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Den eigenen digitalen Nachlass verwalten

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, seinen digitalen Nachlass bei Lebzeiten zu organisieren.

Weniger Aufwand als gedacht

Formen der Vorsorge

Nur jeder zehnte Internetnutzer sorgt zu Lebzeiten für die Verwaltung seines digitalen Nachlasses vor. Dabei bedarf es keines großen Aufwandes, den Hinterbliebenen viel Arbeit zu ersparen.
Verfassen Sie ein Testament – und benennen Sie hierin eine oder mehrere Personen, die Ihren digitalen Nachlass verwalten sollen. Ebenfalls hilfreich ist eine Auflistung sämtlicher Konten und Profile, die Sie besitzen. So ersparen Sie Ihren Erben eine zeitaufwändige Recherche. Denken Sie hierbei vor allem auch an kostenpflichtige Dienste und Abonnements, die nach Ihrem Tod gekündigt werden sollen.

Unser Tipp

Geben Sie am besten konkrete Anweisungen, wie mit welchem Konto verfahren werden soll. Soll es gelöscht oder in einen Gedenkstatus versetzt werden? Wo finden Ihre Hinterbliebenen wichtige Fotos oder Videos? Welche Inhalte in welcher Plattform halten Sie für nicht erhaltenswert? 

Nützliche Hilfestellungen

Online-Safe oder lieber zum Notar?​

Es ist wenig ratsam und praktikabel, Zugangsdaten und Passwörter gesammelt an einer Stelle in seinen analogen Unterlagen zu vermerken oder abzulegen.
Ein hilfreiches Werkzeug für die Verwaltung von sensiblen Daten sind beispielsweise Passwortmanager. Es handelt sich hierbei um Programme, die dazu dienen, Zugangsdaten verschlüsselt auf einem externen Speichermedium wie einem USB-Stick zu speichern.
Diese Lösung ermöglicht ein regelmäßiges einfaches Aktualisieren von relevanten Daten.
Der für den Zugriff auf die Daten nötige Generalschlüssel sollte bestenfalls in einem Schließfach, bei einem Notar oder einer Vertrauensperson hinterlegt werden.

Neben diesen an Hardware gebundenen Speicherformen gibt es inzwischen auch einige Anbieter von „Online-Tresoren“.
Gegen ein gewisses Entgelt können bei solchen digitalen Vererbungsdiensten Passwörter und Unterlagen, Verfügungen zum Umgang mit den Daten sowie mit dem Nachlass zu betrauende Personen gespeichert werden.
Der Zugriff auf die Daten nach Ableben ist je nach Anbieter unterschiedlich geregelt. 
Wie sicher Ihre Daten bei solchen Anbietern tatsächlich sind, lässt sich schwer abschätzen. Bislang scheint es sicherer, seinen digitalen Nachlass nicht in fremde Hände zu geben.

Links zum Thema

Passwort vergessen? Ein Passwort-Manager kann helfen, die eigenen Daten sicher abzuspeichern.

Systemeigene Lösungen​

Die meisten der großen Plattformen und sozialen Netzwerke wie Google oder Facebook bieten in ihren Nutzereinstellungen die Möglichkeit, den Umgang mit dem eigenen Nutzerkonto im Todesfall vorzugeben.

So gibt es bei Facebook die Möglichkeit, per Meldung an den Betreiber die Seite eines Verstorbenen in einen Gedenkzustand zu versetzen. In diesem Zustand sind die Funktionen und Aktivitäten des Kontos stark eingeschränkt. Laut Facebook soll diese Art von Verbleiben auf der Plattform den Angehörigen einen Ort zur Trauer geben.

Jeder Facebook-Nutzer hat die Möglichkeit, in den Einstellungen seines Kontos Vorkehrungen zu treffen. So kann ein anderer volljähriger Facebook-Nutzer als Nachlasskontakt angegeben werden. Diesem werden begrenzte Rechte eingeräumt, den Account zu verwalten. Ebenso kann man den Wunsch auf Auflösung des eigenen Kontos im Todesfall bereits vorher festlegen. Die Zugangsdaten zu dem Konto eines Verstorbenen werden von Facebook nicht an Dritte herausgegeben.

Die Dienste von Google umfassen längst weit mehr als nur das Verwalten von Emails. Die meisten Googlenutzer versammeln unter einem Account persönliche Kalender, Fotos auf Picasa oder Blogs.

Google bietet zur Organisation des digitalen Nachlasses einen Kontoinaktivitäts-Manager an. In seinen Einstellungen kann der Nutzer angeben: 1. Wer nach wie langer Inaktivität seiner Konten benachrichtig werden soll? 2. Ob der Anbieter sein Konto nach einer bestimmten Dauer von Inaktivität direkt löschen soll? Den angegebenen Kontakten kann zudem die Möglichkeit eingeräumt werden, Inhalte bestimmter Google-Dienste herunterzuladen, bevor diese endgültig gelöscht werden. Ohne eine solche Bestimmung zu Lebzeiten wird es für die Erben schwer, an die Daten eines Googlekontos zu gelangen.

Diverse Unterlagen, darunter Kopien vom Personalausweis des Verstorbenen sowie eine Sterbeurkunde in amtlicher Übersetzung, müssen an die in den USA ansässige Firma gesendet werden!

Doch selbst bei Vorliegen sämtlicher Papiere kann der Konzern die Herausgabe der Daten zunächst verweigern. Beabsichtigt man als Hinterbliebener lediglich die Löschung eines Benutzerkontos, so ist dies leichter durchzusetzen.
Bei manchen deutschen Anbietern von Mail-Accounts reicht die Vorlage eines Erbscheins, um mittels Rücksetzung des Passworts Zugriff auf das Mail-Konto des Verstorbenen zu bekommen.

In jedem Fall lohnt sich ein genauer Blick in die Einstellungen der jeweiligen Konten. Je mehr Sie vor Ihrem Tod regeln und verfügen, umso leichter machen Sie es Ihren Erben – oftmals genügen bereits wenige Mausklicks, um die Einstellungen entsprechend zu ändern.

Links zum Thema

Eine kompakte Übersicht über den Umgang der einzelnen Anbieter mit den Konten von Verstorbenen bietet der Bundesverband der Verbraucherzentralen.

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