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PflegeTIPP

Wenn etwas nicht mehr von allein oder durch eigene Kraft geht, ist Hilfe und Unterstützung gefragt. Scheuen Sie also nicht den entscheidenden Schritt und informieren Sie sich frühzeitig.

Umzug ins Heim

Hilfe durch Unterstützung

In Deutschland sind ca. 2,5 Mio. Menschen auf Hilfe angewiesen, sie sind pflegebedürftig. Nur ca. 30 Prozent von ihnen leben in Pflegeheimen. Der Großteil wird von Angehörigen oder Pflegediensten betreut – in den meisten Fällen zuhause. Aber was, wenn ein Leben zuhause irgendwann nicht mehr möglich ist, eine häusliche Betreuung durch Angehörige oder den Pflegedienst nicht mehr ausreicht? Auch wenn es schwer fällt, so kann dennoch der Umzug in ein Pflegeheim die passende Lösung sein.

Wir möchten Ihnen mit unserem PflegeTIPP dabei helfen, auf diesen entscheidenden Schritt gut vorbereitet zu sein.

Die Frage nach dem passenden Pflegeheim

Sammeln Sie Informationen​

Selbst wenn die Pflege zuhause noch gut zu schaffen ist, empfehlen wir Ihnen: Beschäftigen Sie sich frühzeitig mit dem Thema und der Frage nach einem passenden Pflegeheim.

Denn die Erfahrung zeigt, dass bereits ein Sturz eine Pflegebedürftigkeit zur Folge haben kann. Und dann muss alles meist recht schnell gehen. Wir empfehlen Ihnen, sich vorab mit den Angehörigen zu beraten, was Ihnen bei der Unterkunft wichtig ist.

  • Legen Sie Wert auf ein Einzelzimmer?
  • Soll das Heim in der gewohnten Umgebung sein, oder bietet es sich an, in die Nähe der Angehörigen zu ziehen?
  • Haben Sie Interesse an einer organisierten gemeinsamen Freizeitgestaltung?

Notieren Sie die wichtigsten Punkte. All diese Aspekte bilden später eine gute Grundlage für die Entscheidung.

Haben Sie Pflegeheime gefunden, die infrage kommen, fordern Sie einen Hausprospekt mit Preisliste, den Heimvertrag und die Hausordnung an. Vergleichen Sie die angebotenen Leistungen. Diese können sehr unterschiedlich ausfallen.
Prospekte mögen einen guten Überblick verschaffen, wir empfehlen Ihnen dennoch: Schauen Sie sich das Heim an. Denn nichts ist aussagekräftiger als das eigene Bauchgefühl und der erste Eindruck.

Weitere Informationen

Alle Tipps und Informationen finden Sie auch in unserem Infoblatt zum Thema noch einmal zusammengefasst und zum Nachlesen.

Die Besichtigung - darauf sollten Sie achten!

Machen Sie sich vor Ort ein eigenes Bild​

Bei einem Besuchstermin empfiehlt es sich, vorab alle Fragen zu notieren, die Sie dann in einem Gespräch mit der Heimleitung besprechen wollen. Vor allem: machen Sie einen Rundgang durchs Haus.

  • Wie sehen die Zimmer der Bewohner aus?
  • Entspricht die Ausstattung Ihren Wünschen und Ansprüchen?
  • Gibt es Gemeinschaftsräume oder vielleicht sogar einen Garten?

Fragen Sie nach sozialen Aktivitäten wie Spielenachmittagen oder Sportprogrammen. Scheuen Sie sich nicht, auch mal Bewohner nach ihren Eindrücken und Erfahrungen zu fragen.

Ebenfalls wichtig: die Verpflegung. Werfen Sie einen Blick auf die Speisepläne der letzten Wochen.

Natürlich spielt auch die eigentliche Pflege eine entscheidende Rolle. Versuchen Sie Rücksprache mit der Pflegedienstleitung zu halten. Fragen Sie nach der Anzahl der Pflegekräfte. Für die Pflegebedürftige ist es z.B. wichtig, dass sie es nicht ständig mit neuen Gesichtern zu tun hat. Erkundigen Sie sich auch über spezielle Therapieprogramme z.B. für Demenzkranke.

Am Ende zählt, wie schon gesagt, Ihr Bauchgefühl. Sie sollten sich wohl fühlen bei dem Gedanken, dass diese Einrichtung bald Ihr neues Zuhause sein könnte. Sollten Sie dennoch unschlüssig sein, bringt vielleicht ein Wohnen auf Probe die Entscheidung. Manche Heime bieten diese Möglichkeit an. Wenn nicht, können Sie vielleicht einen Schnuppertag machen.

Unsere Empfehlung

Heime vereinbaren für einen Besichtigungstermin gern gesonderte Beratungstermine. Wir meinen: Schauen Sie ruhig auch einmal unangemeldet vorbei. So ein Besuch verrät meist viel über die Stimmung im Heim.

Der Umzug

Vermeiden Sie Streit und Eile

Zeichnet sich ab, dass auf längere Sicht die Pflege zuhause nicht mehr möglich ist, sollten Sie als Angehörige die Notwendigkeit eines Umzugs offen ansprechen.

Ist ein schneller Umzug nicht zwingend erforderlich, überrumpeln Sie die Betroffene nicht mit diesem Schritt. Geben Sie ihr die Gelegenheit und auch die Zeit, sich an den Gedanken zu gewöhnen. Denn so eine Veränderung soll die Alltagsbewältigung und Pflege zwar verbessern, sie bringt aber auch viele Ängste mit sich. Viele Betroffene haben vorher ein eigenständiges Leben geführt. Sie befürchten, dass das Leben im Heim einen Einschnitt in ihre Selbstständigkeit bedeutet. Sie haben Angst vor Bevormundung und eingeschränkter Privatsphäre.

Beziehen Sie die Betroffene mit ein

Wichtig ist, dass die Betroffene zumindest zum Teil selbst zu der Überzeugung gelangt, dass der Umzug ihr ein besseres Leben ermöglicht. Zeigen Sie auf, was sich verbessern wird, z.B. eine professionelle Betreuung rund um die Uhr, Hilfe auf Knopfdruck, Aufbau sozialer Kontakte und Unternehmungen, sofern gewünscht.

Der Umzug an sich sollte von langer Hand geplant werden, denn er bedeutet Stress – emotional wie körperlich. Die Betroffene muss sich von vielen liebgewonnenen Dingen trennen und auch die gewohnte Umgebung verlassen. Geben Sie ihr Zeit, selbst auszuwählen, was in das neue Zuhause mitgenommen werden soll und was nicht. Vermeiden Sie Streit und Eile. Die Lebensveränderung selbst bedeutet schon eine große Umstellung und stimmt traurig.

Wechselnde Rolle der Angehörigen​

Mit dem neuen Lebensabschnitt ändert sich auch die Rolle der Angehörigen. Sind die ersten paar Wochen vergangen und hat sich die Mutter eingelebt, werden Sie merken, dass sich Ihre Aufgabe verändert hat. Um die tägliche Pflege kümmert sich nun das Pflegepersonal.

Ihre Aufgabe besteht jetzt u.a. darin, die Pflegeversorgung zu begleiten. Einerseits ist hiermit die regelmäßige Nachfrage nach der medikamentenösen Versorgung gemeint - Welche Medikamente wurden verordnet und warum? -, andererseits sollten Sie aber auch dem täglichen Umgang mit den Pflegebedürftigen Beachtung schenken.
Isst die Mutter zum Beispiel gern selbst und gelingt ihr das mit etwas Zeit auch, dann ist es wichtig, dass diese Fähigkeit gefördert und nicht aus Zeitgründen durch das Personal übernommen wird.

Daneben ist auch die Pflege der sozialen Kontakte eine wesentliche Aufgabe. Vereinbaren Sie Besuche mit Freunden und Verwandten und bewahren Sie liebgewonnene Gewohnheiten. Trafen sich Enkelin und Oma jeden zweiten Sonntag zu Kaffee und Kuchen, muss sich das nicht ändern. Solche kleinen „Rituale“ bringen Vertrautes in die fremde Umgebung.

Unsere Empfehlung

Angekommen in den neuen vier Wänden empfehlen wir: Lassen Sie die Betroffene mit entscheiden, welches geliebte Möbel an welcher Stelle stehen soll. Involvieren Sie sie bei so vielen Schritten wie möglich. So stehen die Chancen besser, dass sie sich auch schnell eingewöhnt.

Ein neuer Lebensabschnitt​

Eine gute Vorbereitung, Geduld und Verständnis ebnen den Weg in einen neuen Lebensabschnitt.
Beschäftigen Sie sich frühzeitig mit dem Gedanken an ein Pflegeheim. Lassen Sie sich Informationsmaterial zuschicken und schauen Sie sich die Einrichtung unbedingt selbst an.

 

  • Wohnen Sie zur Probe oder verbringen Sie zumindest mal einen ganzen Tag vor Ort

  • Planen Sie den Umzug

  • Nehmen Sie sich Zeit bei der Auswahl der liebgewonnen Gegenstände und für den Abschied vom ehemaligen Zuhause

  • Behalten Sie Rituale soweit es geht bei

  • Knüpfen Sie neue Kontakte mit den anderen Bewohnern

  • Pflegen Sie alte Freundschaften und Bekanntschaften

Wir wünschen Ihnen alles Gute für die Zukunft.

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