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PflegeTIPP

Haben Sie bereits eine Patientenverfügung? Nein? Sollten Sie aber. Denn eine Patientenverfügung ist keine Frage des Alters.

Patientenverfügung

Jeder kennt das…

Ist man krank, geht man zum Arzt. Nach der Untersuchung stellt der Arzt die Diagnose und schlägt eine Behandlung vor. Man stimmt der Behandlung zu, denn schließlich möchte man ja schnell wieder gesund werden.
Alles ganz einfach.

Aber was, wenn der Patient sich nicht zu der Behandlung und seinen Wünschen äußern kann? Zum Beispiel ein Mensch mit fortgeschrittener Demenz oder ein Unfallopfer? Hier hilft eine Patienten­verfügung. Mit dieser legen Sie schriftlich fest, in welche Heil­behandlungen und ärztlichen Eingriffe Sie einwilligen und welche unterbleiben sollen. Sie richtet sich an Ärzte, Pflegepersonal aber auch an Betreuer und Bevollmächtigte.

Mit unserem PflegeTIPP zeigen wir Ihnen, wie wichtig eine Patientenverfügung ist und was Sie in jedem Fall beachten sollten.

Junge Menschen benötigen keine Patientenverfügung?

Das stimmt so leider nicht!

Vorwiegend besteht die Ansicht: Eine Patientenverfügung ist nur etwas für alte und kranke Menschen. Wir sagen: Stimmt nicht!

Denn auch wenn wir das Thema gern weit von uns weisen... eine kurze Unachtsamkeit und schon... kann es zu spät sein.
 
Unsere Empfehlung: Seien Sie vorbereitet. Einen ersten guten Überblick erhalten Sie im Internet. Das Bundesministerium für Justiz stellt eine ausführliche Infobroschüre zum Download bereit, ebenso die Verbraucher­zentralen oder karitative Verbände. Ihre Rechtsschutz­versicherung übernimmt vielleicht sogar die Kosten für eine Beratung.

Weitere Informationen

In unserem Infoblatt haben wir Ihnen einige Links zusammengestellt.

Urteil des BGH zum Thema Patientenverfügung

Patientenverfügungen müssen unbedingt konkret formuliert sein
Der BGH urteilt darüber, dass Formulierungen wie "keine Lebenserhaltenden Maßnahmen" nicht ausreichend sind. Lesen Sie weitere Informationen über das Urteil des BGH.

Tipps rundum die Patientenverfügung

Formelle Anforderungen​

Im Internet gibt es neben generellen Informationen auch Musterverfügungen. Diese sind standardisiert und decken alle wesentlichen Fragen ab. Aber so individuell wie der Mensch an sich, so individuell sind auch seine Wert­vorstellungen und Wünsche. Darum empfehlen wir eine Musterverfügung nur als Vorlage.

Besser ist es, die vorgegebenen Textbausteine mit Ihren persönlichen Wertvorstellungen auszufüllen. Formulieren Sie so genau wie möglich. Oder lassen Sie sich von einem Arzt Ihres Vertrauens ausführlich beraten. Fragen zu medizinischen Maßnahmen und Behandlungen kann er Ihnen am besten erklären. Die Verfügung muss schriftlich verfasst und eigenhändig unterzeichnet werden. Das kann auch über einen Notar geschehen.

Unser Tipp: Notieren Sie Ihre Wünsche handschriftlich. So sind Sie auf der sicheren Seite.
 
Ist die Patientenverfügung verfasst, sind Sie nicht ein für alle Mal an sie gebunden. Sie kann nachträglich geändert oder sogar aufgehoben werden. Jede Patientenverfügung sollte mit einer Eingangsformel beginnen. Hier dürfen Ihr Name, Ihr Geburtsdatum und Ihre aktuelle Adresse nicht fehlen. Es empfiehlt sich die Patientenverfügung in regelmäßigen Abständen zu überprüfen und erneut mit Datum zu unterschreiben.

Welche Maßnahmen sollen getroffen werden?​

Stimmen die formellen Voraussetzungen, geht es anschließend um Ihre Wertvorstellungen und die einzelnen Maßnahmen.
 
Hier sollten Sie Situationen schildern, in denen Ihre Patientenverfügung gelten soll. Zum Beispiel im Endstadium einer unheilbaren Krankheit.
 
Einer der wichtigsten Punkte ist, festzulegen welche konkreten ärztlichen Maßnahmen Sie in diesen Situationen wünschen oder ablehnen. Zum Beispiel:  künstliche Ernährung oder Beatmung.
  
Achten Sie auch hier darauf, so präzise wie möglich zu formulieren. Auch Ihre Wünsche zum Ort der Behandlung sollten Sie in Ihrer Patientenverfügung festhalten.

Eine weitere Frage, die viele beschäftigt: Möchten Sie Ihre letzten Tage lieber zuhause oder in einem Hospiz verbringen? Von wem wünschen Sie sich Beistand in dieser Zeit?

Außerdem können Sie Ihre behandelnden Ärzte bestimmten Personen gegenüber von der ärztlichen Schweigepflicht entbinden. Falls Sie zusätzlich zur Patientenverfügung auch eine Vorsorgevollmacht oder Betreuungsverfügung erstellt haben, sollten Sie in Ihrer Patientenverfügung darauf hinweisen.

Sind Sie Organspender? Wenn ja, vermerken Sie es. Weiterhin wichtig: Halten Sie fest, dass Sie sich über den Inhalt und die Konsequenzen Ihrer Patientenverfügung bewusst sind.
 

Handlungsunfähigkeit | Pflegewelt von AXA
Wertvorstellungen | Pflegewelt von AXA

Wertvorstellungen

Leider kann es trotz aller Sorgfalt passieren, dass irgendwann eine Situation eintritt, die von Ihrer Patientenverfügung nicht abgedeckt wird. In diesem Fall werden die Ärzte versuchen, Ihren mutmaßlichen Willen zu ermitteln.
 
Deshalb empfehlen wir Ihnen, einen Überblick über Ihre persönlichen Wertvorstellungen und Lebenserfahrungen in die Patientenverfügung aufzunehmen.

Warum haben Sie die Patientenverfügung erstellt? Was heißt für Sie „menschenwürdig leben bzw. sterben“? Wie denken Sie über den Tod?

Anhand dieser persönlichen Darstellung erfährt der Arzt etwas über Ihre Beweggründe und kann sich an diesen orientieren. Zumindest  Ihre Wertvorstellungen sollen Sie von Hand schreiben.

Aufbewahrung

Ihre Patientenverfügung ist fertig? Ganz wichtig: Unterschreiben nicht vergessen! Wo sollte sie aufbewahrt werden? Der beste Platz ist Zuhause. Zusätzlich können Sie auch Kopien an vertraute Personen geben.

Weitere Möglichkeit: Hinterlegen Sei die Patientenverfügung bei einem Rechtsanwalt oder Notar. Egal wo Sie Ihre Patientenverfügung aufbewahren: Sie sollten immer einen Hinweis darauf bei sich tragen, zum Beispiel in Ihrem Portemonnaie. So können sich Ärzte oder Rettungskräfte im Notfall schnell Klarheit verschaffen.

Erzählen Sie außerdem Ihren Verwandten und Freunden von der Verfügung, damit möglichst viele Bescheid wissen.

Unterschätzen Sie nicht…

…die Wichtigkeit einer Patientenverfügung.

  • Machen Sie sich genaue Gedanken über Ihre Wünsche und Wertvorstellungen.
  • Sprechen Sie mit Ihren Angehörigen.
  • Lassen Sie sich von einem Arzt Ihres Vertrauens beraten.
  • Formulieren Sie die Situationen und Behandlungsmöglichkeiten in Ihrer Patientenverfügung so genau wie möglich.

Nur so können Sie sichergehen, dass alle Ihre Wünsche später auch berücksichtigt werden.

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