Hörnerven)
  • Hörsturz (plötzlich auftretender Hörverlust)

Andere Ursachen:

  • Gefäßfehlbildungen und Fehlverbindungen von Gefäßen
  • Durchblutungsstörungen, Bluthochdruck, niedriger Blutdruck
  • Muskelzuckungen an der Muskulatur des Gaumensegels oder des Mittelohrs
  • Verspannungen und Fehlstellung des Kiefergelenks
  • Infektionen des Nervensystems (z.B. Borreliose)
  • Tinnitus als Nebenwirkung einiger Medikamente

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