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Alle Begriffe mit dem Buchstaben A

Die wichtigsten Begriffe zum Buchstaben „A“ kurz und prägnant erklärt: von ACE-Hemmer bis Auditives System.

A

ACE-Hemmer

ACE-Hemmer sind Arzneistoffe, die insbesondere in der Therapie des Bluthochdruckes (Hypertonie) und der chronischen Herzinsuffizienz Anwendung finden. Sie hemmen die Bildung des Enzyms Acetylcholinesterase und besitzen damit blutdrucksenkende Wirkung. ACE-hemmende Inhaltsstoffe wurden erstmalig in Schlangengiften nachgewiesen.

Adipositas

Bei der Adipositas bzw. Fettleibigkeit handelt es sich um starkes Übergewicht, das sich oft krankhaft auswirkt. Es liegt nach WHO-Definition ab einem Körpermasseindex (BMI) von 30 kg/m² vor. Steigt der BMI über 40, spricht man von einer Adipositas permagna (lat. permagnus = sehr groß), die häufig Krankheiten wie Hypertonie, Herzinsuffizienz und Arthrose nach sich zieht.

Adjuvante Therapie

Als adjuvante (unterstützende) Therapie wird eine Chemo- oder Strahlentherapie bezeichnet, die sich an die operative Entfernung eines Tumors anschließt. Die adjuvante Tumortherapie soll möglicherweise vorhandene kleinste Metastasen (Mikrometastasen) des Tumors behandeln und so einer Rezediventstehung vorbeugen.

Akinese

Bei der Akinese ist die Bewegung des Betroffenen verringert (Bewegungsarmut) oder fehlt ganz (Bewegungslosigkeit). Typische Zeichen einer Bewegungsarmut sind ein unsicherer Gang mit kleinen (Trippel-)Schritten, Schwierigkeiten beim Losgehen und Umkehren bzw. ändern der Bewegungsrichtung sowie eine starre Armhaltung. In vielen Fällen ist die Mimik des Betroffenen verringert, er wirkt emotionslos. Die Akinese ist häufig ein Zeichen für eine Parkinsonerkrankung.

Aktivitäten des täglichen Lebens (ATL)

Die Aktivitäten des täglichen Lebens sind eine Modellvorstellung in der Kranken- und Altenpflege, nach der es immer wiederkehrende Aktivitäten gibt, die der Erfüllung menschlicher Grundbedürfnisse dienen. Da deren Ausübung im Alter oder im Krankheitsfall erschwert sein können, sind die Aktivitäten des täglichen Lebens Bestandteil eines ganzheitlichen Pflegemodells in der Alten- und Krankenpflege geworden (zurückzuführen auf Virginia Henderson und Nancy Roper). Es werden insgesamt 12 Aktivitäten unterschieden – darunter atmen, sich bewegen, essen und trinken, ruhen und schlafen, aber auch kommunizieren, Sicherheit erlangen oder Sinn finden.

Altenheime

Altenheime bieten älteren Menschen Wohnraum, Verpflegung und Betreuung, wenn diese keinen eigenen Haushalt mehr führen können oder wollen. Altenheime können staatlich, gewerblich, privat oder gemeinnützig geführt werden. Im Gegensatz zu Pflegeheimen oder Altenpflegeheimen muss eine pflegerische Versorgung nicht gewährleistet sein.

Altenhilfe

Der Begriff Altenhilfe umfasst sämtliche gesetzlichen Maßnahmen und Initiativen zur Förderung und Unterstützung alter Menschen in Deutschland. Die Altenhilfe wird kommunal verwaltet und in §75 BSHG gesetzlich verankert.

Altenpflege

Altenpflege beinhaltet die professionelle Betreuung, Begleitung und Versorgung alter Menschen, die ihren Alltag nicht mehr allein bewerkstelligen können. Es gibt viele Berührungspunkte zur Krankenpflege, jedoch schließt die Altenpflege stärker psychosoziale Komponenten mit ein. Ziel ist es, die Selbständigkeit der pflegebedürftigen Person so lange wie möglich zu erhalten.

Altenpflegeheime

Altenpflegeheime sind Pflegeeinrichtungen für ältere Menschen, die zuhause nicht (mehr) gepflegt werden können oder wollen. In Altenpflegeheimen werden derzeit bundesweit ca. 675.000 Personen rund um die Uhr betreut. Sie unterliegen dem Heimgesetz bzw. dessen Nachfolgebestimmungen auf Landesebene.

Altenpflege-Monitor

Der Altenpflege-Monitor ist eine repräsentative Umfrage unter 1.000 Personen der „Generation 50 plus“, die seit 2004 jährlich durchgeführt wird. Die Studie beschäftigt sich mit den Einstellungen und Erwartungen älterer Menschen rund um das Thema Altenpflege und ist ein Gemeinschaftsprojekt der Evangelischen Heimstiftung e. V., Konzept & Markt in Wiesbaden und dem Vincentz Network. Weitere Informationen finden Sie hier:
https://www.pflegewiki.de/wiki/Altenpflege-Monitor

Altentagesstätte

Altentagesstätten sollen älteren Menschen helfen, ihre Lebensbedingungen zu verbessern. Sie werden durch Kirchengemeinden und freie Wohlfahrtsverbände finanziert und dienen vor allem der Förderung sozialen Miteinanders. Pflegerische Hilfe ist hier nicht vorgesehen.

Altenwohnung

Altenwohnungen sind in Anlage, Ausstattung und Inneneinrichtung auf die besonderen Bedürfnisse alter Menschen ausgelegt (z. B. ebenerdig oder barrierefrei). Eine betreuerische oder pflegerische Versorgung ist meist nicht inbegriffen.

Alterskrankheit

Als Alterskrankheit bezeichnet man eine Erkrankung, die überwiegend im Alter auftritt, da sie aufgrund des biologischen Alterungsprozesses gefördert oder begünstigt wird. Viele Alterskrankheiten bedingen sich gegenseitig und können zu Multimorbidität führen.

Ambulante Pflege

Eine ambulante Pflege findet in der häuslichen Umgebung des Patienten oder in gewissen Zeitfenstern in der ambulanten Abteilung einer Klinik statt. Sie schließt die kontinuierliche Unterbringung in einem Krankenhaus oder Pflegeheim aus. Siehe auch: stationäre Pflege.

Analgetikum

Analgetika (Plural) ist der Überbegriff für schmerzstillende Medikamente – angefangen bei Aspirin und Paracetamol bis hin zu Opioiden. Sie unterdrücken im Idealfall die Schmerzempfindung, ohne das Bewusstsein, die sensorische Wahrnehmung und Funktionen des Zentralnervensystems zu beeinflussen. Analgetika zählen zu den am häufigsten verwendeten Arzneimitteln.

Anamnese

Als Anamnese wird eine strukturierte Befragung des Patienten durch den Arzt bezeichnet. Hierbei wird unter anderem nach aktuellen Beschwerden, Krankenvorgeschichte, sozialer und beruflicher Situation, Krankheiten in der Familie und Medikamenteneinnahme gefragt. Durch die Anamnese entwickelt der Arzt eine Verdachtsdiagnose, welche die Grundlage für das weitere diagnostische Vorgehen ist.

Aneurysma

Aneurysma ist die medizinische Bezeichnung für eine Ausbuchtung oder Erweiterung einer Gefäßwand, z. B. bei einer Arterie. Jeder 20. Mensch ist davon betroffen, ohne es zu wissen. Aneurysmen (Plural) können dazu führen, dass die betroffenen Gefäße platzen oder einreißen.

Angehörige im Sinne des Pflegegesetzes

Das Pflegezeitgesetz regelt den Anspruch auf Arbeitsbefreiung und Kündigungsschutz während der Pflegezeit (bis zu 6 Monate). Als nahe Angehörige im Sinne des Gesetzes gelten u. a. Großeltern, Eltern, Schwiegereltern, Ehegatten, Lebenspartner, Geschwister, Kinder (auch Adoptiv- und Pflegekinder), Kinder des Ehegatten oder Lebenspartners sowie Enkelkinder.

Angina pectoris

Die Angina pectoris bezeichnet ein typisches Symptom als Folge einer koronaren Herzerkrankung. Sie wird auch als Brustenge bezeichnet. Sie äußert sich durch anfallartige, teilweise heftige Schmerzen hinter dem Brustbein, die bis in den linken Arm, den Unterkiefer oder den Oberbauch ausstrahlen können.

Angiografie

Die Angiografie kommt überwiegend bei der Diagnostik und Untersuchung von Gefäßerkrankungen zum Einsatz. Diese spezielle Form der Röntgenuntersuchung ermöglicht eine bildliche Darstellung der Blutgefäße. Hierfür wird dem Patienten über einen dünnen Schlauch ein Kontrastmittel in die darzustellende Arterie injiziert. Bei modernen Verfahren wird das Kontrastmittel zentral in ein Blutgefäß gespritzt und die Darstellung erfolgt mit Hilfe von Computerprogrammen. Neben der Angiografie lassen sich Gefäße auch mittels einer Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT) darstellen.

Antidementiva

Antidementiva ist der Sammelbegriff für Medikamente, die im Falle einer Demenzerkrankung eingesetzt werden. Sie stärken die geistige Leistungsfähigkeit und dienen damit der besseren Bewältigung des Alltags. Antidementiva können das Fortschreiten der Symptome zwar hinauszögern, jedoch nicht aufhalten oder gar rückgängig machen.

Antidepressiva

Antidepressiva sind Psychopharmaka, die hauptsächlich gegen Depressionen eingesetzt werden, aber auch bei Panik- und Angstattacken, Ess- und Schlafstörungen, chronischen Schmerzen, Antriebslosigkeit und weiteren Symptomen zur Anwendung kommen. Generell besitzen Antidepressiva eine stimmungsaufhellende Wirkung.

Antikörper/Autoantikörper

Antikörper (Immunglobuline) sind vom eigenen Körper produzierte Proteine. Sie sind Teil des Immunsystems und können körperfremde Stoffe, wie z. B. Bakterien, Viren oder Toxine, neutralisieren. Diese Stoffe, welche durch Antikörper gebunden werden können, werden Antigene genannt. Antikörper können außerdem weitere Bestandteile des Immunsystems aktivieren, um so effektiver gegen die Antigene vorgehen zu können.
Autoantikörper sind Antikörper, die im Rahmen einer Autoimmunerkrankung gegen körpereigene Bestandteile gerichtet sind.

Apallisches Syndrom

Man spricht hierbei auch von Wachkoma. Die vom apallischen Syndrom betroffenen Personen wirken wach, haben aber aller Wahrscheinlichkeit kein Bewusstsein und nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten der Wahrnehmung und Kommunikation. Ursache ist ein Ausfall der Großhirnaktivität, während die Funktionen von Zwischenhirn, Hirnstamm und Rückenmark erhalten bleiben. Ursachen können ein Herzinfarkt mit Kreislaufstillstand oder ein Schlaganfall sein.

Apnoe

Apnoe lautet der aus dem Griechischen stammende Fachbegriff für einen Atemstillstand, unabhängig davon, was diesen verursacht.

Apoplexie

Die plötzliche Durchblutungsstörung eines Organs oder einer Körperregion wird Apoplexie genannt und leitet sich vom griechischen Ausdruck für „Schlag“ ab. In der medizinischen Umgangssprache wird der Begriff heute auch generell für den Schlaganfall (Apoplexia cerebri) gebraucht.

APP

APP ist die Abkürzung für „ambulante psychiatrische Pflege“, die in der häuslichen Umgebung des Patienten erfolgt (siehe auch BAPP).

Arteriosklerose

Bei einer Arteriosklerose – auch Gefäßverkalkung genannt – ist die Wand von Arterien des Körpers aufgrund von Ablagerungen (Fett, Bindegewebe und Kalk) unregelmäßig verdickt, verhärtet oder weniger elastisch. Die Verengungen verringern den Gefäßquerschnitt oder verschließen diesen vollständig, wodurch es zu Durchblutungsstörungen kommen kann.

Arthritis

Die Arthritis ist eine entzündliche Gelenkerkrankung, die mit Überwärmung, Schwellung und Rötung der betroffenen Gelenke verbunden ist. Im fortgeschrittenen Stadium kann es auch zu deren Versteifung oder Verformung kommen. Arthritis kann infolge bakterieller Infektionen auftreten, aber auch eine Erscheinungsform des Rheumatismus sein.

Arthrose

Eine dauerhaft starke oder falsche Belastung von Gelenken wie Knie, Hüfte und Wirbelsäule sorgt vor allem im Alter für Abnutzungserscheinungen. Bei der Arthrose wird der Gelenkknorpel aufgeraut und abgeschliffen. Der darunter liegende Knochen ist irgendwann ungeschützt, was bei Bewegung starke Schmerzen verursachen kann.

Aseptisch

Aseptisch ist ein anderes Wort für steril (ohne Krankheitskeime). Ist z. B. eine Wunde aseptisch, so befinden sich keine Erreger darin.

Asthma

Das Asthma bronchiale (meistens nur Asthma genannt) ist eine entzündliche chronische Erkrankung der Atemwege. Wenn diese sich infolge der Entzündung verengen, kommt es anfallsweise zu Atemnot. Dagegen helfen bestimmte Medikamente, die das Asthma aber nicht dauerhaft heilen können.

Äußeres Ohr

Das äußere Ohr besteht aus der Ohrmuschel und dem äußeren Gehörgang. Dieser endet mit dem Trommelfell. Das äußere Ohr funktioniert wie ein Trichter, der Schall auffängt und weiterleitet. Außerdem dient es der Orientierung im Raum. Durch die zeitliche Differenz des Eintreffens der Schallwellen am rechten und linken Ohr kann die Schallquelle lokalisiert und dadurch die eigene Position zu ihr bestimmt werden.

Auditives System

Das auditive System ermöglicht das Hören. Es besteht aus einem peripheren Anteil mit äußerem Ohr, Mittelohr und Innenohr und einem zentralen Anteil mit Hörnerv und den Hirnstrukturen, die die Informationen aus dem äußeren Ohr weiterverarbeiten. Geräusche werden als Schwingungen vom äußeren Ohr aufgenommen und durch das Mittelohr auf das Innenohr übertragen. Im Innenohr werden diese in Nervenimpulse umgewandelt und über den Hörnerven an das Gehirn weitergeleitet.

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