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PflegeTIPP

Langes Liegen oder Sitzen auf einer Hautpartie kann diese schädigen. Andauernder Druck führt dann zu einem Druckgeschwür. Erfahren Sie, wie Sie einem Wundliegen und so der Entstehung eines Dekubitus entgegenwirken können.

Dekubitusprophylaxe

Druck auf die Haut

Sind Menschen in ihrer Bewegung eingeschränkt oder sogar bettlägerig, kann es durch eine andauernde Druckbelastung zu Schädigungen der Haut kommen - einem sogenannten Dekubitus.

Aber auch bei länger bestehender Immobilität muss es gar nicht erst zu einem Druckgeschwür kommen. Viele einfache Hilfsmittel und Tricks unterstützen eine richtige Lagerung und gleichmäßige Druckverteilung.

Die Haut als Schutzschild

Wir zeigen Ihnen, wie Sie vorbeugend aktiv werden können.

Unser größtes Organ ist unsere Haut. Sie besitzt eine Vielzahl von wichtigen Funktionen. So schützt sie unseren Körper z.B. vor äußeren Einflüssen, dient zur Regulation der Körpertemperatur und ist gleichzeitig das wichtigste Tastorgan.

Auch wenn unsere Haut sehr robust und widerstandsfähig erscheint, so ist sie dennoch empfindlicher als wir vielleicht annehmen. Oder haben Sie gewusst, das bloßer Druck über einen längeren Zeitraum die einzelnen Hautschichten massiv schädigen kann?

  

Sind Menschen in ihrer Bewegung eingeschränkt oder sogar bettlägerig, kann es schnell und meist unbemerkt zu einem Druckgeschwür kommen, einem sogenannten Dekubitus.

Hier führt die andauernde Druckbelastung einer Stelle zu einer Unterversorgung des Gewebes. Auch wenn die Druckstelle rot ist, so ist das kein positives Anzeichen im Sinne einer guten Durchblutung, sondern muss vielmehr als Warnhinweis verstanden werden. Häufig sind Stellen mit Knochenvorsprüngen betroffen, wie das Steißbein oder die Schulterblätter.

Wundliegen vermeiden

Einem Wundliegen kann gut und vielfach durch einfache Hilfsmittel vorgebeugt werden.

Selbst bei länger bestehender Immobilität muss es gar nicht erst zu einem Druckgeschwür kommen. Kleine Kissen oder Handtücher können bereits eine Entlastung der jeweiligen Hautpartie bewirken.

Wir leiten Sie an, wie Sie eine richtige Lagerung und gleichmäßige Druckverteilung fördern und unterstützen können. Außerdem erklären wir Ihnen, wie Sie erste Anzeichen für einen Dekubitus frühzeitig erkennen können.

Haben Sie in der Praxis keinen Laptop zu Hand, um sich unsere Tipps noch einmal anzusehen, haben wir Ihnen die verschiedenen Tipps zur Lagerung und Prävention auch als Infoblatt zum Download und Ausdrucken bereitgestellt.

Weitere Informationen

Wie entsteht Dekubitus? Wie sind die Risikofaktoren einzuschätzen? Erfahren Sie mehr in unserem Infoblatt.

Die Haut als Alleskönner

Die Haut braucht Bewegung

Die Haut ist unser größtes Organ. Sie schützt uns vor äußeren Einflüssen und dient u.a. der Temperaturregulierung. Eine gesunde Haut benötigt nicht nur Pflege, sondern auch … Bewegung!

Denn mangelnde Bewegung und eine andauernde gleiche Druckbelastung kann unsere Haut schädigen. Ist eine Hautpartie dauerhaft Belastungen ausgesetzt, kann im Laufe der Zeit ein Druckgeschwür, ein sogenannter Dekubitus, entstehen.

Erstes Anzeichen eines Dekubitus ist eine leichte Rötung der oberen Hautschichten. Wird die Druckbelastung nicht reduziert oder beseitigt, können alle Hautschichten angegriffen werden. Besonders gefährdet sind Körperstellen mit Knochenvorsprüngen, z.B. Ellenbogen, Steißbein oder Fersen.

Hohes Alter, eingeschränkte Mobilität, aber auch eine Diabetes-Erkrankung und Untergewicht verstärken das Risiko einer Dekubitus-Entstehung.

Aber soweit muss es gar nicht erst kommen: Je mehr Sie über den Dekubitus wissen, desto besser können Sie sich davor schützen!

  

Neben verschiedenen Seiten im Internet bekommen Sie Informationen zur Prophylaxe sowohl in Apotheken und Sanitätshäusern, wie auch bei Ihrem Hausarzt oder Dermatologen.

Bewegung ist das Mittel der Wahl, um einem Wundliegen vorzubeugen. Förderlich sind einerseits gemäßigter Sport, aber auch einfache bewegungsfördernde Aktivitäten wie Spaziergänge, hauswirtschaftliche Erledigungen oder Gartenarbeit. Vermeiden Sie langes Liegen und Sitzen. Versuchen Sie, regelmäßig kleine Bewegungseinheiten in Ihren Tagesablauf zu integrieren.

Natürlich muss auch das räumliche Umfeld auf Bewegung ausgerichtet sein. Das gilt vor allem fürs Bett. Es sollte breit und groß genug sein, um sich entsprechend drehen und wenden zu können.

Wenn Sie viel sitzen, ist ein guter Stuhl das A und O. Der Großteil des Körpergewichts lastet auf dem Gesäß. Um dieses zu entlasten, sollte Ihr Stuhl eine hohe Rückenlehne haben. Beim Sitzen sollten Sie ihre Füße auf dem Boden abstellen können.

Tipps bei Bettlägerigkeit

Dekubitus-Prophylaxe ist vor allem bei der Pflege von bettlägerigen Menschen ein wichtiges Thema.
Als Helfer müssen Sie die anfälligen Körperbereiche von Druck befreien und die Person optimal positionieren.

Hier ein paar Beispiele:
Um Kreuz und Steißbein zu entlasten, nutzt man die 30 Grad-Lagerung.
Drehen Sie hierzu die Person auf die Seite und positionieren sie ein Kissen unter Wirbelsäule und Rücken. Drehen Sie ihn anschließend zurück. Nun liegt der Betroffene auf einer Seite erhöht auf dem Kissen. Das zweite Kissen wird unter den Oberschenkel der gleichen Seite geschoben. Das Laken muss faltenfrei sein.

Auch für die 135 Grad-Lagerung benötigen Sie zwei Kissen. Die Person liegt hierbei auf dem Bauch. Ein Kissen wird unter eine Hälfte des Brustbeinbereichs gelegt, das andere Kissen unter die gleiche Seite von Hüfte und Oberschenkel. So wird der unten liegende Oberschenkel vom Druck befreit.

Erfahrungen zeigen, dass vor allem die Fersen besonders empfindlich sind. Zur Vorbeugung bietet sich hier die Freilagerung an. Wie der Name schon sagt, liegen die betroffenen Partien nicht auf der Matratze auf. Als Hilfsmittel eigenen sich auch hierbei  kleine Kissen oder ein Handtuch in Brezel-Form.

Das Kissen wird unter der Wade platziert. Damit das Knie nicht überstreckt wird, positionieren Sie eine weitere Handtuchrolle unter dem Gelenk.

Vor allem bei der Pflege von bettlägerigen Menschen ist die Dekubitus-Prophylaxe eon wichtiges Thema.

Ergänzend können Sie weitere Stellen entlasten. Legen Sie Kissen oder Handtücher für ca. eine Stunde unter verschiedene Körperregionen wie Schulter und Becken.

Im Fachhandel gibt es darüber hinaus spezielle Anti-Dekubitus-Matratzen. Bei einer Weichlagerungsmatraze wird der Druck auf die Haut durch stärkeres Einsinken verringert. Die Matratze passt sich der Körperform an und begünstigt zudem den Luftaustausch.

Bei der Wechseldruckmatratze sorgt ein elektronisch gesteuertes System dafür, dass die Luftzellen in einem bestimmten zeitlichen Rhythmus mal mehr, mal weniger stark mit Luft gefüllt werden. So kommt es stetig zu einer Druckumverteilung.

Dekubitus erkennen

Da ein Druckgeschwür zumindest im Anfangsstadium nicht schmerzhaft ist, können erste Anzeichen leicht übersehen werden. Wichtig ist daher eine ständige Kontrolle der anfälligen Partien.

Drücken Sie leicht auf die gerötete Stelle. Verschwindet die Rötung, ist alles in Ordnung. Bleibt sie und wird nicht weiß, ist die Haut meist schon geschädigt.

Reinigen Sie Ihre Haut regelmäßig, aber nicht übermäßig. Vor allem ph-neutrale Seifen und Lotionen sind zu empfehlen, sie greifen den natürlichen Säureschutzmantel der Haut nicht an.

  

Jeder Mensch gibt über die Haut Flüssigkeit ab, vor allem nachts. Verwenden Sie daher atmungsaktive Bett- und Nachtwäsche, z.B. aus Baumwolle. Diese nimmt die Flüssigkeit gut auf.

Helfen Sie Ihrer Haut, sich selbst zu helfen. Eine ausgewogene Ernährung sorgt für eine gute Nährstoffversorgung der Haut. Hat sich bereits ein Druckgeschwür gebildet, benötigt der Betroffene mehr Proteine. Ergänzen Sie den Speiseplan also ausreichend mit eiweißhaltigen Nahrungsmitteln, wie z.B. Eiern, Fleisch oder auch Milchprodukten.

Und: Trinken Sie genug. Über den Tag verteilt sollten Sie mindestens 1,5 Liter Flüssigkeit zu sich zu nehmen.

Aktiv vorbeugen

Wenn Sie eine dekubitusgefährdete Person pflegen, nutzen Sie die verschiedenen Lagerungs-Tipps, um den Druck auf die Haut optimal zu verteilen und zu verändern. Lassen Sie sich im Fachhandel über spezielle Matratzen und andere Hilfsmitteln beraten.

Informieren Sie sich über die möglichen Risikofaktoren, beobachten Sie Ihre Haut und bleiben Sie in Bewegung.

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