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PflegeTIPP

Viele ältere Menschen leiden unter Depressionen ohne es zu wissen. Mögliche Anzeichen, wie Müdigkeit oder Appetitlosigkeit, werden häufig als typische Symptome einer Depression verkannt.

Depressionen im Alter

Typische Anzeichen

Jeder Mensch kennt negative Emotionen wie Traurigkeit, Niedergeschlagenheit und Antriebslosigkeit. Viele hatten schon einmal eine Phase, in der man sich nicht wohl gefühlt hat. Wie grenzt man nun aber eine solche Phase von einer Depression, einer ernstzunehmenden psychischen Erkrankung, ab?
In unserem PflegeTIPP zeigen wir Ihnen typische Anzeichen auf, die Ihnen dabei helfen können eine Depression frühzeitig zu erkennen.

Umgang mit Betroffenen

Die Erfahrung zeigt, dass gerade bei älteren Menschen die Möglichkeit einer bestehenden Depression oft nicht bedacht wird, da Symptome als „normale“ Veränderungen im Zuge des Älterwerdens gedeutet werden.

Unsere Tipps zum richtigen Umgang mit Depressionen helfen Ihnen dabei, den Betroffenen bestmöglich in seinem Alltag zu unterstützen. Des Weiteren erfahren Sie, welche Therapiemöglichkeiten es gibt, damit der Betroffene schon bald wieder ein unbeschwertes Leben führen kann.

Weitere Informationen

Alle Tipps und Informationen finden Sie auch in unserem Infoblatt zum Thema noch einmal zusammengefasst und zum Nachlesen.

Depressionen im Alter - Erfahren Sie mehr zum Thema!

Symptome erkennen​

Tage mit schlechter Laune, trüben Gedanken oder Lustlosigkeit haben wir alle schon einmal erlebt.

Normalerweise verschwinden diese Anflüge nach kurzer Zeit wieder. Ein nettes Gespräch, ein schönes Erlebnis - schon geht wieder die Sonne auf und wir schauen zuversichtlich nach vorne.
  

Symptome erkennen | Pflegewelt von AXA

Aber was, wenn es nicht so einfach ist? Wenn wir uns „so leer“ fühlen, alles „so sinnlos und mühsam“ erscheint? Wenn unsere trüben Gedanken ... immer und immer wieder um sich selbst kreisen? Tage-, wochen- oder sogar monatelang?

Depressionen zählen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen.

Auch, wenn mit dem Alter die statistische Wahrscheinlichkeit sinkt, an einer Depression zu erkranken, leiden dennoch bis zu 10% der älteren Bevölkerung daran. Und gerade die älteren Betroffenen werden oft nicht richtig behandelt.

Ein Grund: die Symptome einer Depression im Alter werden häufig mit den vermeintlichen Zeichen des Alters selbst verwechselt: Niedergeschlagenheit, gesellschaftlicher Rückzug oder Schlaf- und Ess-Störungen werden vorschnell als normales Altersphänomen abgetan oder mit einer beginnenden Demenz verwechselt.

Dabei sind diese Symptome auch typisch für eine Depression.

Die richtige Therapie

Darum unser erster Tipp: Informieren Sie sich!
Sowohl im Internet, wie auch in vielen Büchereien bekommen Sie Informationen zum Krankheitsbild, zur Diagnose und Behandlung.

Fragen Sie auch Ihren Haus- oder Facharzt um Rat.
Bei der Behandlung von mittleren oder schweren Depressionen sind Medikamente - sogenannte Antidepressiva - ein unersetzlicher Baustein. Sie helfen die akute Phase mit ihrer quälenden Symptomatik schnell zu durchbrechen.
An die Akuttherapie schließt sich meist für weitere 4 bis 6 Monate die medikamentöse Erhaltungstherapie an, um einen Rückfall zu verhindern. Und keine Sorge: Antidepressiva machen nicht süchtig.

Unser Tipp: Ermutigen Sie den Betroffenen zur gewissenhaften Einnahme. Die Wirkung von Antidepressiva setzt in der Regel erst nach zwei bis vier Wochen ein.

Ziel einer Verhaltenstherapie ist es, eingefahrene, falsche Denkmuster zu durchbrechen und die Depressionsspirale umzukehren.

Unser Tipp: Besprechen Sie mit dem behandelnden Arzt, wie sinnvoll welche Psychotherapie sein kann und wie man sie in die Wege leitet.

  

Und: Schließen Sie andere Ursachen z.B. körperliche Erkrankungen aus. Bei einer leichten Depression kann eine alleinige Psychotherapie schon ausreichen. Diese ist auch im Alter genauso wirksam wie in jüngeren Jahren!

Es ist sehr wichtig, dass der Betroffene nicht mit seiner Erkrankung alleine gelassen wird. Versuchen sie ihn behutsam zu mehr Aktivität zu bewegen.
  

Betroffene nicht alleine lassen | Pflegewelt von AXA

Verständnis aufbringen

Eine Depression ist kein Ausdruck einer Willensschwäche! Vermeiden sie unbedingt Appelle wie „Nimm Dich doch mal zusammen“.

Diese setzen den Patienten zusätzlich unter Druck. Bleiben Sie einfach positiv und zeigen Sie Verständnis. Seien sie geduldig! Es bringt nichts, darüber zu diskutieren, dass sein Rückzug von der Welt der falsche Weg ist. Unterstreichen Sie, dass Sie anderer Meinung sind. Aber bitte ohne Streit.

Einem depressiv Kranken fällt es sehr schwer, einen Arzt zu konsultieren. Darum: Unterstützen und begleiten Sie ihn!

Zusätzlicher Tipp:
Lassen Sie den Betroffenen in der akuten Phase besser keine wichtigen Entscheidungen treffen!

Auch die Aufkündigung von Freundschaften ist erst einmal tabu. Unterstützen Sie die Tagesroutine! Feste Schlafenszeiten, regelmäßige Mahlzeiten und natürlich die Einnahme der Medikamente gehören dazu. Loben Sie die Aktivität des Kranken.

  

Nehmen Sie seine Verhaltensweisen nicht persönlich! Er kann Ihnen nicht die Zuneigung zurückzugeben, die ihm entgegengebracht wird.

Gönnen Sie sich Zeit für sich selbst. Suchen Sie sich einen Ausgleich, der Ihnen gut tut.
Von der Diagnose bis zur Überwindung einer Depression vergeht oft ein Jahr. Um einen späteren Rückfall zu vermeiden, helfen ein paar einfache Verhaltensweisen.

Unsere Tipps:
Erholsamer Schlaf nach den Regeln der Schlafhygiene und regelmäßige körperliche Aktivität steigern das Wohlbefinden.
Entspannungstechniken wie die progressive Muskelentspannung nach Jacobson oder autogenes Training schaffen einen guten Ausgleich an stressigen Tagen.

Und auch die sozialen Kontakte sollten Sie pflegen. Nachbarschaft, Vereine oder ein Ehrenamt sind ideale Begegnungsstätten.

Also, nehmen Sie Hilfe an, suchen Sie Rat und genießen Sie das Leben.

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