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Antragstellung

Um Pflegeleistungen beziehen zu können, müssen Sie zunächst einen Pflegeantrag ausfüllen. Wir erklären Ihnen, worauf es ankommt.

So läuft die Antragstellung

Das Verfahren

Die Leistungen der Pflegeversicherung sind nach Pflegegraden gestaffelt. Die Zuordnung zu einem der fünf Pflegegrade richtet sich danach, ob Pflegebedürftige in der Lage sind, ihren Alltag selbst zu gestalten. Generell soll die Selbstständigkeit das neue Kriterium bei der Einstufung in den Pflegegrad sein und zwar nicht mehr nur auf körperlicher Ebene, sondern auch in Bezug auf die geistige Verfassung.

Das Verfahren im Überblick

  • Sie stellen einen Antrag bei Ihrer Pflegekasse bzw. -versicherung.
  • Die Pflegekasse bzw. -versicherung beauftragt eine qualifizierte Begutachtung.
  • Der Gutachter stellt bei einem Hausbesuch die Pflegebedürftigkeit fest und gibt eine Empfehlung zur Einstufung in den jeweiligen Pflegegrad an die Pflegekasse bzw. -versicherung.
  • Sie erhalten nach max. fünf Wochen den Bescheid.

Leistungen von Anfang an

Leistungen der Pflegeversicherung beantragen Sie bei Ihrer Pflegekasse bzw. -versicherung, als Privatpatient bei Ihrer Versicherung. Wichtig ist, dass Sie den Antrag möglichst schnell stellen, nachdem die Pflegebedürftigkeit eingetreten ist. Denn: Die Leistungen werden nicht rückwirkend erbracht, sondern frühestens vom Monat der Antragstellung an.

Rechtzeitig einen Antrag stellen

Um ein möglichst frühes Antragsdatum sicherzustellen, empfiehlt es sich, die Einstufung in einen Pflegegrad zunächst formlos – auch telefonisch – zu beantragen. Sie bekommen dann ein Antragsformular zugeschickt, das Sie ausfüllen und an Ihre Pflegekasse zurücksenden müssen.

Hürde "Pflegeantrag" sicher meistern

So bekommen Sie die Leistungen, die Ihnen zustehen

Wenn jemand pflegebedürftig wird, geht es um schnelle und konkrete Hilfe.
Im folgenden Video wollen wir Sie bei der Beantragung der Pflegeleistungen mit wichtigen Tipps und Informationen unterstützen - damit sie schnellstmöglich die Leistungen bekommen, die Ihnen zustehen. Um diese Leistungen zugesprochen zu bekommen, müssen Sie zunächst einen Antrag stellen. Wie das genau geht und worauf Sie bei der Antragstellung, als Angehöriger oder Betroffener, achten sollten, erfahren sie im nachgestellten Film.

Hilfen bei der Antragstellung

Wenn Sie unsicher sind, können Sie sich bei der Antragstellung unterstützen lassen, zum Beispiel von einer Pflegeberatungsstelle. Auch die Pflegekassen bzw. -versicherungen selbst sind Ihnen gerne dabei behilflich.

Eine Angehörige versucht alleine einen Pflegeantrag auszufüllen.

Weitere Hinweise

  • Antragsteller ist immer der Versicherte, also der Pflegebedürftige selbst, auch wenn Angehörige beim Ausfüllen der Formulare helfen.
  • Anspruch auf Leistungen hat nur, wer in den letzten zehn Jahren vor der Pflegebedürftigkeit zwei Jahre Beiträge in die Pflegeversicherung eingezahlt hat oder familienversichert war.
  • Die Pflegebedürftigkeit muss zum Zeitpunkt der Antragstellung bereits eingetreten sein.
  • Nicht immer kann man zum Zeitpunkt der Antragstellung sicher einschätzen, in welcher Form oder von wem der Pflegebedürftige betreut werden wird. Sie können die entsprechenden Punkte im Antrag auch offen lassen. Es muss nur deutlich werden, dass Sie überhaupt Pflegeleistungen benötigen.
  • Ändert sich etwas an der Situation, erhöht sich z. B. die Pflegebedürftigkeit, können Sie jederzeit einen Antrag auf eine Zuteilung zu einem höheren Grad oder erneute Begutachtung stellen.

Einhaltung der Begutachtungsfristen​

Zur Beschleunigung der Entscheidungswege sind die Versicherungsunternehmen gesetzlich verpflichtet, eine eigene Statistik zur Einhaltung der Begutachtungsfristen zu führen und zu veröffentlichen.
 
Bei den im Jahr 2016 eingegangenen Pflegeanträgen wurden die Begutachtungsfristen eingehalten:

  • im Zeitraum 01.01.2016 bis 31.10.2016 zu 73,27 %
  • im Zeitraum 01.11.2016 bis 31.12.2016 zu 72,11 %*

(* zeitliche Differenzierung aufgrund gesetzlicher Vorgaben)

Bitte beachten Sie, dass diese Angaben keine Informationen über die Ursachen und den Verursacher der Fristüberschreitungen enthalten.

Wir werden auch künftig alles daran setzen, damit Sie Ihre Informationen schnell erhalten.

Links zum Thema

Nach Ihrer Antragstellung kündigt sich der Medizinische Dienst für eine Begutachtung bei Ihnen an. Auf diesen Besuch sollten Sie sich möglichst gut vorbereiten!

Bescheid und Widerspruchsmöglichkeiten

Nachdem Ihr Antrag bei der Pflegekasse bzw. -versicherung eingegangen ist, muss er innerhalb von fünf Wochen schriftlich beschieden werden. In besonderen Fällen, etwa bei einem Aufenthalt im Krankenhaus, in einer Reha-Einrichtung oder in einem Hospiz, verkürzt sich die Frist.

Wurde Ihr Antrag auf Pflegeleistungen abgelehnt, haben Sie vier Wochen Zeit, Widerspruch einzulegen. Grundsätzlich sind Sie nicht dazu verpflichtet, Ihren Widerspruch zu begründen, es verbessert die Erfolgschancen aber sicher, wenn Sie eine Begründung anfügen oder nachreichen.

  

Besprechen Sie sich dazu mit Ihrem Hausarzt und sammeln Sie gemeinsam Argumente. Darüber hinaus haben Sie die Möglichkeit, das Gutachten des Prüfers an sich bzw. den behandelnden Arzt schicken zu lassen.

Wird der Widerspruch von der Pflegekasse bzw. -versicherung zurückgewiesen, können Sie vor dem Sozialgericht dagegen klagen.

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