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PflegeTIPP

Wann haben Sie Ihre grauen Zellen das letzte Mal so richtig beansprucht? Wie funktioniert unser Gedächtnis und wie lässt es sich - vor allem im Alter - trainieren? Wir geben Tipps und Anregungen.

Gedächtnistraining

Wunderwerk Gehirn

Unser Gehirn - unser eigener Hochleistungscomputer. Täglich vollbringt es ein wahres Wunderwerk. Tausende Informationen werden verarbeitet, sortiert, verworfen oder gespeichert. Erinnerungen, Erfahrungen und Erlebnisse können so auch Jahre später noch abgerufen werden.

Unser Gedächtnis altert

Grundlegend unterscheidet man zwischen dem semantischen, episodischen und prozeduralen Gedächtnis.

Das semantische Gedächtnis wird auch Faktengedächtnis genannt. Hier speichern wir alles, was wir im Laufe unseres Lebens lernen. Das episodische Gedächtnis speichert wichtige einzelne persönliche Erlebnisse und Ereignisse wie z.B. den ersten Schultag oder den ersten Kuss.

Das prozedurale Gedächtnis umfasst – wie der Name schon vermuten lässt – alle kognitiven Fertigkeiten, wie das Schreiben oder Schwimmen. Alle diese „Daten“ hat unser Gehirn gespeichert und abgelegt.

Wird eine einmal abgelegte Erinnerung im Laufe der Zeit nicht mehr abgerufen, „verblasst“ sie oder verschwindet sogar vollständig.

 

Genauso, wie die Haut altert, das Gehör schlechter wird und unsere Sehkraft nachlässt, nimmt auch die Leistungsfähigkeit unseres Gedächtnisses ab. Informationen werden nicht mehr so schnell und so gut verarbeitet, die Reaktionsgeschwindigkeit nimmt ab, die Aufnahme- und Verarbeitungsgeschwindigkeit lässt nach.

Aber: zum Glück lässt sich das Gedächtnis trainieren. Leicht und vielfach spielerisch können Übungen zur Förderung der Behaltensleistung in den Alltag integriert werden. Eselsbrücken, Merksätze und „Storytelling“ sind nur ein paar der Tricks, sich wichtige Informationen zu merken.

Im PflegeTIPP zum Thema „Gedächtnistraining“ zeigen wir Ihnen anschaulich, wie Sie Ihre grauen Zellen auf Trab bringen können und dass Gedächtnistraining auch viel Spaß machen kann. Probieren Sie es aus.

Gedächtnistraining - Erfahren Sie mehr zum Thema!

Praktische Übungen

Wir lernen - ein Leben lang! Und alles, was wir lernen, behalten wir im Gedächtnis, oder zumindest fast alles. Das semantische Gedächtnis umfasst das Faktenwissen, also z.B. Wissen aus Schule und Beruf.

Persönliche Erinnerungen und Erlebnisse, wie der erste Kuss, werden als episodisches Gedächtnis bezeichnet.
Das Gedächtnis ist also ein riesiger Speicher, aus dem wir unser Wissen abrufen können. Manchmal lässt uns dieser Speicher jedoch leider im Stich. Wir vergessen. Aber: dagegen kann man etwas tun. Trainieren Sie Ihre Gedächtnisleistung!

Tipp

Machen Sie sich schlau. Zum Thema Gedächtnistraining gibt es neben Informationen und Angeboten im Internet auch eine große Auswahl an Literatur mit praktischen Übungen

Aktiv bleiben

Ein gesunder Geist braucht einen gesunden Körper. Darum: Seien Sie aktiv. Ein paar Mal die Woche Sport – z.B. Joggen oder Schwimmen – genügen schon.

Aber auch Entspannung und ausreichend Schlaf sind wichtig. Lassen Sie Ihre Gedanken zur Ruhe kommen, besonders bei täglichem Stress.

Für ältere Menschen gilt zusätzlich der Rat: Bleiben Sie auch geistig aktiv. Suchen Sie sich neue Hobbys.
Lernen Sie eine Fremdsprache, vielleicht auch ein Instrument oder bekleiden Sie ein Ehrenamt.

Gerade Faktenwissen kann leicht in Vergessenheit geraten, erst recht, wenn es nur selten angewendet wird.

  

Vieles davon hat man irgendwann einmal auswendig gelernt oder sich angeeignet. Um sich zu erinnern, helfen Eselsbrücken.

Ein Beispiel:
Wie kann man Afrikanische von Indischen Elefanten unterscheiden? Afrikanische Elefanten haben die größeren Ohren. Ihr Umriss erinnert an Afrika.

Oder:
Wie lässt sich die Reihenfolge unserer Planeten merken? Mithilfe eines Merksatzes: „Mein Vater erklärt mir jeden Sonntag unseren Nachthimmel.“ Jeder Anfangsbuchstabe steht für einen Planeten: Merkur, Venus, usw. Fantasie spielt bei der Erschaffung von Eselsbrücken also eine entscheidende Rolle.

Weitere Informationen

Alle Tipps und Informationen finden Sie auch in unserem Infoblatt zum Thema noch einmal zusammengefasst und zum Nachlesen.

Dem Gedächtnis auf die Sprünge helfen

Ist es Ihnen auch schon so ergangen? Sie begegnen jemandem auf der Straße, Sie kennen ihn, aber Ihnen will der Name nicht mehr einfallen, dabei haben Sie sich erst vor kurzem bei einer Feier kennengelernt.

So ergeht es vielen Menschen. Auch hier gibt es Tricks.

Zum einen: Versuchen Sie den Namen des Gegenübers mit einem Bild zu verknüpfen. Das Bild kann mit dem Beruf oder einem ausgefallenen Hobby zusammenhängen. In unserem Beispiel ist Herr Esser Koch und Köche essen gern.

Zum anderen: Lernen Sie Gesichter mit Worten zu beschreiben. Achten Sie auf besondere Gesichtszüge, wie eine spitze Nase, große Ohren, schmale Lippen. Gleiches gilt für Gestik und Mimik.

Wenn Sie das nächste Mal auf die Person treffen, wird Ihnen sicherlich schnell das Bild und somit auch der Name wieder einfallen.

Zahlen leichter merken

Vielen Menschen fällt es besonders schwer, sich eine Zahlenabfolge zu merken. Sei es eine Telefonnummer oder die PIN der Kreditkarte. Hier gibt es verschiedene Gedächtnisstützen:

Bei der ersten Variante ist „Visualisierung“ das Stichwort. Wenn Sie sich z.B. eine vierstellige PIN merken wollen, tippen Sie diese immer wieder ein. Prägen Sie sich den Weg über das Zahlenfeld ein; sehen und spüren Sie die Eingabe. Vielleicht ergibt sich aus der Abfolge ein Buchstabe oder ein Symbol.

Bei der zweiten Variante geht es darum, eine Geschichte zu entwickeln. Hierzu wird jeder Zahl ein Objekt zugeordnet. Die 1 ist z.B. ein Haus, weil die Spitze wie ein Dach aussieht, die 2 steht für Zwillinge, die 3 für ein Dreirad usw. Wollen Sie sich jetzt eine Nummer merken, z.B. die Telefonnummer: 238179, ergänzen Sie die Symbole zu einem ganzen Satz – einer kleinen Geschichte.

„Die Zwillinge fahren mit dem Dreirad durch die Nacht ins Haus zu den 7 Zwergen und der Nonne.“

Bewusst handeln

Vergesslichkeit kann aber auch die Folge von Stress und mangelnder Aufmerksamkeit sein. Vor allem alltägliche Handlungen passieren häufig automatisiert, ohne, dass wir uns wirklich Gedanken über sie machen. Ist dieser Ablauf durcheinander geraten, gilt es, ihm wieder mehr Aufmerksamkeit zu schenken.
Hier hilft, sich Handlungen vorab bildlich vorzustellen. Beschreiten Sie Wege, die zu erledigen sind, bereits in Gedanken. Nehmen Sie sich vorher einen Moment Zeit und gehen Sie jeden Handgriff durch.

Spüren Sie die Bewegung in Ihren Fingern. So schärfen Sie Ihr Bewusstsein für die nächsten Schritte und Tätigkeiten.
Das Gedächtnis kann man also trainieren! Seien Sie aktiv: körperlich wie auch geistig. Schaffen Sie sich Merkhilfen wie Eselsbrücken. Seien Sie kreativ: Verpacken Sie Dinge, die Sie behalten wollen, in eine Geschichte, an die erinnert man sich besser. Lernen Sie jemanden kennen, achten Sie auf besondere Merkmale oder auch Gesten, die als Gedächtnisstütze dienen können. Und vor allem, gönnen Sie Ihrem Gedächtnis auch mal Pausen.

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