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PflegeTIPP

Für Betroffene und Angehörige verändert sich mit der Diagnose das Leben sehr plötzlich. Erfahren Sie, wie der Genesungsprozess mit gezielten Maßnahmen  beschleunigt werden kann.

Schlaganfall

Auch Bernhard ist betroffen

Plötzlich von einer Sekunde auf die andere veränderte sich sein Leben und das seiner Frau Katharina.

Zum Glück war der Notarzt schnell vor Ort, sodass Bernhardt zeitnah behandelt werden konnte. Dennoch ist er auch nach erfolgter Therapie und Reha-Maßnahmen nur eingeschränkt mobil und selbstständig.

Maßnahmen zuhause weiterführen

Katharina und ihr Mann wollen an die Erfolge der Reha gemeinsam anknüpfen und die Maßnahmen auch zuhause weiter umsetzen. Dafür haben sie sich vom Spezialisten beraten lassen und zuhause Vorkehrungen getroffen.

In unserem PflegeTIPP zeigen wir Ihnen, wie auch Sie mit einfachen Maßnahmen das häusliche Umfeld des Patienten anpassen und welche Tricks helfen können, die betroffene Körperseite zu fördern. Oft bereiten sich Angehörige nicht gut genug auf die anstehende Pflegesituation vor.

  

Wenn nach der Rehabilitationsphase keine spezielle Förderung des Patienten im häuslichen Bereich stattfindet, riskiert man eine Stagnation des Gesundungsprozesses.

Die ausbleibenden Erfolge führen zur Frustration auf beiden Seiten. Wenn dem Pflegenden das Verständnis für die Krankheit fehlt, ist das oft der Grund für dauerhafte Konflikte. Machen Sie diesen Fehler nicht. Informieren Sie sich eingehend über alle möglichen Hilfestellungen für Ihren Angehörigen.

Passen Sie Ihren Wohnraum an

Alle Informationsquellen empfehlen eine Umstellung der Wohnräume: Eine Halbseitenlähmung lässt sich nur verbessern, wenn die Funktion der betroffenen Seite konsequent gefördert wird. Sie sollten das Bett zum Beispiel so aufstellen, dass der Patient mit der gesunden Seite zur Wand liegt. Wenn etwa die Tür und der Fernseher sich auf der gelähmten Seite befinden, entstehen viele Anreize, mit dieser Seite zu arbeiten.

Es wäre sicher zunächst weniger Aufwand für den Pflegenden, den Schlaganfall-Patienten viel im Bett liegen zu lassen oder ihn direkt im Rollstuhl an den Tisch zu schieben.

Investieren Sie in die Selbständigkeit Ihres Angehörigen und halten Sie sich an den Grundsatz, dass alle Bewegungen von der betroffenen Seite ausgehen sollten, sodass ein Zusammenspiel zwischen der betroffenen und der gesunden Seite entsteht.

Weitere Informationen

Wie entsteht ein Schlaganfall? Wie sind Schlimmeres verhindern? Erfahren Sie mehr in unserem Infoblatt.

Achten Sie auf den richtigen Einstieg in den Alltag

Fehlhaltungen vermeiden

Auch, wenn es anfangs mühsam ist: Unterstützen Sie den Betroffenen dabei, sich richtig an den Tisch zu setzen. Sie fördern damit seinen Weg zurück zu Normalität und Selbständigkeit, sorgen dafür, dass der Patient keine wunden Stellen vom Liegen bekommt und verhindern nebenbei, dass er sich beim Essen und Trinken verschluckt.

Ein Drittel der Schlaganfallpatienten leidet unter einer Schluckstörung. Sie beeinträchtigt die Lebensqualität des Betroffenen und kann außerdem zu Erstickungsanfällen oder Lungenentzündungen führen.
Informieren Sie sich beim behandelnden Logopäden und führen Sie die Therapie zuhause weiter. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Angehöriger einen besseren Umgang mit der Schluckstörung lernt: Gegessen wird z.B. im Sitzen, nicht im Liegen.

Fokussieren Sie einen Bewegungsablauf

Achten Sie darauf, dass der Betroffene sich jeweils ausschließlich darauf konzentriert, zu kauen, zu trinken oder zu sprechen. Er sollte nicht versuchen, zwei Sachen gleichzeitig zu machen.
Vermeiden Sie krümelnde Nahrungsmittel wie Nüsse, Körner oder Zwieback – ebenso wie Mischungen aus fester und flüssiger Nahrung, etwa Müsli oder Mandarinen.

Wenn die Sprachfähigkeit des Patienten betroffen ist, dauert es oft länger, bis er einen Satz gebildet hat und ausdrücken kann, was er möchte. Pflegende Angehörige reagieren oft mit Ungeduld oder Druck. Sie versuchen, die Sätze des Patienten zu vervollständigen. Besonders frustrierend für den Betroffenen ist es, wenn er einfach ignoriert wird, weil man ihn nicht verstehen kann.

Tipps bei Sprachstörungen

Achten Sie auf korrekt ausgeführte Wiederholungen

Obwohl Ihr Angehöriger jetzt Schwierigkeiten mit dem Sprachzentrum hat, ist er geistig nicht beeinträchtigt. Helfen Sie ihm, seine Sprachfähigkeit wieder zu erlernen. Besonders wichtig: Seien Sie geduldig! Geben Sie dem Patienten Zeit.

Sprechen Sie selbst laut und deutlich, in einfachen Sätzen, damit er Sie verstehen kann.

Sagen Sie ihm seine Wörter nicht vor, sondern sorgen Sie bei ihm für Erfolgserlebnisse. Üben Sie keinen Druck aus.

Deutliche Mimik und Gestik hilft, wenn sie zum Inhalt des Gesagten passt. Wenn Sie Ihren Angehörigen nicht verstanden haben, dann sagen Sie es ihm, damit er es erneut versuchen kann.

Um sicher zu gehen, dass Sie den Betroffenen verstanden haben, können Sie sich mit Ja- / Nein-Fragen absichern. Gerade, wenn der Patient sich gut erholt hat und langsam wieder Normalität einkehrt, stellen sich alte Gewohnheiten ein.

Die gelegentliche Zigarette, einseitige Tätigkeiten, zu wenig Sport, ungesunde Ernährung. Machen Sie Ihren Angehörigen auf seine risikoreiche Lebensweise aufmerksam. Erstellen Sie mit ihm zusammen einen Plan, damit er nicht vergisst, sich zu bewegen oder seinen Blutdruck regelmäßig zu kontrollieren.

Üben Sie regelmäßig die richtige Aussprache | Pflegewelt von AXA

Setzen Sie die Therapie zu Hause fort

Treffen Sie zuhause alle Vorkehrungen, die Ihrem Angehörigen jetzt helfen:
Stellen Sie die Wohnung um! Sprechen Sie mit den Therapeuten des Patienten und lassen Sie sich erklären, wie Sie an die bisherige Behandlung anknüpfen können. Fördern und fordern Sie die betroffene Körperseite des Patienten. Arbeiten Sie mit ihm zusammen daran, dass er bald wieder alleine aus dem Bett aufstehen und am Tisch sitzen kann. Benutzen Sie den Rollstuhl nur als Transportmittel. Ihr Angehöriger sollte auf einem richtigen Stuhl sitzen.

  

Wenn eine Schluckstörung vorliegt, achten Sie darauf, dass am Tisch jeweils nur gegessen, getrunken oder gesprochen wird. Informieren Sie sich über die richtigen Nahrungsmittel.
Wenn eine Sprachstörung vorliegt, seien Sie geduldig. Hören Sie gut zu und vervollständigen Sie nicht die Sätze des Betroffenen. Stellen Sie Ja-/Nein-Fragen.
Wenn Ihr Angehöriger auf dem Weg der Besserung ist: Helfen Sie, einen weiteren Schlaganfall zu verhindern. Arbeiten Sie daran, Risikofaktoren zu minimieren.

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