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Palliativmedizin

Grundsatz der Palliativmedizin ist, dem Leben nicht mehr Tage zu schenken, sondern den Tagen mehr Leben. Das Ziel besteht in der Linderung von Beschwerden und Schmerzen.

Unheilbare Krankheiten im fortgeschrittenen Stadium

Wenn Heilung nicht mehr möglich ist​

Die Verlängerung der Überlebenszeit um jeden Preis ist nicht vorrangig, sondern der bestmögliche Erhalt einer akzeptablen Lebensqualität bis zum Eintritt des Todes im Vordergrund ‒ natürlich immer unter Berücksichtigung der Wünsche des Patienten.

Während der letzten Lebensphase möglichst zu Hause

Entsprechende stationäre Einrichtungen in Krankenhäusern nennen sich Palliativstationen. Sie entstanden im Rahmen der Hospizbewegung als zusätzliches Angebot neben ambulanter Sterbebegleitung und stationärer Hospizversorgung. Ziel ist es, die unheilbaren Patienten so einzustellen, dass sie während der letzten Lebensphase wieder zu Hause versorgt werden können.

Auch die Verlegungen in ein Hospiz ist eine denkbare Alternative am Lebensende. Sollte eine Entlassung nicht mehr möglich sein, stellt die Station dem Sterbenden Raum und Begleitung zur Verfügung. Die räumliche Gestaltung ist meist wohnlicher und die Gesamtatmosphäre ruhiger als auf anderen Krankenhausstationen.

Als Palliativmedizin bezeichnet man Behandlungsmethoden, die bei unheilbaren Krankheiten im fortgeschrittenen Stadium und nur noch geringer Lebenserwartung angewandt werden. Palliativmedizin ist damit nicht auf die Heilung und Genesung eines Patienten ausgerichtet, sondern vor allem auf weitestgehende Schmerzfreiheit.
 

Palliativmedizin bezeichnet solche Behandlungsmethoden, die zur Schmerzlinderung bei unheilbaren Krankheiten im fortgeschrittenen Stadium angewandt werden.

Die Grundlagen der Palliativmedizin

Was ist Palliativmedizin?

Die Palliativmedizin beinhaltet die Betreuung und Behandlung von Menschen, die unheilbar erkrankt sind. „Es geht nicht darum dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben“. Dieses Zitat der Begründerin der Palliativmedizin, der englischen Ärztin Cicely Saunders, zeigt, was von Anfang an im Fokus der palliativen Versorgung stand: Während die kurative Medizin auf eine Heilung abzielt, steht bei ihr die Lebensqualität des Erkrankten und seines Umfelds im Vordergrund. Es handelt sich bei der Palliativmedizin also explizit nicht nur um eine körperliche Behandlung. Vielmehr soll die verbleibende Lebenszeit so angenehm wie möglich gestaltet werden. Dabei wird der Patient psychisch unterstützt und seine Wünsche werden nach Möglichkeit erfüllt.

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Etwas detaillierter beschreibt die Definition der World Health Organization (WHO), zu Deutsch Weltgesundheitsorganisation, das Ziel der Palliativmedizin:
„Palliativmedizin ist ein Ansatz zur Verbesserung der Lebensqualität von Patienten und ihren Familien, die mit den Problemen konfrontiert sind, die mit einer lebensbedrohlichen Erkrankung einhergehen, und zwar durch Vorbeugen und Lindern von Leiden, durch frühzeitiges Erkennen, gewissenhafte Einschätzung und Behandlung von Schmerzen sowie anderen belastenden Beschwerden körperlicher, psychosozialer und spiritueller Art.“

Möglichkeiten der palliativen Versorgung

Bei ihrer Entstehung in den 1960er Jahren sollte die Palliativmedizin zunächst dazu dienen, die Schmerztherapie von Krebspatienten zu verbessern. Längst hat sie sich zu einem umfassenden Konzept für Menschen mit verschiedensten lebensbedrohlichen Erkrankungen entwickelt. Die erste Palliativstation in Deutschland wurde 1983 an der Uniklinik Köln eröffnet. Mittlerweile gibt es in Deutschland über 300 Palliativstationen, allerdings sind diese nicht gleichmäßig auf die Bundesrepublik verteilt. In manchen Landkreisen ist das Angebot an palliativer Versorgung, ambulant wie stationär, weiterhin unzureichend!

Der Begriff „Palliativmedizin“ lässt den falschen Schluss zu, dass es sich lediglich um eine medizinische, körperliche Behandlung handele. Daher hat sich in einigen Bereichen der Begriff der palliativen Versorgung durchgesetzt. Dieser hebt den vielfältigen und umfassenden Ansatz der Betreuung hervor.

Im Rahmen der palliativen Versorgung wird in enger Absprache mit den Patienten durch ein multiprofessionelles Team – bestehend aus ÄrztInnen, Pflegekräften, PhysiotherapeutInnen, SeelsorgerInnen und weiteren Fachkräften – ihre Versorgung organisiert. Eine palliative Versorgung kann im Krankenhaus, beispielsweise auf einer spezialisierten Palliativstation, zu Hause oder in Hospizen erfolgen.

Durch die Gabe schmerzlindernder Medikamente und die Behandlung von Symptomen der Krankheit oder Nebenwirkungen der Therapien, sollen körperliche Beschwerden gelindert werden. Gespräche mit kompetenten Gesprächspartnern unterstützen das emotionale und spirituelle Wohlbefinden. Denn mit dem Tod konfrontiert, brauchen die meisten Menschen auch psychischen Beistand.

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Erfahren Sie mehr über Palliativmedizin

Palliative Versorgung

Die palliative Versorgung verspricht sich der Betreuung unheilbarer Menschen. Das Aufrechterhalten der Lebensqualität, sowohl der Betroffenen als auch seines Umfelds, stehen dabei im Vordergrund.

Behandlungsformen

Die Behandlung unterscheidet sich unteranderem zwischen der allgemeinen und spezialisierten sowie der ambulanten und stationären Palliativversorgung.

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