Schließen
> Pflegefall - was nun? > Erste Schritte > Staatliche Leistungen
Keyvisual background image

Staatliche Leistungen

Was leistet die Pflegepflichtversicherung und wann ist eine Pflegezusatzversicherung sinnvoll?

Das bietet die Pflegeversicherung

  

Bestimmte Leistungen stehen Ihnen im Pflegefall zu und diese können Sie bei Ihrer Pflegeversicherung geltend machen.

Welche Leistungen für wen?

Die Pflegepflichtversicherung zahlt pauschale, nach dem Pflegegrad gestaffelte Sätze, und zwar unabhängig vom Einkommen und Vermögen des Pflegebedürftigen. Sie sollen eine Grundversorgung im Pflegefall sicherstellen – mehr nicht. Jeden weitergehenden Bedarf muss der Versicherte selbst - über eine private Pflegezusatzversicherung - decken.

Damit Leistungen gewährt werden, muss die Pflegebedürftigkeit im Sinne der gesetzlichen Definition festgestellt sein. Die Kriterien dafür sind im Sozialgesetzbuch genau festgeschrieben.

Welche Leistungen können Sie im Pflegefall von der Pflegeversicherung konkret erwarten? Das ist grundsätzlich wichtig zu wissen, nicht erst, wenn der Pflegefall eingetreten ist.

Das Begutachtungsschema

Die Einstufung pflegebedürftiger Personen wird durch das  Begutachtungsassessment (NBA) geregelt. Hierbei werden sowohl körperliche, geistige wie auch psychische Einschränkungen gleichermaßen erfasst.

Der Pflegegrad der pflegebedürftigen Person wird also in seiner Gesamtheit betrachtet. Das entscheidende Kriterium ist dabei die Selbstständigkeit der Pflegebedürftigen in Bezug auf ihre körperliche und geistige Verfassung. Dies kommt besonders Menschen mit Demenz oder geistiger Behinderung zugute. Maßgeblich bei der Definition des Pflegebedürftigkeitsbegriffs sind die Pflegebedürftigkeit (an sich) und die Beeinträchtigung der Selbständigkeit.

Folgende sechs Bereiche (mit entsprechender Gewichtung) sind hierbei ausschlaggebend:

  • Mobilität (10%)
  • Kognitive und kommunikative Fähigkeiten (15%)
    (oder)
  • Verhaltensweisen und psychische Problemlagen (15%)
  • Selbstversorgung (40%)
  • Bewältigung von und selbständiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen (20%)
  • Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte (15%)

Bei dem Begutachtungsschema geht es um die Frage, ob die erforderliche Fähigkeit noch vorhanden ist und ob die damit verbundenen Tätigkeiten eigenständig ausgeübt werden können. Unterschieden wird hierbei zwischen: selbständig, teilweise selbständig oder unselbständig.

Die Pflegegrade

Über die Leistungshöhe entscheidet, was jemand noch selbst kann und wo er Unterstützung braucht. Alle Pflegebedürftigen erhalten dadurch gleichberechtigten Zugang zu Pflegeleistungen, unabhängig davon, ob sie an körperlichen oder psychischen Einschränkungen, wie z.B. einer Demenz, leiden.

Durch den Pflegegrad 1 kann die Unterstützung pflegebedürftiger Personen früher beginnen. Bereits bei geringer Beeinträchtigung der Selbständigkeit können Leistungen bewilligt werden. Der Pflegegrad 1 trifft zum Beispiel auf Menschen zu, die noch keinen erheblichen Unterstützungsbedarf haben, aber womöglich eine Pflegeberatung, eine Anpassung des Wohnumfeldes oder Leistungen der allgemeinen Betreuung benötigen.

Allgemein werden die neuen Pflegegrade wie folgt definiert:

Pflegegrad 1: geringe Beeinträchtigung der Selbstständigkeit
Pflegegrad 2: erhebliche Beeinträchtigung der Selbstständigkeit
Pflegegrad 3: schwere Beeinträchtigung der Selbstständigkeit
Pflegegrad 4: schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit
Pflegegrad 5: schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung

Für pflegebedürftige Kinder gilt: Der Pflegegrad wird durch einen Vergleich der Beeinträchtigungen ihrer Selbständigkeit und ihrer Fähigkeitsstörungen mit altersentsprechend entwickelten Kindern ermittelt.

Das Begutachtungsschema

Mit zunehmendem Alter steigt auch das Pflegerisiko. Allein jeder zweite 85-jährige in Deutschland ist auf Pflege angewiesen. Jedoch muss oftmals festgestellt werden, dass die staatlichen Leistungen nicht ausreichen. Schauen Sie sich zu diesem Thema das Begutachtungsschema an.

Wie kommt mein Pflegegrad zustande?

MEDICPROOF hat für Sie kurz und bündig zusammengefasst, wie sich der Pflegegrad eines Antragstellers ergibt und bietet Ihnen Aufschluss über das Grundprinzip des Verfahrens.

Wie sind pflegende Angehörige abgesichert?

Für pflegende Angehörige zahlt die Pflegeversicherung die Rentenbeiträge, die einen Pflegebedürftigen der Pflegegrade 2 bis 5 mehr als 10 Stunden die Woche, verteilt auf mindestens 2 Tage, zu Hause pflegen. Dies gilt auch für Angehörige, die einen Pflegebedürftigen mit ausschließlich kognitiven Einschränkungen betreuen. Dabei steigen die Rentenbeiträge mit zunehmender Pflegebedürftigkeit. Wer Patienten mit Pflegegrad 5 betreut, für den erhöht sich die Rente auf bis zu 29,30 Euro.

Die Pflegenden werden beim Einstieg in die Pflege unterstützt! Alle Pflegeversicherer müssen kostenlose Pflegekurse für Angehörige und ehrenamtliche Pflegepersonen anbieten. Für Familienmitglieder, die aus dem Beruf aussteigen, um Angehörige zu pflegen, übernimmt die Pflegeversicherung für die gesamte Dauer der Pflegetätigkeit die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung. Daher haben die Pflegepersonen direkten Anspruch auf Arbeitslosengeld und Leistungen der aktiven Arbeitsförderung, sollte ein sofortiger Berufseinstieg nach dem Ende der Pflegetätigkeit nicht sofort gelingen. Gleiches gilt für Personen, die für die Pflege der Angehörigen den Leistungsbezug aus der Arbeitslosenversicherung unterbrechen.


Fazit - Eine private Absicherung ist nach wie vor unverzichtbar:

Wenn Sie pflegebedürftig werden, haben Sie Anspruch auf Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung. Doch zwischen diesen Leistungen und den tatsächlichen Pflegekosten entsteht oftmals eine große Lücke, für die Sie selbst aufkommen müssen. Das verdeutlicht das folgende Rechenbeispiel.

Monatliche Versorgungslücke bei häuslicher Pflege in Pflegegrad 3

  2.589 EURO Häusliche Pflegekosten    
 -1.298 EURO Gesetzliche Leistungen bei Pflegegrad 3
-------------------
= 1.291 EURO Differenzbetrag

(Quelle: aktuelle Pflegekostenrechner im Internet und Angaben vom Caritasverband Köln)

Die meissten Menschen haben den Wunsch zu Hause im familiären Umfeld gepflegt zu werden, und dies, ohne dabei die Angehörigen zu belasten. Auf dieses Kundenbedürfnis ist Pflegevorsorge VARIO zugeschnitten
 

Unsere Themen

Monatliche Leistungen

Bei häuslicher Pflege oder im Pflegeheim: Wie viel gibt es in welchem Pflegegrad?

Zusätzliche Leistungen

Betreuungsgeld, Pflegehilfsmittel, Wohnungsumbauten – je nach Bedarf.

Soziale Leistungen

Hilfe zur Pflege und Grund­sicherung für Sozialhilfe­berechtigte.

Bücher zum Thema

Günther Dingeldein, Martin Wahlers, Peer Frank

Deutscher Caritasverband (Hrsg.)

Weitere Themen

Einstufung in den Pflegegrad

Was gibt es zu beachten, um die Leistungen der Pflegeversicherung ausschöpfen zu können?

Anlaufstellen

Pflegestützpunkte in Ihrer Nähe, die richtige Pflegeberatung oder das passende Hilfsangebot.

Grundlagen der Sterbebegleitung

Eine professionelle Sterbebegleitung umfasst eine Vielzahl von Aufgaben. 

Alzheimer Forschung Initiative e.V.

Wir bringen die Forschung voran und bieten Ihnen alle aktuellen Informationen.

Pflegegrade

Der individuelle Pflegebedarf entscheidet über die Einstufung.

Haushaltshilfen

Hauswirtschaftliche Dienste erleichtern Pflegebedürftigen den Alltag.

Empfehlen:

© AXA Konzern AG, Köln. Alle Rechte vorbehalten.