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PflegeTIPP

Inkontinenz ist ein Thema, über das niemand gerne spricht. Dabei leiden mehr als vier Mio. Menschen in Deutschland an einer sogenannten Drang- oder Belastungsinkontinenz.

Inkontinenz

Ein Tabuthema

Kaum einer spricht öffentlich darüber, aber viele kennen den Druck: „Schaffe ich es noch bis zur nächsten Toilette?“. Inkontinenz gehört in unserer Gesellschaft immer noch zu den großen Tabuthemen, und dass, obwohl viele von ihr betroffen sind.

Nicht nur Frauen, auch Männer leiden unter Blasenschwäche. Dieses Leiden ist nicht nur unangenehm, sondern häufig auch mit Scham und Peinlichkeit verbunden. Viele Betroffene ziehen sich zurück, vermeiden aus Angst und Scham soziale Kontakte. Unternehmungen und Verabredungen nehmen ab.

Leben ohne Einschränkungen

Diese Einschränkungen müssen nicht sein! Gezieltes Training und verschiedene Hilfsmittel helfen bei einer besseren Bewältigung des Alltags, sodass Sie Ihr Leben wieder nach Ihren Wünschen gestalten können – ohne Einschränkungen.

Wir zeigen Ihnen, was Sie selbst – auch schon im Vorfeld – tun können. Beckenbodengymnastik, Beratung vom Spezialisten, diese und weitere Tipps haben wir Ihnen in unserem PflegeTIPP zusammengestellt. Machen Sie sich eins bewusst: Sie sind mit Ihrem Problem nicht allein!

Auf einen Blick

In unserem Infoblatt zum Thema „Inkontinenz“ können Sie sich in Ruhe noch einmal alle Tipps und wesentlichen Informationen durchlesen. Anhand von Fotostrecken erklären wir Ihnen anschaulich und verständlich die einzelnen Übungen des Beckenbodentrainings im Detail.

Inkontinenz - Erfahren Sie mehr zum Thema!

Ursachen von Inkontinenz

Wenn die Blase drückt, kann es unangenehm werden. Viele kennen das Problem, aber nur die wenigsten sprechen darüber: Harninkontinenz oder auch Blasenschwäche. Geschätzt mehr als 4 Mio. Deutsche leiden an ihr.

Die häufigsten Formen: Belastungs-  und Dranginkontinenz.
Bei der Belastungsinkontinenz kommt es zu unwillkürlichem Harnverlust beim Heben, Lachen oder Husten.

Die Dranginkontinenz äußert sich in ungewöhnlich häufigem, stark und plötzlich auftretendem Harndrang.

Die Ursachen für eine Inkontinenz können sehr unterschiedlich sein. Das Alter spielt z.B. eine entscheidende Rolle. Die Muskulatur erschlafft, die inneren Organe verändern ihre Lage.

  

Schwangerschaft, Operationen und Übergewicht sind weitere Risikofaktoren. Auch Beeinträchtigungen der kognitiven Fähigkeiten wie z.B. bei Demenz oder Alzheimer können ursächlich sein.

Unfair aber wahr, Risikofaktor Nr. 1 ist allerdings das Geschlecht. Frauen sind 3-4 Mal häufiger von Inkontinenz betroffen als Männer. Der Grund: Bei ihnen ist die Struktur des Beckenbodens weniger stabil ausgebildet.

Egal ob Männer oder Frauen, alle Betroffenen leiden sehr unter dem unkontrollierten Harnverlust. Aus Angst, aufzufallen, schränken sie sich in ihren Aktivitäten ein, verringern oder vermeiden den Kontakt mit anderen und ziehen sich zurück. Dabei gibt es viele erfolgversprechende Behandlungsansätze.

Spezielles Training

Zunächst sollten Sie einen Arzt konsultieren. Lautet die Diagnose „Erschlaffung der Beckenboden-Muskulatur“, können Sie meist selbst aktiv werden. Mit speziellen Übungen lässt sich die Muskelpartie nämlich gut trainieren. Jedoch ist das Training nicht ganz einfach, da die Muskeln im Inneren des Körpers liegen.

Es empfiehlt sich, die Abläufe vorab einmal von einem kundigen Physiotherapeuten erklären und zeigen zu lassen. Viele Übungen können gut in den Alltag integriert werden und sind auch zur Vorbeugung geeignet. Weitere Informationen hierzu erhalten Sie am Ende der Sendung.

Wenn Sie sich scheuen, einen Fachmann gleich zu Beginn zu Rate zu ziehen, bekommen Sie erste Auskünfte auch über das Internet. Viele Portale bieten umfassende Informationen an. Welche Behandlungsform für Sie speziell die geeignetste ist, vermag Ihnen jedoch nur der Spezialist zu sagen. Abgestellt auf Diagnose und Ursache, wird er mit Ihnen die möglichen Behandlungsvarianten erörtern. Auch bei der Wahl des richtigen Hilfsmittels kann er Ihnen weiterhelfen.

  

Mit speziellen Übungen kann die erschlaffte Beckenboden-Muskulatur gut trainiert werden.

Ziehen Sie sich nicht zurück!

Hilfsmittel im Alltag

Durch den aktiven Austausch mit anderen Betroffenen, z.B. in einer Selbsthilfegruppe, erhalten Sie praktische Tipps für den Umgang mit Inkontinenz im Alltag.

Es ist wichtig, einen Überblick und ein Gefühl für das eigene Toilettenverhalten zu bekommen. Hierfür empfiehlt es sich, ein sogenanntes Miktionsprotokoll zu führen. Miktion bezeichnet den Vorgang des Wasserlassens und die Entleerung der Blase. In einer Art Tagebuch tragen Sie ein, wie viel Sie trinken und wie häufig Sie die Toilette aufsuchen müssen.

Wichtig: Aus Angst vor Urinverlust sollten Sie keinesfalls das Trinken reduzieren. Durch mangelnde Flüssigkeitszufuhr können Sie die Inkontinenz nicht beheben. Vielmehr besteht so zusätzlich die Gefahr einer Blasenentzündung, weil die Blase nicht ausreichend gespült wird.

Zur besseren Steuerung des Harndrangs kann auch versucht werden, den optimalen Zeitpunkt der Blasenentleerung zu ermitteln. Durch gezieltes Training werden die Zeitabschnitte zwischen den einzelnen Toilettengängen stetig um ein paar Minuten verlängert, bis ein individuell angemessenes Intervall gefunden ist.

  

Zur besseren Bewältigung des Alltags gibt es zahlreiche Hilfsmittel, die den Urin auffangen, aufnehmen und ableiten. Die wohl bekanntesten sind Vorlagen und Pants.

Für Männer gibt es zudem ableitende Hilfsmittel wie das Kondomurinal. Hier wird der abgehende Urin in einem Urinbeutel sicher aufgefangen.

Wie sich zeigt, ist Inkontinenz ein Thema, mit dem Sie sich nicht zurückziehen sollten. Es gibt viele Mittel und Maßnahmen, das Problem in den Griff zu bekommen.

Vertrauen Sie sich anderen an. Mit den geeigneten Hilfestellungen können Sie Ihr Leben auch ohne Einschränkungen weiter führen wie bisher und gesellschaftlichen Aktivitäten nachgehen. Fragen Sie einen Spezialisten oder informieren Sie sich im Internet.

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