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PflegeTIPP

Hygiene ist vor allem bei der Pflege bettlägeriger Menschen ein wichtiges Thema. Regen Sie den Pflegebedürftigen zur Selbstständigkeit an.

Hygiene

Rundum Sauberkeit

Hygiene ist das zweite Thema in unserer Sendereihe PflegeTIPP von AXA.

Mit Hygiene ist dabei nicht nur das tägliche Händewaschen und die allgemeine Körperpflege gemeint. Hygiene und Sauberkeit beziehen sich auch auf das Wohnumfeld.

Hauterkrankungen vorbeugen

Bei alten und auch alleinstehenden Menschen kommt es vor, dass auf Sauberkeit nicht mehr so sehr geachtet wird. Leben Menschen allein, z.B. weil der Partner verstorben ist, oder haben sie keine sozialen Kontakte mehr, kann es vorkommen, dass sie keinen Sinn mehr darin sehen, sich selbst zu pflegen. Das eigene Erscheinungsbild ist nicht wichtig und auch das Instandhalten der Wohnung wird vernachlässigt. Es kommt keiner mehr zu Besuch, warum also Wischen und Staubsaugen?

Dabei ist vor allem die Körperpflege besonders wichtig. Schnell können durch mangelhafte Pflege Hautkrankheiten, wie z.B. Ekzeme, oder gar Infektionen entstehen. Um eine gesellschaftliche Isolation, eine Verwahrlosung und die mögliche Entstehung von Krankheiten - wie Infektionen - zu verhindern, ist Hilfe von außen gefragt.

Wir zeigen Ihnen, wie Sie erste Anzeichen erkennen und mit einfachen Mitteln entgegenwirken können. Holen Sie sich Anregungen, wie Sie die betroffene Person motivieren können, wieder mehr auf sich zu achten und sich sowohl im eigenen Körper als auch in den eigenen vier Wänden wieder wohl zu fühlen.

  

Außerdem erfahren Sie, was bei der Pflege bettlägeriger Menschen zu beachten ist. Denn da stellt Hygiene eine noch größere Herausforderung dar. Unsere Tipps helfen Ihnen dabei, mit den Pflegesituationen so umzugehen, dass die zu pflegende Person sich ernst genommen und respektiert fühlt.
 

Mangelhafte Körperpflege kann zu Ekzemen oder Infektionen führen.

Das eigene Wohlbefinden steigern

Damit Krankheiten gar nicht erst entstehen

Hygiene ist selbstverständlich. Sauber und gepflegt fühlen wir uns wohl.

Gute Hygiene ist auch notwendig. Wird sie vernachlässigt, drohen unter Umständen Hautkrankheiten, Infektionen oder andere Erkrankungen.

Gerade im Alter fällt Vielen die Körperpflege zunehmend schwer. Oft sind körperliche Beeinträchtigungen ein Grund. Aber auch mangelndes Interesse an der eigenen Pflege kann eine große Rolle spielen.

Ursachen ermitteln

Für Sie als Pflegenden ist es wichtig, zunächst die Ursachen für die mangelhafte Körperhygiene zu kennen: nur wer weiß, wo das Problem liegt, kann richtig handeln.

Warum sieht die Person einfach keinen Sinn darin, sich oder auch ihre Wohnung in Ordnung zu halten? Hat sie vielleicht der Tod des Partners seelisch aus der Bahn geworfen?

Oder liegt der Grund in der Wohnsituation? Sind die räumlichen Gegebenheiten an die körperlichen Einschränkungen angepasst? Oder könnte vielleicht eine neurologische Veränderung wie etwa Demenz oder Alzheimer vorliegen?

Sind die ersten Anzeichen einer eigenen Vernachlässigung zu sehen, sollten Sie handeln.
Manchmal sind wirklich nur ein paar Hilfestellungen und Anstöße nötig, die unter Umständen sehr viel ändern können.

Im Alltag wohlfühlen

Wenn das Bad zunehmend verwaist und unsauber ist, können kleine Handgriffe schon Wunder bewirken: Weg mit den alten Sachen!

In einem sauberen Bad ist es nicht nur leichter, sondern auch wesentlich angenehmer, auch sich selber sauber zu halten.

Also: Schwamm drüber! Die neue Sauberkeit im Bad kann auch Spaß machen – und ist oft auch eine Art Neuanfang für das Hygienebewusstsein der zu pflegenden Person.

Aber auch die Sorge, in der Dusche oder Wanne auszurutschen und sich dabei zu verletzen, kann ein Hinderungsgrund sein. Eine rutschfeste Matte auf dem Dusch- oder Wannenboden verhindert ein Ausgleiten und gibt zusätzliche Sicherheit. Auch das Handtuch in Griffweite reduziert die Sturzgefahr.

Außerdem: für ein paar Euro neue Drogerieartikel anschaffen. Frische wohlriechende Seife, eine angenehme Lotion, ein neuer Kamm. Auch die Zahnprothese reinigt man besser mit einer neuen, frischen Zahnbürste. Und: frisch gewaschene Wäsche duftet nicht nur gut, sondern gibt beim Tragen einfach ein gutes, frisches Gefühl.

  

Schon kleine Veränderungen können eine große Wirkung erzielen.

Ein weiterer Tipp:

Setzen Sie alltägliche Ziele – ein kleiner Spaziergang, eine Verabredung in der Stadt oder auch mal ein Besuch, z.B. des Neffen.  
Die Wohnung sollte dann vorzeigbar sein. An einem hübsch gedeckten Tisch sitzt es sich doch viel angenehmer – und Kaffee und Kuchen schmecken doppelt gut.
Also: Problem erkennen, Maßnahmen ergreifen, Vorbild sein, Ziele setzen.
Und nicht vergessen: Lob ist die beste Motivation, die es gibt!

Pflege bei Bettlägerigkeit

Selbständigkeit erhalten

Aus medizinischer Sicht ist Körperhygiene bei Bettlägerigkeit besonders wichtig. Praktisch stellt sie Patient und Pfleger vor besondere Aufgaben. Infektionen, Hautirritationen, Geschwüre oder Pilzbefall müssen unbedingt vermieden werden.
Dennoch sollte die Pflege dem Betroffen nicht vollständig abgenommen werden.

Gute Pflege bedeutet in diesem Zusammenhang also zweierlei: gute Hygiene und Gepflegtheit auf der einen Seite, aktive Einbeziehung des Patienten in die täglichen Hygiene-Rituale auf der anderen Seite.

Was heißt das konkret? Auch ein bettlägeriger Patient kann durchaus in der Lage sein, sich selbst zu rasieren. Zum Beispiel mit einem Elektrorasierer. Der Pflegende überlässt diese Aufgabe also weitgehend dem Patienten und greift höchstens helfend und unterstützend ein. Zeitdruck sollte hier keine Rolle spielen.

Würde bewahren

Gleiches gilt für die Körperreinigung: so viel wie nur irgend möglich sollte der Patient selber durchführen. Der Pflegende hilft, motiviert und unterstützt ihn dabei. Nur in Bereichen, die für den zu Pflegenden sozusagen „unerreichbar“ sind, greift er ein.

Die Wasch-Reihenfolge, in der Sie gemeinsam vorgehen, sollten Sie auf die Möglichkeiten, Bedürfnisse und Gewohnheiten Ihres Angehörigen abstimmen. Gehen Sie nach einer Checkliste vor – und verwöhnen Sie Ihren Patienten, so gut es geht.

Zahnpflege, egal ob im Mund oder Prothese, ist immer sehr wichtig! Auch das Kämmen der Haare unternimmt der Pflegende erst ab dem Punkt, ab dem der Kranke die entsprechenden Regionen nicht mehr erreichen kann.

Beziehen Sie den Pflegebedürftigen bei Entscheidungen mit ein. Lassen Sie ihm die Wahl über die Kleidung oder auch einen Duft für den Tag.

Respektvolles Miteinander

Wichtig bei allen Tätigkeiten: der gegenseitige Respekt, die Unbefangenheit und Sicherheit im Umgang miteinander. Denn es geht nicht nur um Hygiene und um Sauberkeit. Der Patient wird sich nicht nur sauber fühlen, sondern auch respektiert und in seinen Fähigkeiten und Bedürfnissen ernst genommen.

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