Schließen

Palliative Versorgung

Die palliative Versorgung umfasst die Behandlung Schwerst- und Sterbenskranker. Bei der Begleitung Unheilbarer werden spezielle Grundwerte auf physischer, psychischer, sozialer und spiritueller Dimension verfolgt.

Die Betreuung unheilbarer Kranker

Nur etwas für Krebspatienten? ​

Zwar entwickelte sich die Palliativmedizin ursprünglich aus dem Umfeld der Krebsbehandlung. Jedoch schenkten die Pioniere dieser Bewegung von Anfang an auch anderen tödlich verlaufenden Krankheiten die nötige Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Grunderkrankung sollten auch weiterhin möglichst alle Schwerstkranken im Rahmen palliativer Versorgung betreut werden. In vielen Fällen wird erst von den Möglichkeiten der palliativen Versorgung Gebrauch gemacht, wenn die Krankheit bereits weit fortgeschritten ist. Es kann jedoch sinnvoll sein, schon früher neben der rein körperlichen Behandlung auch psychische Aspekte zu berücksichtigen. Auch Gespräche mit den professionellen Teams über die Folgen der Erkrankung sowie Möglichkeiten der Palliativmedizin machen Sinn.

Betreuung der Betroffenen | Pflegewelt von AXA

Grundwerte der palliativen Versorgung

Die Berücksichtigung verschiedener Dimensionen​

Der ganzheitliche Ansatz der Palliativmedizin berücksichtigt verschiedene Dimensionen des Menschen und seines Lebens:

  • Physische Dimension: der körperliche Zustand – leidet der Mensch an Schmerzen oder Mangel?
  • Psychische Dimension: der emotionale und kognitive Zustand. Wie verkraftet der Patient die Erkrankung? Ist er womöglich niedergeschlagen oder depressiv? Versteht er das Ausmaß der Erkrankung?
  • Soziale Dimension: zwischenmenschliche Beziehungen. Das Miteinbeziehen von nahestehenden Personen in den Behandlungsprozess ist ein wichtiger Bestandteil der Palliativmedizin.
  • Spirituelle Dimension: individuelle Weltanschauungen und existentielle Fragestellungen. Ist der Mensch religiös? Hat er Angst vor dem Tod oder erwartet er sich Erlösung?

Die palliative Versorgung versucht, alle vier Dimensionen zu berücksichtigen. Unerlässlich für eine gute Palliativpflege ist die Achtung der Würde des Patienten. Bei der Würde handelt es sich um ein ausgesprochen individuelles Konzept, das jedoch für fast jeden einen sehr hohen Stellenwert einnimmt. Ziel der Palliativmedizin ist es, einen Rahmen zu schaffen, in dem der Patient in Würde leben und dies auch erleben kann.

Die Palliativmedizin zeichnet sich durch Partnerschaften statt Hierarchien aus. Sowohl Hauptamtliche als auch ehrenamtlich Tätige beabsichtigen einen vertrauten und rücksichtsvollen Umgang mit dem Patienten und seinen Angehörigen. Dies drückt sich auch darin aus, dass Entscheidungen nur in Absprache mit den Betroffenen gefällt werden. Das Recht auf Selbstbestimmung des Patienten steht im Vordergrund. Zudem soll der Fokus nicht nur auf den Beschwerden und den Defiziten des Patienten liegen. Vielmehr honoriert die palliative Versorgung die Widerstandskräfte, Ressourcen und Kompetenzen der Patienten. Dadurch hilft sie, besser mit der Erkrankung umzugehen.

Multiprofessionelle und interdisziplinäre Teams

Um die genannten Werte und Ziele der Palliativmedizin zu erreichen, wird in multiprofessionellen Teams interdisziplinär gearbeitet. Denn die Gruppe der Behandelnden setzt sich aus verschiedenen Berufsgruppen zusammen: Neben ÄrztInnen und Pflegekräften sind dies auch Physio- oder Ergotherapeuten, Seelsorger, Sozialarbeiter, Ehrenamtliche und viele mehr. Interdisziplinär bedeutet: Erkenntnisse und Erfahrungen werden aus verschiedenen Fachbereichen bereichsübergreifend kommuniziert und angewandt. So verfügen beispielsweise Palliativmediziner nicht nur über medizinisches Wissen, sondern auch über Kompetenzen in Psychologie und Gesprächsführung. Diese vielfältigen Qualifikationen sind angesichts der komplexen Anforderungen durch schwere Krankheiten unerlässlich, um eine gute Betreuung zu gewährleisten.

Sterbebegleitung

Sterbebegleiter helfen Menschen auf ihrem letzten Lebensabschnitt, so z. B. interdisziplinäre Teams. Auch Angehörige können die Sterbebegleitung betreuen.

Advanced Care Planning (ACP) und Patientenverfügung

Oberstes Ziel der palliativen Versorgung ist es, die Lebensqualität zu erhalten oder zu verbessern. Dabei werden die individuellen Wünsche des Patienten berücksichtigt. Was geschieht jedoch, wenn ein Patient seine Wünsche nicht mehr äußern kann, weil er beispielsweise im Laufe der Erkrankung ins Koma gefallen ist? Advanced Care Planning (ACP) hat zum Ziel, die Behandlung im Voraus zu planen. Wünsche und Präferenzen des Patienten bezüglich medizinischer, pflegerischer aber auch spiritueller Maßnahmen können so im Vorfeld besprochen und im Falle eines Falles berücksichtigt werden. Im Rahmen eines Gesprächs werden mögliche Szenarien und Handlungsoptionen besprochen. Diese werden anschließend verbindlich, beispielsweise in Form einer Patientenverfügung, festgehalten. Zudem werden alle in die Betreuung involvierten Personen über die Absprachen in Kenntnis gesetzt.

Patientenverfügung

Die Pflegewelt von AXA informiert Sie umfangreich darüber, was beim Verfassen einer Patientenverfügung berücksichtigt werden sollte. Wir haben für Sie alle wichtigen Aspekte in unserem Video "PflegeTIPP: Patientenverfügung" zusammengefasst:

Weitere Informationen über Advanced Care Planning (ACP)

Detaillierte Informationen zum Thema Advanced Care Planning bietet der Deutsche Hospiz- und Palliativverband in Form einer Broschüre.

Weitere Themen

Pflegeversicherung

Was bieten Pflegegrad-Modell, gesetzliche Pflegepflichtversicherung, private Zusatzversicherung?

Erste Schritte

Was würden Sie machen, wenn ein Familienangehöriger plötzlich zum Pflegefall wird?

Stationäre Pflege

Der Umzug ins Heim: Was ist zu beachten?

Geriatrische Tageskliniken

Diese spezialisierten Tageskliniken ermöglichen eine gezielte medizinische Versorgung.

Haushaltshilfen

Hauswirtschaftliche Dienste erleichtern Pflegebedürftigen den Alltag.

AFi KiDS

Alzheimer für Kinder verständlich erklärt: Was passiert eigentlich im Gehirn?

Empfehlen:

© AXA Konzern AG, Köln. Alle Rechte vorbehalten.