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PflegeTIPP

Pflegende kennen das Gefühl ständiger Anspannung. Pflege, Familie und Beruf in Einklang zu bringen, ist meist nicht leicht. Permanenter Stress führt zur Überforderung.

Pflege positiv bewältigen

Eine große Verantwortung

Pflegen Sie selbst eine Ihnen nahestehende Person, kennen Sie das Gefühl sicherlich: Sie möchten, dass es dem Betroffenen den Umständen entsprechend gut geht, versuchen seinen und auch den eigenen Ansprüchen gerecht zu werden. Als Pflegender trägt man viel Verantwortung. Der Pflegealltag ist meist zeitintensiv, körperlich anstrengend und emotional belastend. Oftmals werden eigene Bedürfnisse hinter die der anderen Menschen im näheren Umfeld zurück gestellt.

Mit der Kraft am Ende

Über kurz oder lang gerät der Pflegende irgendwann an den Punkt, an dem er nicht mehr kann. Die Belastungen und auch die Verantwortungen werden zu viel - zumindest für eine gewisse Zeit.

Die Folge: Chronischer Stress und immense Überforderung. Pflegende leiden vielfach unter Rückenschmerzen oder Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems. Hinzu kommen Erschöpfungssymptome wie Nervosität, depressive Verstimmungen oder auch Schlafstörungen.

Die Erfahrung im Umgang mit Pflegenden zeigt, dass die Reaktion nur allzu menschlich ist. Die eigene Kraft ist erschöpflich. Aber zu diesem Gefühl des „Ausgebranntseins“ muss es gar nicht erst kommen.

Belastungen vorbeugen

Im dritten Beitrag des PflegeTIPP von AXA dreht sich alles um den Pflegenden selbst: Wir zeigen Ihnen praktische Tipps und einfache Übungen, mit denen Sie in der Lage sind, die alltägliche Pflege und auftretende Konfliktsituationen besser zu meistern.

Lernen Sie den Umgang mit Stress. Entwickeln Sie wieder ein Empfinden für die eigenen Bedürfnisse. Wir zeigen Ihnen, wie es geht. Denn Pflegezeit ist Lebenszeit, auch für den Pflegenden selbst.

Weitere Infos

Pflegen bedeutet eine hohe körperliche Beanspruchung: Halten Sie ihren Bewegungsapparat fit und gesund!

Die Pflegesituation meistern

Herausforderungen im Alltag

Pflege zuhause. Leben im gewohnten Umfeld, unterstützt durch Angehörige. Pflegezeit ist Lebenszeit. Auch für die Pflegenden selbst. Und diese Pflegezeit ist in vielen Fällen anstrengend und lang – durchschnittlich 3-6 Stunden täglich.

Waschen, Anziehen, Kochen, viele zahllosen Hilfestellungen im Alltag. Aber mit der Pflege allein ist es ja meist nicht getan, alle sonstigen Aufgaben bleiben weiterhin bestehen: die Versorgung der eigenen Familie, Berufstätigkeit, Erziehung der Kinder sowie die Erledigung des Haushalts.

Dieser Doppel- oder gar Dreifach-Belastung sind viele Pflegende auf Dauer nicht gewachsen. Chronischer Stress führt zu chronischer Überforderung, an deren Ende häufig Frustration, Erschöpfung oder gar körperliche Beschwerden stehen. Kopfschmerzen, Unwohlsein, sogar Herz-Kreislauf-Probleme können die Folge sein.

  

Verstärkt werden die Symptome, wenn die geleistete Arbeit zusätzlich nicht gewürdigt wird – also ein Ungleichgewicht zwischen Arbeit und Anerkennung besteht. Alle Anstrengungen sind selbstverständlich, das Kümmern, die Bemühungen, die vielen Wege und die investierte Zeit.

Die Situation eskaliert! Es geht nicht mehr! Irgendwann versagen die eigenen Kräfte, die Motivation lässt nach – man fühlt sich ausgebrannt. Die große Leere.
Damit es erst gar nicht soweit kommt, gibt es hilfreiche Tipps zur Stressbewältigung.

Konflikte entstehen. Das ist ganz normal. Doch wenn es zur Auseinandersetzung kommt, verlassen Sie die Situation, bevor sie eskaliert. Atmen Sie durch. Schaffen Sie eine räumliche und mentale Distanz. Fragen Sie nach den Gründen der Auseinandersetzung: Warum sind Sie gerade sauer? Was ist der Auslöser?

Einen Ausgleich schaffen

Nehmen Sie sich bewusst Zeit für sich selbst. Es gibt fast nichts, was nicht auch ein bisschen warten kann. Oder besprechen Sie Ihren Ärger mit einer anderen - außenstehenden - Person. Teilen Sie sich mit. Das hilft in vielen Fällen bereits.

Ein gutes Mittel zur Stressbewältigung ist auch einfache aber regelmäßige Bewegung. Die sorgt im Allgemeinen schon für eine Verbesserung der Stimmung. Bei starker körperlicher Beanspruchung sollten Sie auch Ihre Kräfte trainieren. Ausreichend ist oft leichter Sport, z.B. Rückenübungen. Er kräftigt den Skelett- und Muskelapparat, unterstützt das Herz-Kreislauf- sowie das Immunsystem.

Egal, was Sie für sich entscheiden, es gilt: Je früher Sie anfangen, desto besser.

Körperliche Entspannung schaffen auch spezielle Übungen, wie beispielsweise Autogenes Training. Gönnen Sie sich bewusst solche Ruhepausen.

  

Für Pflegende ist es wichtig, sich auch bewusst Zeit für sich selbst zu nehmen.

Häufig reicht schon eine halbe Stunde, um die Energiereserven wieder aufzufüllen. Gehen Sie eine Runde spazieren oder widmen Sie sich Ihrem Hobby.

Richtig informieren

Auch wer gut informiert ist, erleichtert sich die Arbeit. Einschlägige Fachliteratur und verschiedene Internetportale, z.B. die der Caritativen Dienste, bieten viele Informationsquellen. Bei einigen gibt es darüber hinaus auch direkte persönliche sowie telefonische oder Online-Beratung. Der Austausch mit anderen Angehörigen und Pflegenden einer Selbsthilfegruppe eröffnet neue Einblicke.

Tipps zur Stressbewältigung

  • Schaffen Sie Distanz (räumlich und mental)
  • Suchen Sie nach den Gründen der Auseinandersetzung
  • Nehmen Sie sich Zeit für sich selbst
  • Regelmäßige Bewegung hilft, Frust abzubauen

Das Fazit:

Achten Sie neben allen Verpflichtungen auch auf Ihr eigenes Wohl und ignorieren Sie dabei Ihre eigenen Bedürfnisse nicht. Hören Sie auf die ersten Warnsignale. Versuchen Sie, ein paar der Tipps in Ihren Alltag zu integrieren. Pflegezeit ist Lebenszeit – für alle Beteiligten

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