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PflegeTIPP

Es ist nie zu spät, mit dem Trinken aufzuhören. Zwei oder drei Bierchen zum Essen sind nicht zu viel - oder?  Manchmal schon! Wir zeigen Ihnen, ab wann und wie Sie eingreifen sollten.

Alkoholmissbrauch

Kontrollverlust

Das Bier oder der Wein zum Essen ist gesellschaftlich respektiert, wird sogar vorausgesetzt. Nichts Ungewöhnliches also. Ob es nun 2 oder 3 Biere waren, darauf kommt es doch nicht an. Nicht ganz richtig. Verschließen Sie nicht die Augen. Schauen Sie hin und verharmlosen Sie das Trinkverhalten des anderen nicht. Denn nicht nur der übermäßige Konsum von Alkohol an sich ist gesundheitsschädlich. Unkontrolliertes Trinken kann darüber hinaus zu Stürzen, Unfällen und so ggf. zur Pflegebedürftigkeit führen.

In unserem PflegeTIPP möchten wir Sie für das Thema „Alkoholkonsum und –abhängigkeit“ sensibilisieren.

1. Informieren Sie sich

Erste Anzeichen wahrnehmen​

Neben entsprechenden Internetplattformen bekommen Sie auch bei den zentralen Suchthilfestellen, wie beispielsweise der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e.V., hilfreiche Informationen zur Krankheit an sich, den Symptomen sowie Therapieangeboten und Selbsthilfegruppen. Nicht immer muss gleich eine Abhängigkeit vorliegen, auch ein übermäßiger Konsum sollte nicht unterschätzt werden. Die Übergänge sind häufig fließend. Achten Sie darauf, ob Ihr Angehöriger häufig nach Alkohol riecht. Wie ist sein Erscheinungsbild? Hat er Stimmungsschwankungen?

Weitere Anzeichen können sein:

  • Zittern
  • Appetitverlust
  • Gesichtsrötungen
  • Interessenverlust

Aus einem Gläschen in geselliger Runde können schnell mal drei oder vier werden. Auch wenn der Konsum bereits auffällig ist, scheuen sich viele Angehörige, das Offensichtliche anzusprechen. Sie möchten keinen Streit provozieren. Sie haben Angst, den Betroffenen zu verärgern oder mit Ihrer Vermutung falsch zu liegen. Sie schweigen und bleiben untätig.

Weitere Informationen

Alle Tipps finden Sie auch in unserem Infoblatt zum Thema noch einmal zusammengefasst und zum Nachlesen.

2. Brechen Sie das Schweigen

Unterstützung durch Konsequenz

Befreien Sie sich aus dem Zwang des Alkoholkonsums des Betroffenen. Trinken Sie nicht mit, spielen Sie nichts herunter, machen Sie sich nicht zum stillen Komplizen. Schweigen bringt keine Klärung oder Lösung. Im Gegenteil. Es hindert die Bereitschaft des Konsumenten, sein problematisches Verhalten zu erkennen.

Und das wiederum ist das oberste Ziel:
Der gefährdete Trinker muss sein ambivalentes Verhalten zum Alkohol selbst erkennen und dieses ändern wollen.

Ihre Aufgabe dabei ist einfach:
Handeln Sie partnerschaftlich. Seien Sie nicht autoritär und bevormundend, aber bleiben Sie konsequent in Ihrer Haltung.

Ein weiterer Tipp:

Haben Sie Geduld. Es wird sicherlich eine Zeit dauern, bis der Gefährdete selbst sein Trinkverhalten als problematisch erkennt. Darüber hinaus wird es auch dauern, bis er den bestehenden Widerspruch zwischen seinem Ziel – mit dem Trinken aufzuhören – und dem jetzigen Verhalten – dem Weitertrinken – erkennt.
Verzichten Sie auf Vorwürfe und Zurechtweisungen. Aber: bestärken Sie ihn in seinem Vorhaben.

Auslöser erkennen

Suchtgefährdete sagen, dass sie kontrolliert trinken. Dass sie jederzeit damit aufhören können. Zu Beginn mag das auch stimmen, aber irgendwann stellen die Betroffenen fest, dass ihnen ein alternatives Handeln nicht mehr möglich ist. Ein gutes Buch reicht nicht mehr zur Ablenkung. Der Cognac dabei darf nicht fehlen.

Lernen Sie, solche Situationen zu erkennen und bieten Sie Alternativen an.

Beziehen Sie einen Arzt ein

Sprechen Sie mit dem behandelnden Arzt. Vielleicht ist der Betroffene nicht richtig eingestellt oder die medikamentöse Behandlung nicht mehr ausreichend. Darüber hinaus kann auch der Besuch bei einem speziellen Schmerztherapeuten Hilfe bringen.

Auslöser können z. B. negative Gefühle sein, wie Einsamkeit oder Trauer. Geben Sie dem Gegenüber das Gefühl, gebraucht zu werden, für andere wichtig zu sein. Beziehen Sie Ihn in Ihr Tun mit ein. Verschaffen Sie ihm Abwechslung, stellen Sie ihm Aufgaben. Die Arbeit und das Zusammensein mit anderen lenkt ab. Das Geschaffene macht stolz und stärkt das Selbstvertrauen.

Abhängigkeitsgefährdete Menschen haben immer einen Grund, zu trinken: ein gutes Ergebnis der Lieblingsmannschaft ebenso wie ein schlechtes. Wichtig ist, dass der Betroffene selbst erkennt, dass sich solche Momente auch anders bewältigen lassen. Bei Frust hilft beispielsweise sportliche Aktivität. Lassen Sie Ihren Angehörigen in solchen Momenten nicht allein. Noch besser: verhindern sie das Entstehen einer derartigen Situation schon im Vorfeld. Manche Menschen trinken, weil sie Schmerzen haben. Sie verschaffen sich durch den Alkohol vermeintliche Linderung.

Es ist nie zu spät

Eine Therapie ist in jedem Alter anzuraten. Man ist nie zu alt, um mit dem Trinken aufzuhören. Es ist erwiesen, dass Ältere ebenso von Beratungen und Behandlung einer Suchterkrankung profitieren wie jüngere. Schauen Sie also hin. Verschließen Sie nicht die Augen vor der Gefahr oder dem Bestehen einer Alkoholabhängigkeit. Werden Sie nicht ungewollt zum Komplizen, zum Co-Abhängigen und schweigen Sie nicht. Sprechen Sie das Problem an und geben Sie Hilfestellung zur Selbsthilfe.

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg!

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